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Berlin-Buch: Moderne Erweiterung des Ludwig-Hoffmann-Quartiers

Auf dem Areal des historischen Klinikareals in Berlin-Buch ist in den vergangenen Jahren das Wohnviertel “Ludwig-Hoffmann-Quartier” mit über 500 Wohnungen entstanden. Nun wurde direkt angrenzend ein weiteres Wohnprojekt mit dem Namen “MIOS” abgeschlossen, und in der einstigen Tuberkulose-Heilstätte „Waldhaus Buch“ entsteht derzeit noch ein weiteres Wohnprojekt. 

Kürzlich wurde die Fertigstellung des Projekts “MIOS” der Eqviva GmbH gefeiert. Die fünf Neubauten sind direkt neben dem historischen “Ludwig-Hoffmann-Quartier” entstanden. / © Foto: Eqviva GmbH / Andreas Riedel

© Fotos: Eqviva GmbH / Andreas Riedel
Text: Björn Leffler

 

Im Norden Pankows befindet sich das Ludwig-Hoffmann-Quartier. Hier sind vorwiegend Wohnflächen auf einem ehemaligen, historischen Klinikareal entstanden. Das Gelände wurde bereits seit 2012 sukzessive weiterentwickelt.

Die Heilanstalten im Ortsteil Buch umfassten mehrere Krankenhäuser und Heime, die zwischen 1898 und 1930 unter der Leitung des Berliner Architekten und Stadtbaurates Ludwig Hoffmann errichtet wurden – daher auch der heutige Name des Quartiers.

Bis 1930 entstand in Berlin-Buch ein großer Klinikstandort

Zu diesem weitläufigen Komplex gehörten unter anderem zwei Lungensanatorien, ein Alters- und Pflegeheim sowie zwei psychiatrische Kliniken. Zusätzlich entwarf Hoffmann diverse Einzelbauten, darunter eine zentrale Anlage für Beleuchtung, Heizung und Wasserversorgung der Heilanstalten, mehrere Wohnhäuser, Verwaltungsgebäude und einen Anstaltsfriedhof.

Hoffmanns letztes Projekt war die Errichtung einer Wohnsiedlung für das Krankenhauspersonal. Während der DDR-Zeit diente die Anlage bis 1976 als Lungenheilklinik für Tuberkulosepatienten. Anschließend erfolgte die Umwandlung des Bereiches in eine Klinik für Lungen-, Herz- und Gefäßkrankheiten, 1977 kam noch eine Kardiologische Klinik hinzu.

Pankow: Das gesamte Ensemble steht seit 1977 unter Denkmalschutz

Nicht nur die einzelnen Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Seit 1977 steht auch das gesamte Areal unter Ensembleschutz. Nach der Wende jedoch zogen sich sämtliche medizinische Einrichtungen vom Gelände zurück und die Gebäude standen für viele Jahre leer. Die angedachte Nachnutzung für einen Teil des Areals als Technologiepark wurde als nicht umsetzbar aufgegeben.

Stattdessen wurde ab Anfang der 2010er Jahre die Umwandlung des Quartiers in ein Wohngebiet forciert. Im Jahr 2022 wurde die Sanierung und Umgestaltung des historischen Teils des ehemaligen Krankenhausareals abgeschlossen.

Über 500 Wohnungen sind im “Ludwig-Hoffmann-Quartier” entstanden

In den einstigen, heute unter Denkmalschutz stehenden Klinikgebäuden entstanden unter Federführung einer Projektentwicklungsgesellschaft um Andreas Dahlke über 500 Wohnungen, zwei Schulen, drei Kindertagesstätten, eine Sporthalle, Gewerbeflächen und Sozialeinrichtungen.

Nun entstehen nach und nach auch Neubauten auf bislang noch freien Flächen. Eines dieser Neubauprojekte trägt den Namen “MIOS” und wurde in den vergangenen Jahren vom Unternehmen Eqviva GmbH umgesetzt. Die Bauarbeiten für das Projekt begannen im Mai 2022 und wurden kürzlich fertiggestellt.

63 Wohnungen: Wohnprojekt “MIOS” wurde fertiggestellt

Insgesamt 63 Wohnungen sind in den fünf neuen Wohnhäusern entstanden. Entstanden sind Wohneinheiten mit drei bis fünf Zimmern und einer Wohnfläche mit bis zu 159 Quadratmetern. Rund drei Meter hohe Zimmer mit extragroßen Holzfenstern sollen ebenso wie hohe Türen und Dielenböden aus Eiche für ein großzügiges und lichtdurchflutetes Wohnen sorgen.

Auf dem Areal sind in den kommenden Jahren aber noch weitere Bauvorhaben geplant. Ein Objekt, welches bislang noch nicht modernisiert und umgewandelt wurde und daher vielmehr als einer von Berlins spannendsten „Lost Places“ bekannt geworden ist, ist die bis 1905 errichtete Tuberkulose-Heilstätte „Waldhaus Buch“, die seit 1992 leer steht und seitdem sukzessive verfällt.

Modernisierung des “Waldhaus Buch” ist das nächste Projekt auf dem Campus

Dieser Verfall soll nun im Rahmen eines Entwicklungsprojekts gestoppt werden. Eine Projektgesellschaft um den Investor Dirk Germandi, der schon an der Herrichtung des Haus Cumberland am Kurfürstendamm beteiligt war, möchte das einstige Sanatorium in ein Medizin- und Forschungszentrum verwandeln.

Mit dem Bezirk Pankow wurde abgestimmt, dass zur Finanzierung der denkmalgerechten Restaurierung der Ruine in der gleichen Parkanlage vier Neubauten mit rund 200 Wohnungen errichtet werden dürfen.

Auch die HOWOGE soll 130 Mietwohnungen auf dem Gelände errichten

Allerdings tritt der Privatinvestor nicht als alleiniger Entwickler des Sanatoriumsgeländes auf. Auch die landeseigene Wohngesellschaft HOWOGE hilft mit, am Nordrand der Bucher Parkanlage ein neues Viertel zu errichten.

Zusätzlich zu den rund 200 Wohneinheiten des Investors neben dem Waldhaus entstehen in Regie der HOWOGE nochmals etwa 130 Haushalte im Hinterland der Immobilie. 66 dieser Mietwohnungen sollen sozial gefördert werden.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

Das “Ludwig-Hoffmann-Quartier”, heute eine Wohnanlage, wurde auf dem Gelände eines ehemaligen Klinikareals realisiert. In direkter Nachbarschaft soll noch ein weiteres Projekt realisiert werden, rund um das “Waldhaus Buch”. / © Foto: Wikimedia Commons

Eine Projektgesellschaft um den Investor Dirk Germandi will in Kooperation mit der HOWOGE die ehemalige Tuberkulose-Heilstätte in Berlin-Buch in den kommenden Jahren zu einem Medizin- und Forschungsstandort entwickeln und ein angrenzendes, neues Wohnquartier errichten. / © Foto: Wikimedia Commons

© Open Street Map

 

Quellen: Eqviva GmbH, Neubaukompass, Bezirksamt Pankow, Architektur Urbanistik Berlin, Berliner Woche, Wikipedia, Berliner Morgenpost

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