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Nachhaltiges Bauen auf Buckower Feldern: Richtfest für Wohngebäude

Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft STADT UND LAND realisiert im Süden Neuköllns auf den “Buckower Feldern” rund 900 Mietwohnungen. Im Rahmen des Gesamtprojekts wurde nun Richtfest für das „Typenhaus Eco“ gefeiert, ein vollständig nachhaltig konzipiertes Wohngebäude.

Gäste auf dem Richtfest in Neukölln: Ingo Malter, Geschäftsführer der STADT UND LAND, Dr. Christoph Landerer, Aufsichtsratsvorsitzender der STADT UND LAND, Martin Hikel, Bezirksbürgermeister Neukölln, Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Axel Schmidt, Arnold und Gladisch (v.l.n.r.). / © Foto: STADT UND LAND, Christian Kruppa

© Fotos: STADT UND LAND
Text: Björn Leffler

 

Im Süden Berlins entsteht im Bezirk Neukölln mit dem Bauvorhaben “Buckower Felder” eines der größten Wohnungsbauvorhaben der Stadt, bei dem insgesamt rund 900 Wohnungen von der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft STADT UND LAND errichtet werden.

Die Entwicklungshoheit für das Gebiet liegt nicht beim Bezirk Neukölln, sondern bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Diese möchte auf der rund 16 Hektar großen, bislang unbebauten Fläche im Ortsteil Buckow ein “attraktives und lebendiges Stadtquartier mit großzügigen öffentlichen Freiräumen” schaffen.

“Buckower Felder”: Rund 900 Mietwohnungen baut die STADT UND LAND

Etwa die Hälfte der geplanten Wohnungen sollen öffentlich gefördert sein und für einen Mietpreis von 6,50 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. Der Bebauungsplan lässt auf der Fläche eine Wohnbebauung mit drei- bis fünfgeschossigen Wohnhäusern zu.

Auch sogenannte “Sonderwohnformen”, beispielsweise für Senioren oder Geflüchtete, sollen in dem Quartier untergebracht werden. Geplant sind Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen. Ergänzt werden sollen die Wohnhäuser durch eine bedarfsorientierte Freiflächengestaltung.

Neukölln: STADT UND LAND errichtet nachhaltiges “Typenhaus Eco”

Im Rahmen des Gesamtprojekts entwickelt die STADT UND LAND derzeit ein Pilotprojekt mit dem Namen “Typenhaus Eco”. Das Besondere an diesem Wohngebäude mit seinen 15 Wohnungen: Der vierstöckige Prototyp wird nach dem sogenannten “Cradle-to-Cradle-Prinzip” errichtet, bei dem recycelbare und ressourcenschonende Materialien verwendet werden.

Dabei kommt insbesondere der Baustoff Holz zum Einsatz. Die tragenden Außen- und Innenwände bestehen aus Holzständerwerk mit Holzunterzügen. Decken und Dach sind aus Brettsperrholz gefertigt, und die Außenwandverkleidung wird ebenfalls aus Holz bestehen.

Cradle-to-Cradle-Prinzip: Recycelbare und ressourcenschonende Materialien

Alle weiteren Innenwände werden in konventioneller Trockenbauweise erstellt, wie das Unternehmen mitteilt. Jede Wohnung verfügt über einen zentralen Wohnbereich, einen Balkon oder eine Terrasse sowie einen Abstellraum.

Erst Mitte April 2024 wurden die ersten Holzmodule geliefert. Die komplette Errichtung der Gebäudehülle wurde also innerhalb von nur acht Wochen abgeschlossen.

Konventionelle und innovative Bauprozesse werden verglichen

Ähnlich wie beim Neubauprojekt „Holz, Ziegel, Lehm“ in Alt Britz kombiniert die STADT UND LAND auch bei diesem Vorhaben Bautätigkeit mit Erkenntnisgewinn, wie es heißt. Neben dem Holzhybridhaus mit seinen 15 Wohnungen entsteht ein Zwillingsbau in Massivbauweise.

Ziel des Projektes ist es, das neuartige Typenhaus so zu gestalten, dass es Kreisläufe unterstützt, klimafreundlich ist und Ressourcen schützt. Sowohl das Projekt „Holz-Ziegel, Lehm“ in Alt Britz als auch die beiden „Typenhaus-Zwillinge“ auf den Buckower Feldern werden in den ersten beiden Betriebsjahren von Hochschulen begleitet und überwacht, um Erkenntnisse zu gewinnen.

Die Vergleichbarkeit mit anderen Bauprojekten, die in konventioneller Bauweise entstanden sind, soll demzufolge wertvolle Einsichten für zukünftige Vorhaben im Hinblick auf Klimaschutz, Ressourcenschonung und nachhaltige Planung ermöglichen.

Buckower Felder: Gesamtes Quartier mit nachhaltigem Ansatz

Im gesamten Quartier wird laut STADT UND LAND auf Nachhaltigkeit gesetzt: Begrünte Dächer und nachhaltig gestaltete Rigolen-Systeme für intelligentes Regenwassermanagement sollen für ein gesundes Mikroklima sorgen.

In Zusammenarbeit mit den Berliner Stadtwerken wurde ein Wärmenetzsystem der vierten Generation konzipiert, das mit niedrigeren Temperaturen als herkömmliche Netze arbeitet. Zudem wird das Quartier durch zwei Quartiersgaragen weitgehend autofrei gestaltet.

Senatorin Ute Bonde lobt das Projekt als “besonders wegweisend”

Für die Typenhaus-Bauten kooperiert das Wohnungsunternehmen mit der mib – Märkische Ingenieur Bau GmbH und Arnold und Gladisch Objektplanung Generalplanung GmbH. Das Projekt wird zudem von der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz gefördert.

Die neue Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) zeigte sich entsprechend beeindruckt: “Ich freue mich, meine Amtszeit mit einem so tollen Projekt zu beginnen. Als Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt unterstützen wir die STADT UND LAND bei der Umsetzung dieses Bauprojektes, das im Hinblick auf Kreislaufwirtschaft, Klimaschutz und Ressourcenschonung besonders wegweisend ist. Unser Ziel ist es, Berlin gesünder, mobiler, sicherer und umweltfreundlicher zu machen.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

© Foto: STADT UND LAND

© Open Street Map

Quellen: bollinger fehling architekten, Berliner Woche, Planungsbüro Drobka, UCK Rot Buckow eG, STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH, mib -Märkische Ingenieur Bau GmbH, Arnold und Gladisch Objektplanung Generalplanung GmbH, DeO Deimel Oelschläger Architekten GmbH

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