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Siemensstadt Square: Wo künftig 35.000 Menschen leben und arbeiten

Rund 750 Millionen Euro investiert die SIEMENS AG in das Projekt “Siemensstadt Square” in Berlin-Spandau. Auf einer Fläche von 76 Hektar und einer Geschossfläche von über einer Million Quadratmetern sollen zukünftig rund 35.000 Menschen leben und arbeiten. Das ambitionierte Projekt soll damit als Vorbild für erfolgreiche Stadtentwicklung und Industrietransformation weltweit dienen.

Zur feierlichen Grundsteinlegung für das Projekt “Siemensstadt Square” hatte sich hoher Besuch angekündigt. Neben Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner war auch Bundeskanzler Olaf Scholz zu Gast. / © Foto: SIEMENS AG

© Visualisierungen & Fotos: SIEMENS AG
Text: Björn Leffler

 

In Anwesenheit von Bundeskanzler Olaf Scholz und Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner feierte die SIEMENS AG am 25. Juni in Berlin-Siemensstadt die Grundsteinlegung für eines der “größten europäischen Stadtentwicklungsprojekte“, wie es der Konzern selbst nennt: “Siemensstadt Square”.

Auf einer Fläche von 76 Hektar und einer Geschossfläche von über einer Million Quadratmetern sollen zukünftig rund 35.000 Menschen leben und arbeiten. Das Projekt soll damit als Vorbild für erfolgreiche Stadtentwicklung und Industrietransformation weltweit dienen.

Zukunftsfähiger Stadtteil auf einem über 100 Jahre alten Industrieareal

Digitale Technologien sollen den Stadtteil zukunftsfähig und lebenswert machen. Gemeinsam mit zahlreichen Projektpartnern soll auf dem über 100 Jahre alten Industrieareal in Spandau ein Zukunftsort entstehen, der Produktion, Forschung, Lernen, Wohnen und Leben vereint.

Insgesamt sollen bei dem Großprojekt 270.000 Quadratmeter Wohnraum für bis zu 7.000 Menschen geschaffen werden, davon 30 Prozent als sozialer Wohnungsbau. Zusätzlich entstehen bis zu 20.000 Arbeitsplätze durch zahlreiche Firmen und Partner, wie SIEMENS mitteilt.

In “Siemensstadt Square” soll Wohnraum für 7.000 Menschen entstehen

Das Unternehmen investiert insgesamt 750 Millionen Euro in das Vorhaben – die größte Einzelinvestition in Berlin – und bekräftigt damit nach eigener Aussage das Engagement für den Industriestandort Deutschland. Das Gesamtprojektvolumen wird sich bis 2035 auf bis zu 4,5 Milliarden Euro belaufen.

Diese Grundsteinlegung macht Mut. Denn sie zeigt, was wir in Deutschland schon heute schaffen können – in der Stadtplanung und beim Bau von modernen Quartieren. Die Siemensstadt bleibt auch in Zukunft, was sie seit 125 Jahren ist – ein Ort des Aufbruchs, ein Ort der Zukunft und der Zuversicht!“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz.

“Ein Ort, der die Zukunft der Berlinerinnen und Berliner prägen wird”

Vor 30 Jahren habe ich in Siemensstadt meine Ausbildung und meine Karriere begonnen. Heute darf ich hier als Vorstandsmitglied zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen den Grundstein für einen Kiez der Zukunft legen. Das ist für mich als Berliner ein besonderer Tag. Nach über 100 Jahren als geschlossenes Produktionsareal wird Siemensstadt Square ein Ort der Begegnung. Ein Ort, der inklusives und klimagerechtes Zusammenleben ermöglicht und der die Zukunft der Berlinerinnen und Berliner maßgeblich prägen wird“,  sagte Cedrik Neike, Mitglied des Vorstands der SIEMENS AG.

Das Energiekonzept des Projekts soll zeigen, wie Städte ihre CO2-Emissionen reduzieren können. Gemeinsam mit den Berliner Wasserbetrieben und einem Energieversorger soll der größte Abwasserwärmetauscher Europas installiert werden.

Ein modernes und nachhaltiges Energiekonzept für das riesige Quartier

Aktuell emittiert das Viertel rund 3.000 Tonnen CO2 jährlich, was dem Verbrauch von etwa 2.100 Autos mit Verbrennungsmotor entspricht. Ab 2026 soll die Anlage das Quartier in Kombination mit Wärmepumpen zu 100 Prozent CO2-neutral mit Wärme und Kälte versorgen.

Der benötigte Strom wird, so kündigt es zumindest der Konzern an, vollständig aus erneuerbaren und lokalen Energien stammen – trotz höherer Bewohnerzahl und gesteigerter Produktivität.

Bauphase für Modul 1 beginnt im Juli 2024 und läuft bis Mitte 2027

Mit der Grundsteinlegung beginnt die Bauphase für Modul 1 des Projekts. Ab Juli dieses Jahres können Besucher und Partner das neue Quartier “Siemensstadt Square” in einem Showroom im historischen Verwaltungsgebäude erleben, der vom Bundeskanzler eröffnet wurde.

Im Herbst 2026 sollen schließlich die ersten zwei Gebäude fertiggestellt werden: Ein Atriumgebäude als “Siemens Hub Berlin” und ein Info-Pavillon, der die Nachbarschaft über den Projektfortschritt informiert.

Zudem entsteht ein 60 Meter hohes Hochhaus, das unter anderem einen Teil des Teams von “Siemens Mobility” beherbergen wird, sowie ein neu gestalteter Eingangsplatz. Dieser soll bis Mitte 2027 fertiggestellt werden.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

© Foto: SIEMENS AG

© Open Street Map

Quellen: Siemens AG, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Greenbox Landschaftsarchitekten Schäfer + Pieper, B.Z.,   Berlin Bauboom, Berliner Wasserbetriebe

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2 Kommentare

  1. Philipp Juni 27, 2024

    Ist schon witzig – in Berlin werden ganze Stadtteile gebaut (Ist ja nicht nur Siemensstadt, sondern auch die Wasserstadt Spandau, Lichterfelde Süd und und und); und trotzem stagniert die Einwohnerzahl laut Zensus seit 1993 mit +/- 100.000 Einwohner.

    Berlin 1993: 3.475.392
    Berlin 2022: 3.596.999 (laut Zensus)

    Wie viel neue Wohnungen wurden eigentlich seit 1993 in Berlin gebaut? Wie viele Menschen sind allein durch den Ukraine Krieg nach Berlin geflohen?

    Entweder muss die damalige erhobene Einwohnerzahl 1993 völlig daneben gewesen sein, oder der Zensus ist wertlos.

    • Marcel S. Juni 28, 2024

      Der Zensus scheint eher wertlos oder veraltet zu sein, laut Statista hatte 2023 Berlin 3,78 mio Einwohner. Also knapp 300000 Einwohner mehr als 1993. Dazu gibt es dann auch noch eine Dunkelziffer von Leuten die hier zwar leben aber nicht gemeldet sind. Dann gibt es auch viele Zweitwohnungen, Es gibt viele Wohnungen die noch bis in 2010er Jahren zu Büros umgenutzt wurden, es gibt auch viele Wohnungen die über Airbnb als Ferienwohnung vermietet werden. Das alles trägt auch dazu bei dass es zu wenige Wohnungen gibt. Und dann sind die meisten der neuen großen Siedlungen erst in den nächsten Jahren im entstehen. Die Wasserstadt Spandau zB ist ja noch nicht mal ansatzweise fertig, 2027 sollen erst 9000 von 13000 Wohnungen in der Wasserstadt fertig sein. Und Lichterfelde Süd hat ja noch nichtmal angefangen und wird frühestens in 5-10 Jahren fertig. Siemensstadt wird auch nicht vor 2035 fertig und sie fangen jetzt erst mit den Bürogebäuden an.

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