Eigentlich hätte das neue Gästehaus der Universität Hamburg bereits 2019 eröffnen sollen. Sechs Jahre später scheint der Bau nun endlich kurz vor dem Abschluss zu stehen. 63 Wohnungen für den wissenschaftlichen Austausch sollen hier entstehen.

Das neue Gästehaus der Universität Hamburg bietet Apartments für internationale Promovierende, Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler oder Neuberufene aus dem Ausland. Nach knapp sechs Jahren Verzögerung soll der Bau 2025 abgeschlossen werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Nahe der Zentralbibliothek, nur wenige Meter vom Museum am Rothenbaum (MARKK) entfernt, entsteht ein neues Gästehaus der Universität Hamburg. Künftig finden sich in dem Neubau in der Feldbrunnenstraße 73 insgesamt 63 Wohnungen mit ein bis drei Zimmern. Die Entwürfe stammen von dem Schweizer Architekturbüro Buchner Bründler Architekten AG aus Basel.
Vielfältige Begegnungsräume sollen auf einer Bruttogeschossfläche von 3.652 Quadratmetern den wissenschaftlichen Austausch der internationalen Gäste fördern. Laut Prof. Dr. Hauke Heekeren, Präsident der Universität Hamburg, sei der Bedarf an befristeten Wohnmöglichkeiten für internationale Gäste in den vergangenen Jahren in Hamburg weiter gestiegen.
25 Meter hoher Neubau der Universität Hamburg: 63 Wohnungen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
Das achtstöckige Gebäude fügt sich in seine Umgebung ein, indem es in seiner gestaffelten Höhenentwicklung die Trauflinien der benachbarten Gebäude aufgreift. Laut der Universität Hamburg nehme die Architektur des 25 Meter hohen Neubaus Bezug auf die Gründerzeitvillen der Umgebung und das markante MARKK, was sich unter anderem in der Backsteinfassade aus rotem Klinker widerspiegeln soll.
Nach Angaben von Alexander Lemonakis, Pressesprecher der Universität Hamburg, sind in dem Gebäude insgesamt 63 Apartments vorgesehen. Davon entfallen 59 auf 1- bis 2-Zimmer-Apartments mit einer Größe zwischen 31 und 44 Quadratmetern sowie vier auf 3-Zimmer-Apartments mit jeweils 65 Quadratmetern. Zudem soll jedes Apartment über eine kleine Pantry und ein Duschbad verfügen.
Zwischen Gemeinschaft und Privatsphäre: Das Wohnkonzept des neuen Gästehauses an der Feldbrunnenstraße
Die neuen Wohnungen sind etagenweise um die zentrale Eingangshalle angeordnet und werden ab dem zweiten Obergeschoss jeweils um einen Gemeinschaftsraum ergänzt. Ein besonderes Merkmal des Gebäudes ist, dass jede Wohneinheit entweder über eine Loggia oder eine Terrasse verfügt. Der barrierefreie Zugang führt im Erdgeschoss in eine großzügige Eingangshalle, in der ein Concierge die Gäste empfängt.
Das neue Gästehaus ergänzt das bestehende, 1963 eröffnete Gästehaus der Universität in der Rothenbaumchaussee. Die dortigen 39 Apartments, fünf Zweizimmerwohnungen und vier Studios werden weiterhin von der „Stiftung Weltweite Wissenschaft“ betrieben.
Neues Gästehaus in Rothenbaum: Finanzielle Anpassungen wegen „enormer Preissteigerungen“
Wie das Hamburger Abendblatt berichtete, waren die Pläne für den Neubau bereits 2016 vorgestellt worden. 13 Millionen Euro sollte das Vorhaben kosten, hieß es damals. Die Eröffnung war zunächst für 2019 geplant. Zur Grundsteinlegung im August 2022 teilte die Universität mit, dass sich die Kosten für das Bauprojekt auf insgesamt 17 Millionen Euro belaufen würden.
Im November 2021 erklärte die Wissenschaftsbehörde dann auf eine weitere SPD-Anfrage, mit zusätzlichen Kosten von etwa zwei Millionen Euro für das neue Gästehaus zu rechnen. Grund seien „enorme Preissteigerungen“ im Baugewerbe gewesen. Auf Nachfrage von ENTWICKLUNGSSTADT bestätigt Lemonakis, dass zwischen ursprünglichem Planungsansatz und Fertigstellung finanzielle Anpassungen vorgenommen wurden.
Trotz Starkregen und beschädigter Bausubstanz: Eröffnung im Herbst 2025 vorgesehen
Ein Wassereinbruch infolge eines Starkregenereignisses hat den Bauablauf weiter verzögert, wie die Universität Hamburg mitteilt. Besonders betroffen waren die Trockenbauwände in den Gebäudeschächten – sie wurden so stark beschädigt, dass ein kompletter Austausch notwendig war.
Trotz dieser Rückschläge rechnet die Universität nun mit einer Fertigstellung des Bauprojekts im letzten Quartal 2025. Während der Innenausbau die Endoberflächen sowie die Ausstattung der Bäder und Wohnungen umfassen, sei die Fassade bereits weitgehend hergerichtet. Noch ausstehend sind die Endmontage der Absturzsicherungen und die Verkleidung der Loggien. Auch der Innenausbau mit Maler-, Fliesen-, Bodenbelags- und Tischlerarbeiten sowie der abschließenden Sanitärmontage ist für August geplant. Im Sommer beginnen dann die Arbeiten an den Außenanlagen, deren Abschluss bis Ende des Jahres geplant sei.

Noch immer ist hier eine Baustelle. Die Eröffnung des neuen Gästehauses war eigentlich für 2019 angedacht. / © Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: Hamburger Abendblatt, Universität Hamburg