In Berlin-Wedding entsteht mit dem Kornelius Forum ein neuer Verwaltungsstandort der Evangelischen Kirche. Der Neubau kombiniert Büros, Wohnungen und ein Café – und will mit einem innovativen Energiekonzept neue Maßstäbe in Sachen Klimagerechtigkeit setzen. Denn der Neubau wird ohne klassische Heiz- oder Kühltechnik errichtet.

Am nördlichen Rand des Schillerparks entsteht ein Neubau des Kirchlichen Verwaltungsamts. Auf dem Grundstück der Korneliuskirche sind Büroräume, ein Café, Seminarräume sowie Wohnungen im obersten Geschoss geplant. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Der Evangelische Kirchenkreisverband Berlin Mitte-Nord lässt in Berlin-Wedding einen Verwaltungsneubau errichten. Das neue Gebäude entsteht am Standort der Kornelius-Kirchengemeinde und ersetzt das bisherige Gemeindehaus, das nicht mehr dem baulichen Standard entsprach. Der Neubau soll Verwaltungsbüros, Wohnungen sowie ein Café vereinen. Das Kirchengebäude selbst und die angrenzende Kita bleiben erhalten.
Während das Kornelius Forum gebaut wird, nutzt die Kita eine Ausweichfläche für den Außenbereich. Nach Fertigstellung soll die Einrichtung eine größere Spielfläche erhalten. Die bislang provisorisch genutzte Fläche wird danach als Kirchgarten für die Gemeinde umgestaltet.
Verwaltungszentrum mit öffentlicher Nutzung aufgrund sinkender Kirchensteuereinnahmen
Mit dem Kornelius Forum entsteht ein Ort, der verschiedene Nutzungen verbindet: Verwaltung, Gemeindeleben, Bildung und Gastronomie. Der Kirchenkreisverband will damit auch auf die gestiegenen Mietkosten in den bisherigen Verwaltungsräumen reagieren. Diese seien perspektivisch nicht mehr tragbar gewesen, insbesondere angesichts sinkender Kirchensteuereinnahmen.
Zugleich soll der Neubau zur städtebaulichen Aufwertung des Standorts beitragen. Durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Funktionen auf einem Grundstück entsteht ein offenes, quartiersbezogenes Zentrum. Die Trägerschaft liegt bei einer kirchlichen Institution, die auch soziale und ökologische Anforderungen in den Planungsprozess einbezieht.
Ressourcenschonendes Baukonzept ohne klassische Heiz- und Kühltechnik geplant
Das Gebäude wird nach dem sogenannten »2226«-Konzept realisiert. Dieses basiert auf der Idee, durch bauliche Maßnahmen einen möglichst konstanten Temperaturbereich zwischen 22 und 26 Grad Celsius zu schaffen – ohne klassische Heiz- oder Kühltechnik. Massive Außenwände, eine präzise Fensteranordnung sowie ein digitales Steuerungssystem sollen dazu beitragen.
Das Architekturbüro Baumschlager Eberle Architekten verantwortet die Planung. Der Ansatz gilt als Alternative zu technisch aufwändigen Systemen und soll langfristig Energieeinsparungen ermöglichen. Ob das Konzept auch im laufenden Betrieb den Erwartungen entspricht, wird sich nach dem Einzug zeigen.
Begrünung und Regenwassernutzung vorgesehen — neue Form kirchlicher Infrastruktur
Auch der Außenbereich soll klimafreundlich gestaltet werden. Vorgesehen sind heimische Pflanzen, durchlässige Wegedecken sowie ein Regenwassermanagement über Mulden und Rigolen. Ein spezielles Beleuchtungskonzept soll die Lichtverschmutzung verringern.
Damit verfolgt der Träger das Ziel, über das Gebäude hinaus einen Beitrag zum klimaangepassten Bauen zu leisten. Das Kornelius Forum entsteht damit nicht nur als funktionaler Ort, sondern auch als Pilotprojekt für neue Formen kirchlicher Infrastruktur.
Quellen: Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Baumschlager Eberle Architekten, Kirchliches Verwaltungsamt Berlin Mitte-Nord