An der Mollstraße 4 in Berlin-Mitte sind die Abrissarbeiten fast abgeschlossen. Das frühere Apartmenthaus, das zuletzt leer stand, ist weitgehend verschwunden. Bald bleibt nur noch eine freie Fläche – bis dann der Bau eines neuen Bürogebäudes beginnt.

Vom ehemaligen neungeschossigen Apartmenthaus an der Ecke Mollstraße/Otto-Braun-Straße bleibt bald nur noch Schutt übrig. Um die Staubentwicklung zu verringern, wird auf den herabfallenden Trümmern Wasser verteilt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

 

An der Ecke Mollstraße/Otto-Braun-Straße sind die Abrissarbeiten nahezu beendet. Wo einst ein neun­geschossiges Apartmenthaus mit über 200 Einzimmerwohnungen stand, bleibt nur noch Schutt zurück. Bagger tragen die letzten Betonreste ab, während Wasser auf den herabfallenden Trümmern verteilt wird, um die Staubentwicklung zu verringern.

Das DDR-Gebäude, das in den 1970er-Jahren errichtet wurde, hatte ursprünglich als Wohnhaus für Arbeiter gedient, bis es anschließend von der Mercure-Hotelgruppe genutzt wurde. Nach der Schließung des Hotels im Jahr 2019 stand das Gebäude jedoch leer. In den vergangenen Jahren verschlechterte sich der Zustand zusehends. Nun ist die Struktur weitgehend abgetragen, und die Baustelle nähert sich dem Abschluss der Rückbauphase.

Neubaupläne für die Mollstraße in Berlin-Mitte: Büros statt Wohnraum

Der Abriss macht Platz für ein neues Bürogebäude mit Café. Die WBRE Waterbound Real Estate, die das Grundstück besitzt, plant die Umsetzung eines zehngeschossiges Bürohauses mit begrünten Fassaden und einer Holz-Hybrid-Konstruktion. Entworfen wird der Neubau von Hupe Flatau Architekten. Wann die Bauarbeiten beginnen, ist allerdings noch nicht bekannt.

Die Entscheidung, auf dem Grundstück Büroräume statt Wohnungen zu errichten, wurde in den vergangenen Monaten kontrovers diskutiert. Der Bezirk Mitte hatte sich für eine Sanierung des Bestandsgebäudes ausgesprochen, um dringend benötigten Wohnraum zu erhalten. Auch die Einbindung in das benachbarte Stadtquartier am Haus der Statistik wurde vorgeschlagen. Diese Pläne fanden jedoch beim privaten Eigentümer keine Unterstützung.

Wandel im Gebiet um den Alexanderplatz: Stadtbild verändert sich weiter

Mit dem Abriss an der Mollstraße setzt sich der Wandel im Gebiet rund um den Alexanderplatz fort. Bereits in den frühen 2000er-Jahren wurde das gegenüberliegende Mehlschwalbenhaus abgerissen und durch ein Büro- und Gewerbegebäude ersetzt. Kritikerinnen und Kritiker bemängeln, dass anstelle einer behutsamen Weiterentwicklung bestehender Strukturen häufig komplette Neubauten entstehen, die sich wirtschaftlich eher an Büroflächen als an Wohnraum orientieren.

Andere erkennen im Neubau die Chance, zu einer zukunftsfähigen Entwicklung des Viertels beizutragen. Wie sich das neue Bürogebäude in das Umfeld der Mollstraße letztlich einfügen wird, bleibt abzuwarten. Klar ist bereits jetzt, dass es sich mit der Holz-Hybrid-Bauweise optisch von der bisherigen Betonarchitektur abheben wird.

Die Abrissarbeiten sind bereits weit fortgeschritten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Quellen: Der Tagesspiegel, Mercure-Hotelgruppe, Architektur Urbanistik Berlin, BZ