Am Columbiadamm in Berlin-Kreuzberg feierte das Gewerbebauprojekt „Col23 Workspace“ Richtfest. Mit dem Umbau einer alten Werkhalle entsteht hier ein zukunftsorientierter Gewerbestandort – geprägt von nachhaltiger Architektur, zirkulärem Bauen und dem bewussten Umgang mit Bestandsstrukturen.

Das Gebäude entstand in Holzhybridbauweise und erhielt eine Fassade aus Holzschindeln. Das Dach der ehemaligen Werkshalle blieb erhalten, da der Erhalt der bestehenden Struktur zentraler Bestandteil des Baukonzepts ist. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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© Visualisierung Titelbild: UTB Projektmanagement GmbH

Am 3. April 2025 wurde am Columbiadamm 23 das Richtfest für das Gewerbeprojekt „Col23 Workspace“ gefeiert. Die Projektentwicklerin UTB Projektmanagement GmbH lud dazu Bauverantwortliche und Planerinnen, künftige Mieterinnen und Mieter und Vertreterinnern und Vertreter des Bezirks ein. Im Fokus stand die Würdigung aller Beteiligten – insbesondere der Bauausführenden, die den Umbau der ehemaligen Werkhalle in die Realität überführen.

Der Standort im Bergmannkiez bietet nicht nur eine gute Anbindung an den ÖPNV, sondern auch Nähe zum Tempelhofer Feld. Der Bezug des Gebäudes ist für das dritte Quartal 2025 vorgesehen. Die UTB will mit dem Projekt neue Maßstäbe für nachhaltige Bürogebäude in Berlin setzen.

Umbau statt Abriss: Erhalt der ehemaligen Werkhalle auf 1.991 Quadratmeter Fläche

Bereits 2012 entstand auf dem Grundstück ein nachhaltiger Firmensitz für eine Tischlerei. Dieses Gebäude bildet die Grundlage für den aktuellen Umbau. Die Planerinnen und Planer von GRAFT Architekten setzen auf Erhalt statt Abriss und kombinieren historische Strukturen mit moderner Holzarchitektur. Ein Teil der Fassade wurde mit Holzschindeln verkleidet, das markante Dach mit Fischbauchträgern bleibt erhalten.

Neben einem Grußwort von Bezirksstadtrat Oliver Schworck (SPD) stellten die beteiligten Architekten und Baufirmen die planerischen und baulichen Herausforderungen des Projekts vor. Den traditionellen Abschluss bildeten der Richtspruch des Zimmermanns und das Hissen des Richtkranzes.

Holzhybrid, Solarstrom und Grünflächen: „Col23“ in Kreuzberg als Modellprojekt

Das Gebäude wurde in Holzhybridbauweise errichtet. Es setzt auf ein umfassendes Energiekonzept. Die bestehende Holzpelletheizung bleibt erhalten. Zusätzlich kommt eine Photovoltaikanlage auf das Dach. Auch die Außenflächen wurden entsiegelt und begrünt. Überdachte Fahrradstellplätze mit Stromanschluss ergänzen das Konzept.

So erfüllt „Col23“ ökologische Standards und bietet zugleich flexible Arbeitsräume. Eine der drei Gewerbeeinheiten nutzt UTB künftig selbst, während eine weitere Einheit mit rund 1.991 Quadratmetern zur Vermietung stehen wird.

Vom Rohbau zum Raumkonzept: Innenausbau startet nun am „Col23“ in Kreuzberg

Die Bauausführung übernahm die Firma Dreßler Bau. Die Zusammenarbeit mit UTB begann bereits 2023, und im Frühjahr 2024 wurde der Bauvertrag geschlossen. Im Bestand traten verschiedene technische Herausforderungen auf – etwa beim Brandschutz oder durch Abweichungen zwischen Planung und Ausführung. Dennoch steht inzwischen die Gesamtkonstruktion, und auch das Dach ist aufgesetzt. Nun beginnt die nächste Phase: der Innenausbau.

Dabei entstehen großzügige Räume mit flexiblen Nutzungsmöglichkeiten. Große Fensterfronten lassen viel Tageslicht hinein, während ein offenes Foyer für eine einladende Atmosphäre sorgt. Zur Ausstattung gehören unter anderem Glasfaseranschluss, öffenbare Fenster, Sonnenschutz und barrierefreie Sanitäranlagen. So erfüllt das Gebäude die Anforderungen an zeitgemäßes Arbeiten.

Beim Richtfest vor Ort waren unter anderem der Bauherr Thomas Bestgen (UTB), Vertreter der Architekten GRAFT, der Bauleiter von Dreßler Bau sowie Bezirksstadtrat Oliver Schworck. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Zum feierlichen Abschluss des Richtfestes wurde der Richtkranz erhoben. Im 3. Quartal 2025 soll der „Col23 Workspace“ bezugsfertig sein. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Quellen: UTB Projektmanagement GmbH