Die Bezirksverordnetenversammlung von Pankow hat nun die Weichen gestellt: Der legendäre Knaack-Klub kehrt zurück nach Prenzlauer Berg. Ab 2028 sollen am Mauerpark wieder Konzerte und Partys stattfinden.

Bereits 2010 musste der ursprüngliche Knaack-Klub an der Greifswalder Straße schließen. Für den Neubau am Mauerpark fand sich nun rasch eine Einigung – allerdings werden die Parkplätze an der heutigen Wendeschleife ersatzlos wegfallen. / © Foto: Wikimedia Commons, opyh, CC BY 2.0
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Nach über zehn Jahren ohne Heimat steht nun fest: Der traditionsreiche Knaack-Klub zieht zurück nach Prenzlauer Berg. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Pankow traf kürzlich die finale Entscheidung zum Neubau. Das zukünftige Gebäude entsteht direkt am Mauerpark, an der Ecke Eberswalder Straße und Bernauer Straße. Geplant ist eine Eröffnung im Jahr 2028.
Bereits 1952 öffnete der ursprüngliche Knaack-Klub seine Türen in der Greifswalder Straße. Damals diente er vor allem Jugendlichen als Treffpunkt und etablierte sich später zu einem wichtigen Ort der Berliner Musikszene. Bands wie Die Toten Hosen oder Die Ärzte traten dort auf. Wegen Lärmbeschwerden schloss der Klub allerdings 2010 seine Türen – zum großen Bedauern der Fans.
Konzerte, Partys, Lesungen und Ausstellungen — Knaack-Klub als lebendiger Treffpunkt
Der Neubau des Knaack-Klubs gehört zu einem umfassenden kulturellen Entwicklungskonzept für das Gebiet am Mauerpark. Das Gebäude soll über mehrere Etagen verfügen und Platz für rund 1.000 Gäste bieten. Neben Konzerten und Partys sind weitere kulturelle Veranstaltungen vorgesehen, darunter auch Lesungen und Ausstellungen.
Der Bezirk Pankow betrachtet den Neubau als wichtigen Beitrag zur kulturellen und sozialen Vielfalt im Viertel. Man wolle die Bedeutung des Mauerparks weiter stärken und auch zukünftig das Image von Prenzlauer Berg als attraktiver Kulturstandort festigen, erklärte die BVV bereits im vergangenen Jahr gegenüber dem Tagesspiegel.
Umsetzung bis 2028 geplant: Frühzeitige Beteiligung der Anwohnenden vorgesehen
Bis zur geplanten Eröffnung 2028 gilt es, noch einige Herausforderungen zu meistern. Dazu gehören etwa die Klärung bauplanerischer Details und die Abstimmung mit Anwohnerinnen und Anwohnern, um mögliche Konflikte frühzeitig auszuräumen. Laut dem Bezirk sollen die Planungen transparent verlaufen und Interessen der Nachbarschaft berücksichtigt werden, berichtet die Berliner Morgenpost.
Gleichzeitig hatte Hauptgesellschafter Udo Petter im vergangenen Jahr gegenüber dem Tagesspiegel die wirtschaftlichen Chancen betont, die sich durch den Klub ergeben. Der neue Standort am Mauerpark sei gut gewählt und könnte das Gebiet noch attraktiver für Besucher machen. Damit knüpfe man bewusst an die lange Tradition des Knaack-Klubs an, der schon immer für kulturelle Vielfalt und musikalische Qualität gestanden habe.
Schwierige Verhandlungen mit der BVG verzögerten Planungen um den Bau
Bereits im Jahr 2016 hatte sich der Bezirk Pankow grundsätzlich entschieden, einen Neubau am Rand des Mauerparks zu errichten. Die Planung verlief jedoch nicht immer reibungslos. Lange Zeit verzögerten Streitigkeiten mit der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) das Projekt. Ursprünglich war vorgesehen, dass die BVG das Grundstück bereitstellt und im Gegenzug Räumlichkeiten im Neubau erhält. Über die genaue Ausgestaltung konnten sich beide Seiten jedoch lange nicht einigen, berichtete der Tagesspiegel.
Nach intensiven Verhandlungen einigten sich BVG und Bezirk schließlich auf ein gemeinsames Vorgehen. Ein finaler Vertrag musste mehrfach nachverhandelt werden, wodurch sich der Baubeginn erheblich verschob. Mit dem nun erfolgten Beschluss der BVV scheint der Konflikt endgültig beigelegt. Die Vorbereitungen für den Neubau können damit konkret starten.
Quellen: Berliner Morgenpost, Tagesspiegel