Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE realisiert in Berlin-Lichtenberg ein klimafreundliches Wohnprojekt mit 155 neuen Mietwohnungen. Das sogenannte „Nur-Strom-Quartier“ setzt auf erneuerbare Energien und klimaangepasste Freiflächen. Ein Überblick über den aktuellen Stand des Quartiers.

Die Neubauten in Typenbauweise nehmen Gestalt an, die meisten Fenster sind bereits eingesetzt und die Fassaden einheitlich gestaltet. Der Innenausbau soll bis Herbst diesen Jahres abgeschlossen sein. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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In Berlin-Lichtenberg entstehen bis Ende 2025 insgesamt 155 neue Mietwohnungen der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE. Das Bauvorhaben befindet sich südlich der Lückstraße 33-37 und grenzt direkt an Friedrichsfelde-Süd. Das Grundstück wurde vom Land Berlin bereitgestellt und war zuvor nahezu vollständig versiegelt.
Das Wohnprojekt wird als sogenanntes „Nur-Strom-Quartier“ realisiert. Die Gebäude kommen ohne fossile Energieträger aus und setzen stattdessen auf erneuerbare Energiequellen. Eine Kombination aus Photovoltaikanlagen und Luft-Wärmepumpen soll die Energieversorgung sicherstellen.
Rund 90 Prozent der Wohnungen sind barrierefrei zugängig und erstrecken sich auf vier bis sechs Geschossen
Die Neubauten werden in Typenbauweise errichtet, dennoch sollen sie sich harmonisch in das Stadtbild einfügen. Entlang der belebten Lückstraße wird der historische Blockrand aufgegriffen. Dahinter entstehen sechs Gartenhäuser, die sich durch ihre vor- und zurückspringende Anordnung in das langgezogene Grundstück einfügen.
Jede Wohneinheit verfügt über einen Balkon oder eine Terrasse. Die Hälfte der Wohnungen wird als geförderter Wohnraum zu Einstiegsmieten angeboten. Rund 90 Prozent der Wohnungen sind barrierefrei zugänglich. Im Erdgeschoss werden Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und Kinderwagen bereitgestellt.
Grünzug und Solarstrom: Quartier setzt auf Nachhaltigkeit als Leitprinzip
Ein zentrales Element des Projekts ist die ökologische Gestaltung der Außenanlagen. Entlang der Gebäude entstehen Gartenflächen, die als Grünzug fungieren. Die klimaangepasste Bepflanzung soll die Versickerung von Regenwasser ermöglichen und das Mikroklima verbessern.
Die Energieversorgung basiert auf Photovoltaikanlagen, die einen Großteil des benötigten Stroms direkt vor Ort erzeugen. Ergänzend wird Ökostrom aus dem öffentlichen Netz bezogen. Das gesamte Quartier entspricht dem Effizienzhaus-55-Standard, was den Energieverbrauch reduziert und die Nachhaltigkeit des Projekts unterstützt.
Mobilitätskonzept setzt den Fokus auf ÖPNV und Fahrradstellplätze
Die Mobilitätsinfrastruktur setzt auf nachhaltige Alternativen. Während nur sechs Pkw-Stellplätze geplant sind, entstehen rund 300 Fahrradstellplätze. Eine Tiefgarage ist nicht vorgesehen. Ergänzend sind Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss vorgesehen, die das Quartier zusätzlich beleben sollen.
Die HOWOGE setzt das „Nur-Strom-Quartier“ Konzept auch an anderen Standorten um, darunter das Quartier am Spandauer Havelufer mit 230 Wohnungen. Das Projekt in der Lückstraße reiht sich in die Bemühungen ein, klimafreundlichen Wohnraum in Berlin zu schaffen und neue Standards für nachhaltiges Bauen zu setzen. Zudem realisiert die WBM in Lichtenberg ein Wohnungsbauprojekt mit 441 neuen Wohnungen, die im kommenden Jahr bezugsfertig sein sollen.

Das Ensemble aus sieben gestaffelten Stadthäusern mit vier bis sechs Geschossen vereint eine Typenbauweise mit zurückhaltender Architektur. Putzfassaden in zarten Grün- und Rosétönen prägen das Erscheinungsbild. / © Foto ENTWICKLUNGSSTADT
Rat
Quellen: Howoge, Berliner Woche, Bezirksamt Spandau