In Berlin-Spandau hat die landeseigene Berliner Immobilienmanagement GmbH ein Markterkundungsverfahren für das Grundstück „Weiter Blick“ gestartet. Gesucht werden Ideen für ein neues Quartier – im Fokus stehen nachhaltige Wohnkonzepte, soziale Vielfalt und denkmalverträgliche Planung.

Die Liegenschaft „Weiter Blick“ liegt in direkter Nähe zu einem Baudenkmal sowie zu Natur- und Landschaftsschutzgebieten. Künftige Planungen müssen denkmalverträglich und unter besonderer Berücksichtigung ökologischer Belange erfolgen. / © Foto: Wikimedia Commons, Polimorph, CC BY-SA 4.0

© Foto: Wikimedia Commons, Polimorph, CC BY-SA 4.0
© Foto Titelbild: Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM)

Die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) hat Anfang April das Markterkundungsverfahren „Weiter Blick“ gestartet. Das rund 27.400 Quadratmeter große Grundstück liegt im Ortsteil Gatow, zwischen Am Windmühlenberg und Buchwaldzeile. Ziel des Verfahrens ist es, erste Ideen zur Nutzung des Areals zu sammeln und die Marktgängigkeit für ein späteres Konzeptverfahren zu prüfen.

Die BIM lädt interessierte Akteure aus Immobilienwirtschaft, Architektur und Planung zur Teilnahme an einer digitalen Umfrage ein. Gefragt sind Einschätzungen zur Realisierbarkeit und Attraktivität möglicher Wohn- und Nutzungskonzepte. Die Ergebnisse fließen in die Vorbereitung eines Erbbaurechtsverfahrens mit einer Laufzeit von 99 Jahren ein.

Unerschlossene Fläche in Gatow bietet Potenzial für zukunftsfähige Wohn- und Mobilitätskonzepte

Das Areal gilt als derzeit unerschlossen. Neben dem Straßenausbau sind Maßnahmen zur Erschließung mit Wasser, Strom, Energie und Telekommunikation erforderlich. Da sich in unmittelbarer Nähe das denkmalgeschützte Landarbeiterwohnhaus Buchwaldzeile 54/56 befindet, ist eine denkmalverträgliche Planung notwendig.

Auf dem Gelände sind ein allgemeines Wohngebiet sowie innovative, sozial durchmischte Wohnformen denkbar – etwa Mehrgenerationenwohnen oder betreutes Wohnen. Auch Mobilitätskonzepte und nachhaltige Energieversorgung sollen in die Planung einfließen.

Vielfältige Nutzungskonzepte und ökologische Standards im Fokus der Quartiersentwicklung

Die künftige Bebauung soll kleinteilig und quartiersverträglich erfolgen. Einzel-, Doppel- oder Gruppenhäuser in offener Bauweise sind vorgesehen. Die Beteiligung an der digitalen Umfrage ist bis zum 16. Mai möglich. Im Anschluss will die BIM gemeinsam mit dem Bezirksamt Spandau und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die eingereichten Hinweise prüfen.

Auf Basis der Umfrageergebnisse ist ein Konzeptverfahren vorgesehen. Dabei handelt es sich um ein strukturiertes Vergabeverfahren, bei dem nicht der Höchstpreis, sondern die Qualität der eingereichten Nutzungskonzepte im Vordergrund steht. Die Bewerbungen sollen städtebauliche, soziale und ökologische Aspekte verbinden. Ziel ist ein Erbbauvertrag mit einem Konzeptpartner, der die Fläche im Sinne einer nachhaltigen Quartiersentwicklung realisiert.

Zwischen Naturraum und Stadtrand: Potenzial für ein nachhaltiges Quartier

Das Grundstück „Weiter Blick“ liegt in einem landschaftlich sensiblen Bereich nahe dem Naturschutzgebiet Windmühlenberg und dem Landschaftsschutzgebiet Feldflur Gatow/Kladow. Die Umgebung ist geprägt von kleinteiliger Bebauung und ländlicher Struktur – ein „Dorf in der Großstadt“, wie Gatow oft genannt wird.

Die Entwicklung des Quartiers beabsichtigt nicht nur Wohnraum schaffen, sondern auch zur strukturellen Aufwertung des Berliner Stadtrands beitragen. Das geplante Konzeptverfahren soll als EU-weites Verhandlungsverfahren organisiert werden und langfristig eine zukunftsfähige Nutzung sichern.

Quellen: BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

One Comment

  1. Jochen_Schneider 3. April 2025 at 16:33 - Reply

    Da sollte überhaupt nichts gebaut werden! Statt das bisschen Grün zu zerstören, könnte man eher auf der Steppe Tempelhofer Feld bauen.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.