Nach der schweren Explosion im Jahr 2021 entsteht in der Hamburger Straße in Barmbek-Süd ein modernes Büro- und Gewerbegebäude mit Loft-Charakter: „Hilken’s Brooklyn Lofts“. Wohnungen sind an diesem Standort jedoch nicht vorgesehen.

© Foto Titelbild: IMAGO / Hanno Bode

Im Mai 2021 erschütterte eine Explosion Hamburg-Barmbek – ein Mann hatte sich selbst in die Luft gesprengt. In dem Zuge wurde auch das historische Büro- und Gewerbehaus an der Hamburger Straße 180 aus dem Jahr 1902 schwer beschädigt. Nun entsteht an dieser Stelle ein moderner Neubau mit markanter Backsteinfassade, der unter dem Namen „Hilken’s Brooklyn Lofts“ künftig Raum für Gewerbe und Büros bieten wird.

Das neue Gebäude wird nach Plänen des Hamburger Architekturbüros SKAI errichtet. Es umfasst drei Vollgeschosse sowie zwei Staffelgeschosse mit Dachterrassen. Zusätzlich ist eine Tiefgarage mit 30 Stellplätzen vorgesehen. Der Entwurf orientiert sich gestalterisch an amerikanischen Loftbauten, mit großflächigen Fenstern und dunklen Aluminiumprofilen, die dem Ensemble einen urbanen Flair verleihen sollen.

Explosion und Wiederaufbau: Ein Grundstück mit schwieriger Vergangenheit

Das ursprüngliche Gebäude war viele Jahre Sitz der Bäckerei Kloss und gehörte seit 1972 der Grundstücksgemeinschaft Hilken GBR Hamburg. Die Explosion im Jahr 2021 hatte große Teile des Bauwerks zerstört, Trümmerteile landeten sogar auf der Hamburger Straße und auf den Gleisen der U-Bahn-Linie U3. Etwa zehn gewerbliche Mieterinnen und Mieter standen damals vor dem Verlust ihrer Arbeitsräume.

Der Kontakt zum jetzigen Architekturbüro kam zustande, weil dieses selbst Lagerräume im betroffenen Gebäude angemietet hatte. SKAI-Geschäftsführer Malte Kramer bezeichnete das Projekt bei der Grundsteinlegung im März 2025 als besondere Herausforderung – nicht nur wegen der baulichen Komplexität in unmittelbarer Nähe zur U-Bahn, sondern auch aufgrund der emotionalen Vorgeschichte.

Wiederaufbau trotz Versicherungshürden und emotionaler Belastung

Eigentümer Cord Hilken berichtete dem Hamburger Abendblatt rückblickend, dass er in der Nacht der Explosion von der Polizei informiert worden sei. Die Detonation hatte auch durch ein vorgelagertes Gebäude hindurch erhebliche Schäden verursacht. Laut Hilken sei es dem sogenannten „HoZ“-Verfahren – zur Herstellung ordnungsgemäßer Zustände – zu verdanken, dass Teile des Gebäudes zeitweise wieder betreten werden konnten. Ein Gutachten der Hamburger Feuerkasse hätte zuvor bestätigt, dass 55 Prozent der Struktur einsturzgefährdet gewesen seien.

Die Explosion wurde von einem Künstler verursacht, der die Räumlichkeiten ursprünglich gewerblich gemietet, jedoch illegal bewohnt hatte. Hilken bezeichnete den Vorfall gegenüber dem Abendblatt als „den größten Versicherungsfall in Hamburg seit dem Zweiten Weltkrieg“. Über mehrere Jahre hinweg habe es intensive Auseinandersetzungen mit der Versicherung gegeben.

Loft-Architektur mit New Yorker Inspiration: „Hilken’s Brooklyn Lofts“

Der Neubau mit rund 5.300 Quadratmetern Bruttogrundfläche wird insgesamt 15 Einheiten mit Flächen zwischen 145 und 350 Quadratmetern bieten. Einzelne Mieteinheiten lassen sich auf Wunsch zusammenlegen. Die oberen Etagen erhalten jeweils durchgehende Dachterrassen. Die Gestaltung des Gebäudes ist von Hilkens persönlicher Verbindung zu den USA geprägt. In Anlehnung an die Architektur New Yorks trägt der Bau den Namen „Hilken’s Brooklyn Lofts“. Die Tiefgarage firmiert unter dem Namen „Deep-Space“, die Etagen sind nach New Yorker Stadtteilen wie Staten Island, Queens oder Manhattan benannt.

Der Quadratmeterpreis liegt laut Hilken bei 18 Euro und entspreche damit dem ortsüblichen Niveau für Neubauten. Erste Mietinteressenten haben sich bereits gemeldet – darunter auch frühere Nutzerinnen und Nutzer des alten Gebäudes. Die Fertigstellung des Neubaus ist für das dritte Quartal 2026 geplant.

Quellen: Hamburger Abendblatt, Siemer Kramer Architekten Ingenieure

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