Am Innsbrucker Platz entsteht ein neuer Bürokomplex als Eingangstor zum Wohnquartier Friedenauer Höhe. „The Friedenauer“ soll bis 2027 fertiggestellt werden und nachhaltige Architektur mit modernen Mobilitäts- und Energiekonzepten verbinden.

Im Bezirk Tempelhof-Schöneberg entsteht auf einem 8.700 Quadratmeter großen Grundstück „The Friedenauer“ – ein neuer Büro- und Gewerbekomplex, der den Eingang zum Neubaugebiet Friedenauer Höhe prägen wird. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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© Visualisierung Titelbild: OFB Projektentwicklung
In Friedenau, an der Ecke Hauptstraße und S-Bahnhof Innsbrucker Platz, entsteht in den kommenden Jahren ein neuer Büro- und Gewerbekomplex. Das Projekt „The Friedenauer“ markiert den Eingang zum Neubaugebiet Friedenauer Höhe, das auf einem ehemaligen Güterbahnhof-Gelände entwickelt wird. Die Baugenehmigung wurde erteilt, und im Sommer 2025 sollen die Arbeiten beginnen. Rund zwei Jahre Bauzeit sind eingeplant.
Der moderne Bau soll ein städtebauliches Highlight setzen und die bisherige Gewerbebrache in ein lebendiges Quartier verwandeln. Mit seiner Lage an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt und der direkten Anbindung an den S- und U-Bahnverkehr bietet „The Friedenauer“ gute Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung von Arbeiten und Wohnen in der Stadt.
Büro, Handel und Gastronomie: 21.000 Quadratmeter Nutzfläche für vielseitige Angebote
Das Bauprojekt umfasst eine Bruttogeschossfläche von 21.000 Quadratmetern und soll klimaneutral betrieben werden. Neben modernen Büroflächen sind Einzelhandel, Gastronomie sowie 114 Pkw- und 70 Fahrradstellplätze vorgesehen. Die geplante Architektur verbindet moderne Bauweise mit nachhaltigen Materialien und innovativer Technik. Die Mietfläche erstreckt sich künftig über sieben bis elf Etagen und bietet flexible Nutzungsmöglichkeiten für Büros, Einzelhandel und Gastronomie. Im Erdgeschoss entstehen zudem zentrale Versorgungsangebote, die insbesondere den künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern des Quartiers zugutekommen.
Ein besonderer Fokus liegt auf der ressourcenschonenden Energieversorgung. Das Gebäude soll unter anderem eine Wärmerückgewinnung aus dem Mischwasserkanal nutzen. Ankermieter ist das Unternehmen Kieback & Peter, das sich bereits 7.000 Quadratmeter gesichert hat. Die vielseitige Nutzungsmöglichkeit soll den Standort zu einem attraktiven Treffpunkt für Arbeit und urbanes Leben machen.
Neues Wohngebiet am ehemaligen Güterbahnhof: 1.100 Wohnungen und öffentliche Grünflächen
Der Bürokomplex grenzt an die Siedlung Friedenauer Höhe, die auf dem ehemaligen Gelände eines Güterbahnhofs entsteht. Geplant sind rund 1.100 Wohnungen, darunter 238 geförderte Einheiten der landeseigenen Howoge, die insbesondere Familien, Senioren und Haushalten mit geringerem Einkommen zugutekommen sollen. Das weitgehend autofreie Quartier umfasst Spiel- und Erholungsflächen sowie einen öffentlichen Park. Eine Photovoltaikanlage auf den Dächern ermöglicht es den Bewohnerinnen und Bewohnern, Solarstrom zu festgelegten Konditionen zu nutzen.
Das neue Wohnquartier soll sich in die bestehende Umgebung einfügen und durch seine verkehrsgünstige Lage eine gute Anbindung bieten. Neben Wohnraum entstehen auch Radwege, Spielplätze und begrünte Freiflächen, die sowohl für Anwohnende als auch für Besucherinnen und Besucher als Erholungsraum dienen sollen.
Nachhaltige Energieversorgung: Pilotprojekt zur Nutzung von Abwasserwärme
Die OFB Projektentwicklung betrachtet „The Friedenauer“ als Modell für nachhaltiges Bauen in der Hauptstadt. Bernd Schade, Vorsitzender der Geschäftsleitung, betont, dass in Zusammenarbeit mit den Berliner Wasserbetrieben ein Pilotprojekt zur Energiegewinnung aus dem Abwassersystem umgesetzt wird. Ziel sei es, neue Wege für eine ressourcenschonende und effiziente Energieversorgung im urbanen Raum aufzuzeigen. Zudem soll das Gebäude mit moderner Technik ausgestattet werden, um seinen Energiebedarf möglichst klimaneutral zu decken.
Erste bauvorbereitende Maßnahmen begannen Ende 2024. Der eigentliche Baustart ist für den Sommer 2025 vorgesehen, die Fertigstellung soll Mitte 2027 erfolgen.
Rat
Quellen: Berliner Woche, Friedenauer Höhe, Howoge, OFB Projektentwicklung
Ahhh, welch‘ beeindruckend anspruchsvolle und einzigartige Architektur. Endlich kommt mal ein Architekt auf die Idee, Schuhkartons hochkant zu stellen und dann große Schießscharten als Fenster reinzuschneiden.
Kann nicht mal jemand solchen Bauherren das Bauen verbieten und Architekten, die sowas entwerfen, die Lizenz entziehen???
„Der moderne Bau soll ein städtebauliches Highlight setzen“ ….da wird mit diesem Entwurf ganz gewiss nicht gelingen.
Wann hat sich endlich die Erkenntnis durchgesetzt, dass diese Stadt bereits jetzt schon viel zu viel Büroraum mit Leerstand hat? Klar, Mietwohnungen zu bauen ist inzwischen unrentabel geworden, die Gefahr zu groß, dass der Bauherr am Ende draufzahlt. Dann müssen eben die Bedingungen, Überregulierungen, Vorgaben etc. weg. Aber immer weiter Bürokästen in die Stadt zu klotzen ist eine Schande.