Nach jahrelangen Verhandlungen hat der FC St. Pauli eine Einigung mit der Stadt Hamburg und dem Bezirk erzielt: Das Trainingsgelände an der Kollaustraße wird in den kommenden Jahren zu einem modernen Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) für FC St. Pauli ausgebaut. Geplant sind mehrere neue Trainingsplätze sowie Funktionsgebäude. Doch das Bauprojekt ist nicht unumstritten.

© Darstellung Bezirksamt Eimsbüttel auf Kartengrundlage ATKIS, Herausgeber: Freie und Hansestadt Hamburg, Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung, Stand Februar 2023

© Foto Titelbild: depositphotos.com / joruba75

 

Der FC St. Pauli hat mit dem Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) einen Erbbaurechtsvertrag für das Gelände an der Kollaustraße abgeschlossen. Die Laufzeit des Vertrags beträgt 60 Jahre, mit einer Verlängerungsoption bis zum Jahr 2110. Dadurch soll eine Synchronisierung mit dem Stadionvertrag ermöglicht werden, der ebenfalls bis zum 200. Vereinsjubiläum im Jahr 2110 läuft.

Vereinspräsident Oke Göttlich betonte, dass das Bauprojekt für den Verein von großer Bedeutung sei, da es langfristig die sportliche Entwicklung sichere. Gleichzeitig wies er auf die Herausforderungen hin, die mit der Umsetzung verbunden seien. Auch Hamburgs Sportsenator Andy Grote äußerte sich positiv zum Vorhaben. Er hob hervor, dass die neue Infrastruktur nicht nur der Profimannschaft, sondern insbesondere dem Nachwuchs zugutekommen werde.

Umweltbedenken: Kritik an Baumrodungen und Lage im Überschwemmungsgebiet

Das neue Nachwuchsleistungszentrum soll in den kommenden Jahren auf dem bestehenden Trainingsgelände entstehen. Vorgesehen sind insgesamt sieben neue Trainingsplätze, die modernen Anforderungen gerecht werden sollen. Zudem sind drei Funktionsgebäude geplant, die Umkleiden, Schulungsräume und weitere Einrichtungen für die Nachwuchsarbeit umfassen.

Allerdings gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Kritik an den Plänen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) äußerte Bedenken hinsichtlich der Rodung zahlreicher Bäume für den Bau. Zudem befindet sich ein Teil des Areals in einem Überschwemmungsgebiet, was zu kontroversen Diskussionen über die Umweltverträglichkeit des Projekts geführt hat.

Bauvorhaben des NLZ für FC St. Pauli: Bauschuttfunde sorgen für Verzögerung und Mehrkosten

Ein weiteres Problem für das Bauvorhaben des NLZ für FC St. Pauli ist der Fund von Bauschutt auf dem Gelände. Erst kürzlich wurde bekannt, dass sich auf dem Areal bislang unbekannte Ablagerungen befinden, die vor dem Baubeginn entsorgt werden müssen. Diese unvorhergesehenen Arbeiten dürften zu erheblichen Mehrkosten führen.

Trotz dieser Herausforderungen hält der FC St. Pauli an dem Ausbau seines Trainingszentrums fest. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für die Talentförderung zu verbessern und den Verein im Wettbewerb mit anderen Bundesligisten konkurrenzfähig zu halten. Die Umsetzung des Projekts dürfte sich jedoch weiterhin mit Planungs- und Umweltfragen auseinandersetzen müssen.

Quelle: Hamburger Abendblatt, nlz-kollaustrasse.hamburg, Bezirksamt Eimsbüttel

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

One Comment

  1. […] der bis zum 200. Vereinsjubiläum läuft, unterstreicht die langfristige Planung des Vereins, wie entwicklungsstadt.de […]

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.