Die Sperrung der Ringbahnbrücke auf der A100 bringt massive Einschränkungen im Berliner Westen. Nun soll der Brückenabriss zügig abgeschlossen und ein beschleunigter Neubau ohne Planfeststellungsverfahren vorbereitet werden – mit politischem Rückenwind und 150 Millionen Euro Bundesmitteln.

Sperrung auf der A100 Richtung Westend: Die marode Ringbahnbrücke in Berlin-Westend wird nun vollständig abgerissen. Die Autobahn GmbH will den Rückbau spätestens bis zum 25. April abschließen. / © Foto: Wikimedia Commons, Stefan Müller (climate stuff, 2 Mio views) from Germany, CC BY 2.0
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© Foto Titelbild: IMAGO
Seit Ende März ist die Ringbahnbrücke der A100 in Berlin-Westend vollständig gesperrt. Der Verkehr staut sich rund um das Dreieck Funkturm. Täglich waren hier rund 100.000 Fahrzeuge unterwegs. Auch der S-Bahnverkehr zwischen Halensee und Westend ist unterbrochen – laut Berliner S-Bahn nutzen diesen Abschnitt normalerweise 50.000 Fahrgäste täglich.
Die marode Brücke wird nun vollständig abgerissen. Die Autobahn GmbH will den Rückbau spätestens bis zum 25. April abschließen. Dabei kommt keine Sprengung, sondern ein konventionelles Verfahren zum Einsatz. Grund dafür sind die nahegelegenen Wohnhäuser.
Abriss im Eilverfahren: Ringbahn bleibt bis Mai zwischen Halensee und Westend unterbrochen
Laut Bahn wird die Ringbahn-Verbindung erst Tage nach dem Abriss wieder vollständig hergestellt, da technische Anlagen wie die Leit- und Sicherungstechnik neu installiert werden müssen. Der Bahnhof Messe Nord wird weiterhin durch Ersatzverkehr angebunden.
Auch die benachbarte Westendbrücke wird abgerissen. Beide Projekte wurden in einem Schnellverfahren ausgeschrieben. Ziel sei es, auch beim Neubau zügig auszuschreiben, allerdings unter Beachtung rechtlicher Standards, um Klagen zu vermeiden.
Kurze Verfahren und klare Zuständigkeiten: Brückenersatz als Gemeinschaftsaufgabe
Verkehrssenatorin Ute Bonde kündigte kürzlich an, den Ersatzneubau der Ringbahnbrücke ohne ein reguläres Planfeststellungsverfahren realisieren zu wollen. Genehmigungen sollen im beschleunigten Verfahren erteilt werden. Sie befinde sich hierzu in engem und täglichem Austausch mit der Autobahn GmbH. Ziel sei es, die Bauzeit so kurz wie möglich zu halten und eine zügige Wiederherstellung der Verkehrsverbindungen zu ermöglichen.
Die Abstimmung zum weiteren Vorgehen erfolgte im Rahmen eines Spitzentreffens am 1. April, zu dem Bonde Vertreterinnen und Vertreter zentraler Institutionen eingeladen hatte. Beteiligt waren unter anderem das Bundesverkehrsministerium, das Fernstraßen-Bundesamt, die Deutsche Bahn, die S-Bahn Berlin, die BVG, die Berliner Feuerwehr und Polizei sowie die Senatsverwaltung für Inneres und weitere. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Abriss und Neubau effizient koordiniert und Verzögerungen vermieden werden können.
Bund und Land setzen auf beschleunigtes Verfahren unter Bereitstellung von 150 Millionen Euro
Laut RBB sprach der Regierender Bürgermeister Kai Wegner, von einer „guten Zeit“, wenn der Neubau in zwei Jahren abgeschlossen sei. Konkrete Zeitpläne gibt es allerdings noch nicht. Derweil sperrt der Bezirk erste Zufahrten zu Wohnstraßen, um Anwohnende vor Ausweichverkehr zu schützen.
Auch Bundesverkehrsminister Volker Wissing sicherte politische Unterstützung zu. Sein Ministerium stellt 150 Millionen Euro bereit und will eine Lenkungsgruppe einsetzen, nach dem Vorbild der Rahmedetalbrücke in NRW. Die Arbeiten sollen mit „maximaler Beschleunigung“ erfolgen, wie der RBB berichtet. Der Umbau am Dreieck Funkturm bleibt damit eine Herausforderung – technisch, verkehrlich und kommunikativ.
Ein Kommentar von ENTWICKLUNGSSTADT-Redakteur Wolfgang Leffler zur Brückensperrung auf der A100.
Quellen: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, RBB, Autobahn GmbH, Berliner Morgenpost
Am Ende ist es immer nur der politische Wille, der Berge versetzt bzw. die Dinge endlich mal ganz einfach und gewöhnlich aublaufen läßt. Alle Ausflüchte, die vorher zu dies und jenem wie eine Monstranz in gefühlt Millionen von Talkshows bis zum Erbrechen vor sich hergetragen wurden, sind damit obsolet… in jeder Hinsicht.
Kurz gefaßt: Geht doch!