Der Stadtteil Frankfurt-Niederrad wächst, doch Wohn- und Arbeitsgebäude stehen hier seit Jahrzehnten unbeholfen nebeneinander. Nun will das Projekt „Livinit“, das noch dieses Jahr fertiggestellt wird, als verknüpfendes Vorbild gelten.

Noch ist das Gebäude in Niederrad von Baugerüsten umhüllt, doch bereits Mitte dieses Jahres sollen die Sanierungsarbeiten fertiggestellt werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Foto Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

Im Frankfurter Stadtteil Niederrad wird ein Bürogebäude aus den 1980er Jahren in ein Wohnhaus umgewandelt. Das 41 Meter hohe Wohngebäude in der Lyoner Straße 11 soll voraussichtlich bis Mitte des Jahres bezugsfertig sein. Zuvor verlief die Bauphase immer wieder stockend. Im Jahr 2022 verkaufte die Evan-Gruppe die Immobilie dann an den Investor Unimo.

Nun steht das Sanierungsprojekt „Livinit“ kurz vor der Fertigstellung. Das Gebäude soll zukünftig als sogenanntes „Boarding House“ dienen: In dem elfgeschossigen Bau entstehen aktuell insgesamt 375 kleine Apartments. Der Umbau im Lyoner Viertel richtet sich explizit an Mitarbeitende der Hotellerie und Gastronomie: Diese frisch sanierten Wohneinheiten werden von etwa 35 Hotels zur Unterbringung ihrer Angestellten angemietet.

Neues Wohnhochhaus in Frankfurt-Niederrad: Was hat das „Livinit“ zu bieten?

Die entstehenden Apartments sind zwischen 20 und 25 Quadratmeter groß und verfügen über ein bis eineinhalb Zimmer. Doch das, was den Umbau zu einem der markantesten Gebäuden macht, die noch dieses Jahr fertiggestellt werden, ist das Konzept über die einzelnen Wohnungen hinaus. Eine großzügige Dachterrasse mit Blick auf die Skyline und den Main, verschiedene Community-Lounges und ein Portierservice – das „Livinit“ möchte einiges bieten.

Ebenfalls interessant ist das gastronomische Angebot im Gebäude. Neben einer Bäckerei und einem Curry-Wurst Stand soll vor Ort auch ein italienisches Restaurant entstehen. Das „Livinit“ soll nicht nur Wohnraum bieten, sondern sich auch als gesellschaftlicher Treffpunkt im Büroviertel Niederrads etablieren – ein Projekt, das für den aktuellen Wandel steht und eine Möglichkeit der lokalen Verknüpfung zwischen Wohn- und Arbeitswelt anbietet.

Frankfurt-Niederrad im Wandel: Südliches Mainufer wird bewohnbar

Zuvor fanden sich am südlichen Mainufer im Stadtteil Niederrad hauptsächlich Bürogebäude. Doch der gesamte Stadtteil befindet sich im Wandel: Durch eine verbesserte Infrastruktur bleibt Niederrad für Unternehmen attraktiv, rückt aber auch zunehmend als Wohnort in den Fokus. Die angespannte Wohnraumsituation rund um Frankfurt führt dazu, dass die hier aktuell entstehenden Wohneinheiten stark nachgefragt sind.

Globale Wohntrends zeigen zudem, dass Mieterinnen und Mieter vermehrt aus dem hektischen Stadtzentrum in das Grüne ziehen möchten. Im Beispiel „Livinit“ ist diese Naturnähe durch den nahegelegenen Stadtwald und das Mainufer gegeben. Ein weiterer Vorteil ist die Minimierung der Arbeitswege. Wer in Niederrad arbeitet und im Lyoner Viertel wohnt, profitiert von kurzen Distanzen. Dennoch ist auch die Anbindung an die Frankfurter Innenstadt hervorragend – bereits nach einer S-Bahn-Station erreicht man den Hauptbahnhof.

Sanierungsprojekt „Livinit“ in Frankfurt-Niederrad: Wie geht es weiter?

Beim Umbau des ehemaligen Bürogebäudes wurde die denkmalgeschützte Fassade erhalten – ein bewusster Schritt in Richtung nachhaltiger Stadtentwicklung. Statt ressourcenintensivem Neubau will das „Livinit“ auf eine ökologische Kernsanierung setzen, die Denkmalschutz und Revitalisierung verbindet. Gleichzeitig wird das Projekt als lukrative Kapitalanlage vermarktet. Investoren verspricht man hohe Renditen bei vergleichsweise moderaten Mietpreisen.

Inwieweit die Verbindung von Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit in einem sich wandelnden Stadtteil wie Niederrad langfristig erfolgreich ist, bleibt abzuwarten.

Rat

Quellen: Walser Immobiliengruppe, ImmoScout, Skyline Atlas, Frankfurter Rundschau

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