Das „Kino International“ an der Karl-Marx-Allee wird seit Mai 2024 umfassend saniert. Dabei wird das denkmalgeschützte Gebäude auch architektonisch sensibel überarbeitet. Die Wiedereröffnung ist für Mitte 2026 geplant.

Derzeit ist das Kino International vollständig eingerüstet und mit weißen Planen verhüllt. Aktuell laufen Arbeiten an Fassade, Fensterfront und Dach. Die Sanierung erfolgt denkmalgerecht, rund 80 Prozent der Technik werden erneuert. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Seit dem 14. Mai 2024 ist das „Kino International“ geschlossen. Bereits am darauffolgenden Tag begannen die ersten Maßnahmen der geplanten Generalsanierung. Fachleute bauten zunächst die Bestuhlung im Kinosaal aus, anschließend wurden Kino-, Licht- und Gebäudetechnik demontiert. Auch die Holzlamellen in Saal und Panoramabar wurden entfernt. Die Bauarbeiten sollen rund zwei Jahre dauern.

Das „Kino International“ steht an der Karl-Marx-Allee 33 im Berliner Ortsteil Mitte, zwischen Alexanderplatz und Strausberger Platz. Die Yorck-Kinogruppe betreibt das Haus. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1963 diente es bis 1990 als Premierenkino der DDR.

Arbeiten an Fassade, Keller und Technik laufen – charakteristische Baumerkmale sollen erhalten bleiben

Derzeit ist die gesamte Fassade von einem Baugerüst umgeben, das bis zum Dach reicht. Große Teile des Gebäudes sind zusätzlich mit einer weißen Schutzplane abgedeckt. Ein Hinweis darauf, dass an der äußeren Hülle gearbeitet wird, vermutlich auch an der charakteristischen Fensterfront und dem Dach.

Im Juli 2024 fanden im Keller bereits erste Abrissarbeiten statt, wie der Tagesspiegel berichtete. Diese dienten dem Einbau neuer technischer Anlagen. Parallel dazu wurden erste Proberestaurierungen durchgeführt, die laut Angaben der Betreiber mit der Denkmalpflege abgestimmt wurden. Das historische Mobiliar wurde eingelagert. Ziel sei es, die charakteristischen Merkmale des Baus zu erhalten.

Eine Institution mit Geschichte: Eröffnung zur Berlinale 2026 geplant

Neben den technischen Erneuerungen soll auch das Raumangebot erweitert werden. Die einstige Bibliothek soll künftig wieder nutzbar sein – für Lesungen, Tagungen oder Ausstellungen. In der Panoramabar wird ein neuer Parkettboden verlegt, die Bestuhlung im Kinosaal erhält eine neue Polsterung. Auch gastronomische Angebote sollen nach Abschluss der Bauarbeiten erhalten bleiben.

Die Sanierung erfolgt denkmalgerecht. Etwa 80 Prozent der technischen Anlagen werden erneuert – jedes Kabel, jede Leitung. Die Yorck-Kinos betonten zuletzt, dass alle Maßnahmen im Zeitplan lägen. Geplant ist, das Kino International rechtzeitig zur Berlinale 2026 wieder zu eröffnen. Bis dahin bleibt der Kulturort geschlossen – jedoch mit dem klaren Ziel, „in alter Pracht neu zu strahlen“.

Vom sozialistischen Premierenkino zur Berlinale-Spielstätte mit queerer Filmreihe

Das „Kino International“ wurde am 15. November 1963 eröffnet. Die Architekten Josef Kaiser und Heinz Aust planten den dreigeschossigen Stahlbetonbau mit vorgelagertem Foyer und markanten Glasflächen zur Straße. Große Fenster, ein überdeckter Vorplatz und helle Sandsteinfassaden sollten den Eindruck eines offenen Hauses prägen. Drei geschlossene Seiten tragen ein Relief mit Alltagsszenen der DDR, entworfen von Waldemar Grzimek, Hubert Schiefelbein und Karl-Heinz Schamal.

Trotz politischem Wandel blieb das Kino über Jahrzehnte ein fester Ort im Berliner Kulturleben. Vom einstigen Premierenkino zu DDR-Zeiten wird es später Spielstätte der Berlinale. Seit 1997 ist es zudem Heimat einer der ältesten queeren Filmreihen Deutschlands. Mit seiner Architektur gilt es als bedeutendes Beispiel der DDR-Moderne. Bis heute schätzen Besucherinnen und Besucher den Saal für seine Atmosphäre und Gestaltung.

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Quellen: Yorck-Kino, Tagesspiegel, Koordinationsbüro für Stadtentwicklung und Projektmanagement – KoSP GmbH