Nach mehrjähriger Umgestaltung wird das Zitadellenglacis in Spandau feierlich eingeweiht. Die denkmalgeschützte Parklandschaft wurde unter Berücksichtigung von Natur- und Artenschutz aufgewertet. Neue Wege und Sitzgelegenheiten verbessern die Aufenthaltsqualität und fördern die Verbindung zur Altstadt.

Große Teile des Glacis und des Zitadellengrabens stehen als Landschaftsschutzgebiet unter Schutz. Das Glacis dient sowohl als Erholungsraum als auch als Standort für Wassersportvereine. / © Foto: Wikimedia Commons, Leonhard Lenz, CC0
© Foto: Wikimedia Commons, Leonhard Lenz, CC0
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Carsten Steger, CC BY-SA 4.0
Die Zitadelle Spandau gilt als eine der besterhaltenen Renaissancefestungen Europas und ist nicht nur ein kulturelles Wahrzeichen, sondern auch ein geschützter Naturraum. Um den denkmal- und naturschutzgerechten Erhalt des Zitadellenumfelds zu sichern, wurde das Freiraum- und Entwicklungskonzept (FEK) erarbeitet. Ziel war es, das historische Glacis als Erholungs- und Naturraum aufzuwerten und gleichzeitig die Anbindung an die Altstadt zu verbessern.
Bereits seit 2017 laufen die Arbeiten zur Neugestaltung des Zitadellenglacis. Erste Maßnahmen umfassten die Wiederherstellung historischer Sichtachsen sowie Gehölzpflegearbeiten, die unter Berücksichtigung der ökologischen Anforderungen umgesetzt wurden. Ein intensiver Partizipationsprozess begleitete die Planung. In einem „Parkrat“ brachten Vertreterinnen und Vertreter von Fachämtern, Naturschutzverbänden und Bürgerinitiativen ihre Perspektiven ein.
Eröffnung nach Umgestaltung: Bezirksamt Spandau lädt zum Rundgang ein
Die Neugestaltung konzentrierte sich zunächst auf das östliche Glacis, wo bis 2023 Wege erneuert und Aufenthaltsbereiche geschaffen wurden. Neue Sitzgelegenheiten und Pflanzungen fördern die Aufenthaltsqualität, während Gehölzpflegearbeiten den historischen Charakter der Anlage betonen. Im nächsten Schritt wurden 2024 die westlichen Bereiche gestaltet, wobei die natürlichen Gegebenheiten berücksichtigt wurden.
Nach Abschluss der Umgestaltungsmaßnahmen lädt das Bezirksamt Spandau zur offiziellen Eröffnung am 20.März 2025 zwischen 15-17 Uhr des neuen Zitadellenglacis ein. Baustadtrat Thorsten Schatz und Staatssekretär Stephan Machulik werden die neugestalteten Bereiche vorstellen. Ein Rundgang präsentiert die wesentlichen Veränderungen, darunter neue barrierearme Sitzmöglichkeiten und Wegeverbindungen.
Zwischen Denkmalschutz und Erlebniswelt: Pläne für die Zitadelle und ihr Umfeld
Die Zitadelle Spandau liegt am Zusammenfluss von Spree und Havel und zählt zu den bedeutendsten Renaissancefestungen Europas. Errichtet zwischen 1559 und 1594 an der Stelle einer mittelalterlichen Burg, prägt sie bis heute das Stadtbild. Als Gesamtanlage mit Bastionen, Wallanlagen und dem umgebenden Glacis steht sie unter Denkmalschutz. Gleichzeitig ist sie ein geschütztes Naturgebiet und bietet Lebensraum für seltene Arten wie Fledermäuse, Biber und Eisvögel.
Neben ihrer historischen und ökologischen Bedeutung ist die Zitadelle ein wichtiger Kulturstandort mit Museen, Ausstellungen und Veranstaltungen von überregionaler Reichweite. Doch ihre Sichtbarkeit und Anbindung an die Umgebung sind unzureichend. Die Machbarkeitsstudie zur Weiterentwicklung der Zitadelle verfolgt das Ziel, den Erlebniswert zu steigern, ohne Denkmal- und Naturschutz zu vernachlässigen. Geplant sind bessere Wegeverbindungen, optimierte Sichtachsen und eine behutsame Aufwertung des Umfelds.
Weitere Bauvorhaben in Spandau: Ehemalige Pulverfabrik soll umgebaut werden
In der Nähe der Zitadelle Spandau entsteht mit „Havel Labs“ ein Innovationsquartier auf dem Gelände der ehemaligen Pulverfabrik, welches ebenfalls historisches Erbe mit moderner Nutzung verbinden möchte. Das Projekt kombiniert denkmalgeschützte Gebäude mit nachhaltigen Holz-Hybrid-Neubauten, um Raum für moderne Arbeit, Produktion und Serviced Apartments zu schaffen.
Der Baustart ist für Frühjahr 2025 geplant, ein genauer Zeitplan fehlt jedoch. Ziel ist es, das historische Industriegelände neu zu beleben und als Standort für Forschung, Entwicklung und nachhaltige Produktion auszubauen.
Rat
Quellen: Bezirksamt Spandau, Altstadt Management Spandau, bgmr Landschaftsarchitekten