Das ehemalige Karstadt-Gebäude an der Müllerstraße in Berlin-Wedding ist nicht länger ungenutzt. Mit der Eröffnung eines Lebensmitteldiscounters beginnt eine neue Phase der Zwischennutzung. Doch welche langfristigen Perspektiven gibt es für den Standort?
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Seit Anfang April ist das Erdgeschoss des ehemaligen Karstadt-Gebäudes an der Müllerstraße wieder zugänglich. Der Lebensmitteldiscounter Lidl hat dort eine Filiale eröffnet und damit den Auftakt für eine Zwischennutzung gegeben. Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger sowie Vertreterinnen und Vertreter der Bezirksverordnetenversammlung nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild von den Plänen zu machen.
Das Bezirksamt Mitte teilte auf Facebook mit, dass das Gebäude wieder mit neuem Leben gefüllt werde. Neben dem Discounter seien perspektivisch auch Flächen für künstlerische Nutzung geplant. Der zentral gelegene Standort biete eine besondere Gelegenheit für die kulturelle Entwicklung des Kiezes.
Karstadt-Gebäude an der Müllerstraße: Kulturelle Nutzung geplant – doch was kommt danach?
Das Kaufhaus war seit Anfang 2023 geschlossen. Nun läuft eine dreijährige Zwischennutzung, ermöglicht durch Verhandlungen zwischen Bezirk, Politik und dem Eigentümer, der Versicherungskammer Bayern. Neben dem Discounter soll die verbleibende Fläche für gemeinwohlorientierte Nutzungen zur Verfügung stehen. Doch noch sind die Konzepte für die künstlerische Nutzung nicht final.
Langfristig plant die Versicherungskammer Bayern jedoch einen Umbau des Gebäudes mit einem kleineren Warenhaus, Büros und Wohnungen. Eine verbindliche Nutzungsvereinbarung zwischen dem Bezirk und dem Eigentümer gibt es bislang nicht. Sollte es dazu kommen, könnte der Bezirk die Fläche selbst verwalten. Anwohnende und Stadtteilvertreterinnen und -vertreter sehen die Pläne jedoch kritisch. Während man sich laut Weddingweiser ein „Haus für alle“ wünsche, sei fraglich, ob dieser Gedanke mit den wirtschaftlichen Interessen des Investors vereinbar ist. In einer Diskussion habe es dazu geheißen: „Die Bayern verstehen den Wedding nicht“ – eine Sorge, dass die Bedürfnisse des Kiezes nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Quellen: Bezirksamt Mitte, Weddingweiser, Berliner Morgenpost