Berlins Innensenatorin Iris Spranger schlägt für eine mögliche deutsche Olympia-Bewerbung ein “sportliches Tandem” der Städte Berlin und Hamburg vor, auch der Berliner Landessportbund unterstützt die Idee einer Zusammenarbeit der beiden größten deutschen Städte. Die Bewerbung könnte ein symbolträchtiges Zeichen des Zusammenwachsens 50 Jahre nach der Wiedervereinigung setzen.
© Foto Titelbild: IMAGO / HMB-Media
Text: Björn Leffler
Die Olympischen Spiele in der französischen Hauptstadt Paris sind erst seit wenigen Tagen Geschichte, die Faszination der sportlichen Wettkämpfe, die in großen Teilen im Pariser Stadtgebiet durchgeführt wurden, hallt noch immer nach.
Für viele Sportfans und sportbegeisterte Menschen in Deutschland waren diese Spiele der erneute Beweis dafür, dass es für die Sportnation Deutschland ein hoch priorisiertes Ziel sein sollte, Olympische Spiele wieder nach Deutschland zu holen.
Eine mögliche Olympia-Bewerbung nimmt die Bundesregierung in Angriff
Auch in Berlin ist in den vergangenen Jahren oft über eine mögliche Bewerbung Deutschlands – mit Berlin als Ankerstadt, so wie bei den nun durchgeführten Spielen in Frankreich – diskutiert worden.
Hamburg, welches als deutscher Bewerber für die Spiele 2024 oder 2028 ins Rennen hätte gehen können, verzichtete letztlich auf eine Bewerbung, da sich die Hamburger Bevölkerung dagegen ausgesprochen hatte. Doch auch die Bundesregierung unterstützt nun die Bestrebungen des DOSB für eine erneute Olympia-Bewerbung, Innenministerin Nancy Faeser unterzeichnete in Paris medienwirksam eine entsprechende Absichtserklärung.
Berlin als europäische Sportmetropole: Potenzial für eine Olymia-Bewerbung
Dass Berlin als eine der großen europäischen Sportmetropolen mit seinem großen Fundus an bestehenden Sportstätten ein bedeutender Teil einer solchen Olympia-Bewerbung sein könnte, liegt auf der Hand. Berlins Innensenatorin Iris Spranger hat sich nun öffentlich für ein Tandem der beiden größten deutschen Städte Berlin und Hamburg stark gemacht, wie der RBB berichtet.
Die 62-Jährige erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass ein „sportliches Tandem“ zwischen Berlin und Hamburg sowie weiteren Städten ein „charmanter“ Punkt einer nationalen Bewerbung sein könnte.
Innensenatorin Spranger schlägt ein Tandem aus Berlin und Hamburg vor
Dies wäre 50 Jahre nach der Wiedervereinigung ein herausragendes Zeichen des Zusammenwachsens, wenn die Spiele in den größten Städten im Westen und Osten, Hamburg und Berlin, stattfinden würden. Dabei würde Spranger, wie auch die Bundesregierung, eine Bewerbung für das Jahr 2040 favorisieren.
Laut DPA-Informationen sollen bereits Gespräche mit der Hansestadt stattgefunden haben. Spranger betonte, dass die Zusammenarbeit mit Hamburg ein emotionales und vielfältiges Bild Deutschlands in der Welt vermitteln könnte, da Hamburg eine Mischung aus Großstadt, Coolness und maritimem Flair biete, während Berlin als internationale Sportmetropole und grünste Stadt Deutschlands hervortrete.
Thomas Härtel betont die internationale Strahlkraft Berlins
Thomas Härtel, der Präsident des Landessportbundes Berlin, erwähnte im Rahmen des Dialogverfahrens, dass auch Gespräche mit anderen Städten und Regionen geführt werden. Ein wichtiger Aspekt dabei ist das vom Internationalen Olympischen Komitee geforderte Konzept des „One Village“, also ein zentrales Olympisches Dorf.
Zum RBB sagte Härtel zudem: “Für eine Bewerbung 2036 geht es 100 Jahre nach den Spielen in Berlin nicht ohne Berlin. 2040 und damit 50 Jahre nach der Wiedervereinigung muss Berlin auch dabei sein. Das haben uns auch viele internationale Funktionäre jetzt auch in Paris gesagt. Berlin ist ein wichtiger Anker für die Bewerbung.”
Olympia in Deutschland 50 Jahre nach der Wiedervereinigung?
Senatorin Spranger betont, dass Berlin über die notwendigen Grundlagen für die Austragung internationaler Großveranstaltungen verfüge. Die Fußball-Europameisterschaft habe gezeigt, dass die Hauptstadt in der Lage sei, solche Events erfolgreich durchzuführen.
Berlin habe die Infrastruktur, das logistische Know-how und die Erfahrung, um globale Sportereignisse auf höchstem Niveau zu organisieren. Auch die Special Olympics Weltspiele 2023 seien ein großer internationaler Erfolg gewesen.
Eine Olympia-Bewerbung muss ein gesamtdeutsches Projekt sein
Sowohl Spranger als auch Härtel heben hervor, dass die gesamte Gesellschaft für die Olympischen Spiele sensibilisiert werden müsse. Härtel, der vier Tage bei den Spielen in Paris war, lobte die dortige euphorische Atmosphäre und betonte, wie ansteckend die Begeisterung der Menschen war. Er sah darin ein Beispiel dafür, wie Menschen friedlich zusammenleben können.
Im vergangenen Jahr war immer wieder auch eine gemeinsame Bewerbung Berlins und Münchens kolportiert worden, den bisherigen beiden deutschen Olympia-Städten.
Berlin und Hamburg als gemeinsame Ausrichter – die Idee hat Charme
Dass die Austragung der Wettbewerbe auf mehrere Städte in Deutschland durchaus Sinn macht, haben die vergangenen Spiele in Paris gezeigt, wo die Fußballturniere unter anderem in Marseille, Lyon und Lille ausgetragen wurden.
Hamburg und Berlin als Zugpferde gemeinsam vor eine gesamtdeutsche Bewerbung zu spannen, anstatt die Metropolen wie noch vor wenigen Jahren gegeneinander auszuspielen, könnte durchaus ein erfolgversprechendes Konzept sein, denn die Austragung der Spiele wäre für eine Stadt allein eine enorme Herausforderung. Und so wäre von Beginn an klar, dass diese Bewerbung eine gesamtdeutsche, nationale Anstrengung ist – und kein Berliner oder Hamburger Alleingang.
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Quellen: RBB, Berliner Morgenpost, Landessportbund Berlin, DOSB, Deutsche Presse Agentur, Senatsverwaltung für Inneres und Sport, Der Tagesspiegel
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5. November 2024
Bloß nicht! Alleine die Fanmeile für die EM hat Berlin 90 Millionen Euro gekostet (und endlose Staus in Mitte durch Sperrung 17. Juni und John-Foster-Dulles-Allee), die “Special Olympic World Games” weitere 50 Millionen Euro, während kein Geld mehr für die Reparatur von überalterten Polizeiwagen da ist. Weiterhin muss auch bei der Opferhilfe und Schwimmbussen für Schulkinder gespart werden- Aber für so ein Unsinn wird Geld herausgeworfen? Stoppt das!
Die Olympischen Spiele werden immer nur an eine Stadt vergeben. Andere Austragungsorte sind als Satelliten möglich – jedoch kein „Tandem“.
Eine Bewerbung, die so einen Aufbau vorsieht, kann man sich gleich sparen. Das ist reine Steuerverschwendung. Außerdem kann man sich fragen, ob Spanger mit so einem hanebüchenen Vorschlag überhaupt als Senatorin geeignet ist.
[…] versehen und angesichts einer möglichen Initiative für eine gesamtdeutsche Olympia-Bewerbung (zuletzt war ein Städte-Tandem Berlin-Hamburg im Gespräch) sollte man doch möglichst bald mit den notwendigen Sanierungsarbeiten […]
[…] Der Berliner Senat verfolgt das Projekt ganz sicher nicht nur aus reiner Partnerschaftlichkeit zu Hertha BSC, sondern hat ein eigenes Interesse, dass das Olympiapark-Areal weiterentwickelt wird, nicht zuletzt wegen der geplanten Olympia-Bewerbung für Olympische Spiele 2040. […]
[…] Der Berliner Senat verfolgt das Projekt ganz sicher nicht nur aus reiner Partnerschaftlichkeit zu Hertha BSC, sondern hat ein eigenes Interesse, dass das Olympiapark-Areal weiterentwickelt wird, nicht zuletzt wegen der geplanten Olympia-Bewerbung für Olympische Spiele 2040. […]
[…] Die Stadtrendite für den Berlin-Marathon liegt nach Angaben der Berliner Morgenpost üblicherweise zwischen 380 und 400 Millionen Euro, die Gesamtwertschöpfung der Special Olympics lag bei gut 255 Millionen Euro. Wichtige Argumente, wenn es künftig darum gehen wird, ob sich Berlin für sportliche Großveranstaltungen bewerben sollte – das Fernziel des Berliner Senats sowie des Deutschen Olympischen Sportbunds ist schließlich eine Bewerbung für die Olympischen Spiele im Jahr 2040. […]