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Schöneberger Sozialprojekt: „Campus der Generationen“ gerät ins Stocken

Im Schöneberger Norden soll zwischen Kurmärkischer Straße, Bülowstraße und Frobenstraße das Sozial- und Bildungsprojekt „Campus der Generationen“ entstehen. Die Planungen sind jedoch ins Stocken geraten.

Auf diesem Areal soll der geplante „Campus der Generationen“ in Berlin-Schöneberg entstehen. Die Planungen für das Sozial- und Bildungsprojekt sind jedoch ins Stocken geraten. / © Visualisierung: brh Generalplaner GmbH

© Fotos: depositphotos.com
Text: Stephanie Engler

 

Im Norden Schönebergs kommt der geplante Neubau des ambitionierten Sozial- und Bildungsprojekts „Campus der Generationen“ derzeit nicht weiter voran. Der Campus ist als Zusammenführung verschiedener sozialer Angebote geplant.

Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft GEWOBAG, die mit dem Neubau beauftragt wurde, will das Projekt nicht länger umsetzen, ohne auch Eigentümerin der zu bebauenden Grundstücke zu werden.

GEWOBAG setzt konfliktträchtige Bedingungen für Umsetzung des Projekts

Die Wohnungsbaugesellschaft habe erklärt, „das Verfahren nur dann wirtschaftlich vertretbar durchführen zu können, wenn der Bezirk die Grundstücke komplett in das Eigentum der GEWOBAG einbringen würde und dieser dann Mieter der Flächen für soziale Infrastruktur werden würde„.

Das teilte Angelika Schöttler, Bezirksbaustadträtin Tempelhof-Schönebergs, kürzlich im Rahmen einer mündlichen Anfrage der Grünen-Fraktion mit.

„Campus der Generationen“: Bezirk ist gegen den Eigentumswechsel

Laut Schöttler würde der Bezirk dies jedoch ablehnen. So habe man die Wohnungsbaugesellschaft dazu aufgefordert, zum „verabredeten Prozess zurückzukehren„. Ob die GEWOBAG das Projekt tatsächlich abgibt, steht allerdings noch nicht fest.

Die endgültige Entscheidung über den weiteren Verlauf des Vorhabens liegt bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Denn sollte das Projekt nicht in geplanter Weise umgesetzt werden, will der Bezirk die Umsetzung in leicht reduzierter Form selbst übernehmen.

Alternativ-Szenario: Bezirk will Umsetzung des Projekts zur Not selbst übernehmen

Dabei würden dann die sozialen Angebote vorerst auf dem Grundstück in der Frobenstraße zusammenkommen. Die bereitstehenden Fördermittel würden in dem Fall nur für einen Standort verwendet werden.

 Denn laut der ursprünglichen Planung soll der „Campus der Generationen“ eigentlich auf zwei Grundstücken und aus zwei neuen Häusern entstehen. Einmal in der Kurmärkischen Straße 1–3 und einmal in der Frobenstraße 27–29. 

soziale Angebote an der Frobenstraße und Kurmärkischen Straße geplant

In der Kurmärkischen Straße war einst das Nachbarschaftszentrum „Kurmark“ untergebracht. Seit der Schließung wird es für Angebote im Rahmen der Hitze- und Kältehilfe genutzt. In der Frobenstraße befindet sich die Jugendeinrichtung „Villa Schöneberg“. Beide sollen Teil des Projekts werden.

Zudem sollen die Stadtteilkoordination, der Kinder-Jugend-Gesundheitsdienst, die Musik- und Volkshochschule, die Kita „Haus der Kinder“ und die Seniorenfreizeiteinrichtung „Huzur“ einen Platz auf dem Campus finden.

„Campus der Generationen“: Bibliothek soll ebenfalls einziehen

Sollte der Bezirk gezwungen sein, den Campus selbst zu übernehmen, soll wohl auch die Gertrud-Kolmar-Bibliothek in dem Gebäude untergebracht werden. Sie wurde im vergangenen Jahr stillgelegt. Laut Angelika Schöttler sei dazu jedoch eine Machbarkeitsstudie nötig, um einen geeigneten Ort zu bestimmen.

Diese Idee würde vor allem die Grünen freuen, da der Standort ihrer Ansicht nach ideal für Bibliotheken, Bildung und Kultur sei. Bertram von Boxberg sagte zudem: „Wir haben ein starkes Interesse daran, dass dieser Campus entsteht. Wir wollen auch, dass die Gertrud-Kolmar-Bibliothek dort integriert wird.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

Ein Ort zur Bildung und zum sozialen Austausch für alle Altersklassen soll der „Campus der Generationen“ an der Kurmarkstraße in Berlin-Schöneberg werden. / © Foto: depositphotos.com

© Foto: depositphotos.com

Weitere Projekte in Schöneberg findet Ihr hier

Quellen: Berliner Woche, Berliner Morgenpost, Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, QM Schöneberger Norden, Quartiersmanagement Berlin

 

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