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Die Stadt, die immer wird und niemals ist: Berlin wird niemals aufhören, sich fortwährend neu zu erfinden. Darüber berichten wir jeden Tag neu.

Dokumentation: Baustelle Berlin – Wo bleiben die neuen Wohnungen?

Das Thema bezahlbarer Wohnraum ist eines der am häufigsten und intensivsten diskutierten Themen in der deutschen Hauptstadt. Umso mehr, seit der vom rot-rot-grünen Senat initiierte “Mietendeckel” vom Verfassungsgericht gekippt worden ist.

Die Berliner Regierung war vor knapp vier Jahren mit dem Versprechen gestartet, den Bau bezahlbarer Mietwohnungen massiv voranzutreiben. Die selbst formulierten Ziele hat die Koalition aus SPD, Grünen und Linke jedoch deutlich verfehlt.

Von 30.000 anvisierten Wohnungen werden nur 21.000 realisiert

Sechs städtische Wohnungsbaugesellschaften sollten bis zur Wahl im September 2021 insgesamt 30.000 neue Wohnungen schaffen. Bis Ende 2021 werden es aber nur 21.000 sein. Warum das so ist und an welchen Punkten der Wohnungsbau immer wieder festhängt oder sogar scheitert, hat der Sender RBB in einer rund 45-minütigen Dokumentation umfassend beleuchtet.

Das Format beleuchtet Bauvorhaben, die bereits seit Jahrzehnten auf ihre Umsetzung warten, aber auch alternative Visionen für neue Wohnformen wie etwa selbstverwaltete Hausprojekte und Wohnhäuser, die auf engstem Raum und mit hohem kreativem Potenzial umgesetzt wurden.

Alternative Wohnformen, jahrzehntelange Verzögerungen, kreatives Bauen

Zu Wort kommen in dieser Dokumentation ganz unterschiedliche Protagonisten des Wohnungsbaus: Sebastian Scheel, Senator für Stadtentwicklung und Wohnen, nimmt ausführlich Stellung. Aber auch zahlreiche Mieterinnen und Mieter, private und landeseigene Projektentwickler, Genossenschaftsvertreter, Architekten oder auch private Netzwerke wie das “Mietshäuser Syndikat” dürfen ihre Perspektive präsentieren.

Blick über Berlins Landesgrenzen hinaus

Auch ein Blick über die Landesgrenzen hinaus wird gewagt, wie etwa in die boomende Gemeinde Schönefeld, in welcher der Wohnungsbau deutlich schneller und unkomplizierter vonstatten geht als in Berlin.

Sebastian Scheel äußert sich im Interview mitunter angenehm offen gegenüber den Fragen des RBB und begründet die häufig mangelhafte Zusammenarbeit der Baubehörden so: “Es geht oft nicht mehr um die Sache, sondern nur noch um das Rechthaben.” Dies ist einer der Gründe, warum seine Senatsverwaltung einzelnen Bezirken nicht weniger als 18 Wohnungsbauprojekte entzogen hat, um diese zentral und vor allem schneller voranzutreiben.

Positives Beispiel: Projekt “Waterkant” in Spandau

Den Machern dieser Dokumentation ist ein vielfältiges, gut durchdachtes und sorgfältig recherchiertes Sendeformat gelungen, welches nicht nur Probleme aufzeigt, sondern auch positive Beispiele, wie etwa das landeseigene Projekt Waterkant in Spandau, dokumentiert.

Wer genauer wissen möchte, wie gut oder schlecht der Wohnungsbau in Berlin derzeit vorankommt, dem sei diese Dokumentation sehr ans Herz gelegt. Sie ist in der ARD Mediathek verfügbar:

 

 

The issue of affordable housing is one of the most frequently and intensively discussed topics in the German capital. All the more so since the “Mietendeckel” initiated by the Red-Red-Green Senate was overturned by the Constitutional Court.

The Berlin government started almost four years ago with the promise of massively pushing the construction of affordable rental apartments. However, the coalition of the SPD, the Greens and the Left has fallen well short of the targets it set itself.

OUT OF 30,000 APARTMENTS PLANNED, ONLY 21,000 WILL BE BUILT

Six municipal housing companies were supposed to create a total of 30,000 new apartments by the election in September 2021. By the end of 2021, however, only 21,000 will have been built. Why this is the case and at what points housing construction is repeatedly stuck or even fails, the broadcaster RBB has comprehensively illuminated in a documentary of about 45 minutes.

The format sheds light on construction projects that have been waiting for decades to be implemented, as well as alternative visions for new forms of housing, such as self-managed house projects and apartment buildings that have been implemented in very confined spaces and with high creative potential.

ALTERNATIVE FORMS OF HOUSING, DECADES OF DELAYS, CREATIVE BUILDING

Very different protagonists of housing construction have their say in this documentary: Sebastian Scheel, Senator for Urban Development and Housing, comments in detail. But numerous tenants, private and state-owned project developers, cooperative representatives, architects and private networks such as the “Mietshäuser Syndikat” are also allowed to present their perspectives.

A LOOK BEYOND BERLIN’S STATE BORDERS

A look beyond Berlin’s borders is also ventured, for example to the booming municipality of Schönefeld, where housing construction is much faster and less complicated than in Berlin.

In the interview, Sebastian Scheel is sometimes pleasantly frank in response to questions from RBB, explaining the frequently inadequate cooperation between construction authorities as follows: “It’s often no longer about the matter at hand, but only about being right.” This is one of the reasons why his senate administration has withdrawn no fewer than 18 housing projects from individual districts in order to push them forward centrally and, above all, more quickly.

POSITIVE EXAMPLE: PROJECT “WATERKANT” IN SPANDAU

The makers of this documentary have succeeded in creating a diverse, well thought-out and carefully researched broadcast format that not only highlights problems, but also documents positive examples, such as the state-owned Waterkant project in Spandau.

If you want to know more about how well or poorly housing construction is currently progressing in Berlin, this documentary is highly recommended. It is available in the ARD Mediathek.

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