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Kulturbrauerei: Rettungsplan steht, Nachverdichtung wird diskutiert

Der vom Bezirk Pankow seit Monaten angekündigte Rettungsplan für den Fortbestand der kulturellen Nutzung in der Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg wurde nun fertiggestellt. Gleichzeitig wird über eine Nachverdichtung auf dem Gelände an der Schönhauser Allee diskutiert.

Ein Rettungsplan soll den Kulturbetrieb in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg absichern. Der Bezirk stellte den veränderten Bebauungsplan kürzlich vor.

 

Erst am 16. März hatten wir darüber berichtet, dass der Bezirk Pankow seit Monaten daran arbeitet, eine Art „Rettungsplan“ für die Kulturbrauerei im Stadtteil Prenzlauer Berg auf die Beine zu stellen. Denn mehrere, große Hauptstadtmedien berichteten im Spätsommer 2021 darüber, dass das Areal der Kulturbrauerei möglicherweise vor dem Verkauf stehe – und damit vielleicht vor einer Umwälzung der Mieterschaft und der Nutzungsstruktur.

Schnell wurde das Schreckensszenario publik, aus dem Standort könnte ein vorwiegend als Bürokomplex genutztes Ensemble und die zahlreichen Kulturschaffenden demzufolge aus der Kulturbrauerei verdrängt werden.

TLG Immobilien bestritt Verhandlungen über einen Verkauf der Kulturbrauerei

Eigentümerin der Kulturbrauerei ist das Unternehmen TLG Immobilien. Diese bestritt damals jedoch gegenüber der Presse, dass Verkaufsverhandlungen über den Standort liefen. Kolportiert wurde ein Verkaufspreis von rund 150 Millionen, den ein Investor bereit wäre, zu zahlen. Davon ist mittlerweile keine Rede mehr.

Der Bezirk hat sich aber vom Abklingen der Gerüchte nicht beirren lassen und den Plan nun fertiggestellt. Wie Baustadträtin Rona Tietje (SPD) in einer neuen Vorlage an die Bezirksverordneten mitteilte, soll der überarbeitete Bebauungsplan ab sofort greifen.

Instrument zur Sicherung des Kulturbetriebs in der ehemaligen Brauerei

Dieses amtliche Instrument soll dem Bezirk dabei helfen, eine Kulturnutzung der früheren Schultheiss-Brauerei amtlich vorschreiben zu können. Mit dieser Festlegung soll eine Umwandlung der denkmalgeschützten Bauten in Büroflächen unterbunden werden.

Ziel sei eine „geordnete städtebauliche Entwicklung des Areals als Kulturstandort mit kleinteiliger Nutzungsmischung„, heißt es in der Bezirksvorlage. Gerade den vorhandenen Mix soll der neue Bebauungsplan zukünftig absichern. Er dient dazu, Eigentümer baurechtlich zu verpflichten, die heutigen Hauptnutzungen mit Diskotheken und Tanzcafés, Lichtspieltheatern, Betrieben der Kultur- und Kreativwirtschaft und Einzelhandelsbetrieben zu erhalten.

Die Kulturbrauerei wird in zwölf Sondergebiete unterteilt

Mit einer Unterteilung der Brauerei in zwölf Sondergebiete will das Bezirksamt zudem durchsetzen, dass keine der einzelnen Hauptnutzungen den Betrieb in der Kulturbrauerei dominiert. Soweit so gut. Gleichzeitig wurde jedoch bekannt, dass derzeit auch über eine Nachverdichtung auf dem Gelände der Kulturbrauerei nachgedacht wird.

Laut Bezirksamt liege bereits ein Bauantrag vor, der das Ziel hat, das frühere Kinderheim-Gebäude im Inneren der Brauerei wieder aufzubauen. Dazu würden die heutigen, ein bis zwei Geschosse des Heims, die verblieben sind, mit weiteren drei Geschossen überbaut werden.

Derzeit ist offen, ob das Vorhaben genehmigt wird

Das ehemalige Kinderheim befindet sich an der Schönhauser Allee gelegenen Seite der Kulturbrauerei. Wie das Bezirksamt Pankow mit diesem Antrag zur Nachverdichtung umgehen wird, ist derzeit noch offen.

Ein positiver Bescheid für das Projektvorhaben wurde bislang jedenfalls nicht erteilt. Der Bezirk stellte aber gleichzeitig klar, dass es sich beim ehemaligen Kinderheim um die einzige Stelle auf dem Kulturbrauerei-Areal handelt, wo eine Nachverdichtung überhaupt möglich ist.

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Das ehemalige Kinderheim, welches möglicherweise aufgestock werden könnte, befindet sich am äußeren Rand der Kulturbrauerei, an der Schönhauser Allee (eingekreist).

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1 Kommentar

  1. Max Müller April 27, 2022

    Den früheren Zustand herstellen heisst jetzt also Nachverdichtung?
    Eigentlich sollte sich das aus dem Erst- Genehmigung ergeben und Wiederaufbau zählen, weil wenn es nach dem Krieg sofort wieder aufgebaut worden wäre, dann wären die Stockwerke schon drauf.

    Dann wurde wohl nach dem Krieg die ganze Stadt nachverdichtet.

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