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Neues Besucherzentrum am Reichstag: Baustart erfolgt 2025

Rund um den Reichstag im Berliner Regierungsviertel stehen gleich mehrere Umbauprojekte in den Startlöchern. Begonnen wird damit allerdings erst 2025. Sowohl ein neues Besucherzentrum soll entstehen, als auch neue Sicherheitsanlagen im Außenbereich des historischen Parlamentsgebäudes.

So soll das neue Besucherzentrum am Berliner Reichstag zukünftig einmal aussehen. Mit dem Bau soll ab 2025 begonnen werden.

© Visualisierungen: Markus Schietsch Architekten GmbH

 

Die Situation am Berliner Reichstag, der Heimat des bundesdeutschen Parlaments, ist seit Jahren in höchstem Maße unbefriedigend. Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher werden durch einen provisorischen Containerbau in das Parlamentsgebäude geschleust.

Die derzeitige Lösung ist nicht nur ausgesprochen unflexibel und stößt längst deutlich an ihre Kapazitätsgrenzen, auch optisch ist sie wenig erbaulich. Durch die Errichtung eines neuen Besucher- und Informationszentrums, kurz “BIZ”, soll das provisorische Sicherheitskontrollgebäude abgelöst werden.

Ein neues Besucherinformationszentrum soll entstehen

Der Neubau wird zukünftig als zentraler Eingang für Besucherinnen und Besucher am Platz der Republik funktionieren. Ziel des Projekts ist es, das Provisorium durch eine städtebaulich, architektonisch und funktional angemessene, dauerhafte Lösung zu ersetzen.

Darüber hinaus ist ein flexibler Empfangs- und Informationsbereich geplant. Zudem sollen Räume für Seminar- und Diskussionsveranstaltungen sowie ein Gastronomieangebot für die Gäste eingerichtet werden.

Der Baustart für das Projekt verzögert sich

Wie so viele andere, öffentlich verantwortete Bauprojekte ist allerdings auch dieses Projekt ein Langläufer. Nachdem das Preisgericht bereits im Jahr 2016 zwei Siegerentwürfe prämierte und Anfang 2017 den überarbeiteten Beitrag des Züricher Büros Markus Schietsch Architekten zum letztlichen Sieger kürte, wurden angesichts von Sicherheitsbedenken weitere Änderungen nötig, was den für 2020 in Aussicht gestellten Baustart zunichte machte.

Wie der aktuelle Stand der Planungen ist, darüber informierten am Montag der Architekt selbst sowie die für den Bau zuständige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben („Bima“) im Berliner Baukollegium. Demnach ist mit einem Baustart des Projekts  nicht vor 2025 zu rechnen. Eine Fertigstellung des neuen Besucherzentrums wäre also nicht vor 2029 zu erwarten, da mit einer vierjährigen Bauzeit gerechnet wird.

Fertigstellung des Projekts nicht vor 2029

Vom neuen Besucherzentrum wird ein geschlossener Fußgängertunnel unterirdisch zum Reichstagsgebäude führen. Damit soll gewährleistet werden, dass nur eine einzige Sicherheitskontrolle für die Besucherinnen und Besucher nötig wird. Das Projekt umfasst also nicht nur den Bau eines Gebäudes, sondern zudem aufwendige Tunnelarbeiten.

Die Baukosten, ursprünglich mit 150 Millionen Euro angesetzt, sind nicht nur aufgrund der zwischenzeitlich enorm gestiegenen Baukosten obsolet. Auch, weil unter anderem die Sicherheitsanforderungen weiter hochgeschraubt wurden, ist nun nach Angaben des Architekten mit Gesamtkosten von mehr als 200 Millionen Euro zu rechnen.

Auf dem Platz der Republik soll ein „Aha“-Graben entstehen

Dabei geht es allerdings nicht ausschließlich um den Bau des Besucherzentrums samt Tunnel. Weitere bauliche Maßnahmen im Umfeld des Gebäudes sind ebenfalls Teil des Projekts. Die unschönen, provisorischen Absperrgitter, die das Bild am Reichstagsgebäude heute dominieren, sollen durch dauerhafte Elemente ersetzt werden.

Ein so genannter “Aha”-Graben soll auf dem Platz der Republik vor dem Hauptportal des Gebäudes errichtet werden. Mit dem „Aha“-Graben wird ein seit dem 19. Jahrhundert gängiges Gestaltungselement der Gartenbaukunst, dessen Ursprünge in der Planung englischer Landschaftsparks liegen, angewandt.

Zwei Zäune aus vertikalen Metallstäben werden den Graben ergänzen

„Aha“-Graben bedeutet, dass ein von der Hausseite unsichtbarer Graben installiert wird. Dieser Graben, der im Gegensatz zu Mauern oder Zäunen für den Blick in die Ferne unsichtbar ist, lässt die Grenze zwischen Gebäude und der umgebenden Landschaft als dessen Fortführung erscheinen.

Der Graben soll rund zweieinhalb Meter tief werden. Zusätzlich werden daran angrenzend zwei jeweils 55 Meter lange, zweieinhalb Meter hohe Zäune aus vertikalen Metallstäben errichtet, die das Gebäude seitlich abgrenzen sollen. Die provisorischen Absperrgitter sollen verschwinden.

Neue Toilettenanlage wird derzeit noch diskutiert

Auch eine neue Toilettenanlage, die baulich unabhängig vom neuen Besucherzentrum geplant ist, soll errichtet werden. Diese wird ebenfalls von der „Bima“ geplant, stieß beim Baukollegium aber auf Widerwillen, da sie sich auch optisch vom neuen Besucherzentrum abgrenzen wird. Sie soll für Besucherinnen und Besucher zur Verfügung stehen, die nicht das Reichstagsgebäude besuchen, sondern lediglich das Regierungsviertel besichtigen.

Es wird sich in den kommenden Jahren also eines verändern rund um den Berliner Reichstag, auch wenn sich der Baustart erneut verzögert hat. Ärgerlich ist dies vor allem deshalb, da die unschönen Provisorien am Parlamentsgebäude dadurch noch weitere drei Jahre Bestand haben werden.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

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