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Bis 2026 erhält der Bundesrat ein neues Besucherzentrum

© Visualisierung Titelbild (oben): Max Dudler

Das Bundesratsgebäude an der Leipziger Straße in Berlin-Mitte wird ein Besucherzentrum erhalten. Der Neubau entsteht auf einer schmalen Freiflächen zwischen Bundesrat und dem östlichen Rand des Leipziger Platzes.

Erhält ein modernes Besucherzentrum: Das historische Bundesratsgebäude in Berlin-Mitte.

 

Für die neue Bundesregierung sind es ausgesprochen bewegte Tage und Wochen, die hinter und vor ihnen liegen. Die außerordentliche Sitzung des Bundestages im Berliner Regierungsviertel und die Regierungserklärung von Bundeskanzler Olaf Scholz haben dies am gestrigen Sonntag ausdrücklich gezeigt.

Auch die Demonstration von mehreren hunderttausend Menschen, die sich vorbei am Regierungsviertel in der Berliner Mitte zwischen Siegessäule und Humboldt Forum erstreckte, zeigte überdeutlich, wie sehr der vorherrschende, von Russland initiierte Krieg auf dem Territorium der Ukraine die Menschen bewegt.

Erweiterung des Bundesratsgebäudes läuft seit April 2020

Ungeachtet dieser Thematik und der vollständigen Neuausrichtung der deutschen Außen- und Verteidigungspolitik gehen andere Projekte der Bundesregierung, die bereits vor mehreren Jahren begonnen wurden, unvermindert weiter.

Dazu gehört auch die bereits laufende Erweiterung des Bundesratsgebäude an der Leipziger Straße im Berliner Bezirk Mitte. Bereits seit April 2020 wird an dem Projekt gearbeitet. Bis 2026 soll das Projekt umgesetzt werden.

9.000 Quadratmeter Nutzfläche entstehen bis 2026

Insgesamt wird der Anbau rund 9.000 Quadratmeter Nutzfläche umfassen und soll das Hauptgebäude entlasten, dessen Besucherzahlen in den letzten Jahren stark angestiegen waren, vor allem in den Jahren vor der Corona-Pandemie. Im Jahr 2001 wurden noch 20.000 Besucherinnen und Besucher jährlich gezählt, 2018 waren es bereits 70.000.

Mit dem Anbau wird der Bundesrat einen neuen Empfangsbereich bekommen und soll gleichzeitig „öffentlicher“ werden. Das neue Foyer soll für Besucherinnen und Besucher frei zugänglich sein. Damit soll das Bundesratsgebäude nicht nur, wie bisher, im Rahmen von Führungen zugänglich gemacht werden, sondern in diesem Bereich durchgängig offen stehen.

Ein überdachter Innenhof für Ausstellungen und Veranstaltungen

Zum historischen Haupthaus hin entsteht durch den Anbau ein überdachter Innenhof, der für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt werden soll. Im Neubau entstehen zudem moderne Büroflächen, die nach ursprünglichen Planungen auch vom benachbarten Bundesfinanzministerium genutzt werden sollten.

Dieses erhält nun aber seinerseits einen raumgreifenden Neubau. Somit ist fraglich, ob diese Planungen noch aktuell sind, oder ob es sich lediglich um eine Zwischennutzung durch das Bundesfinanzministerium handeln wird.

Zusätzliche Büroflächen für die Bundesregierung sind heiß begehrt

Dass die Bundesregierung grundsätzlich unter Platzmangel für Büroflächen leidet, zeigen allein zwei Bauprojekte, die im Regierungsviertel am Spreebogen umgesetzt werden. So sind einerseits auf dem „Luisenblock West“ genannten Areal unweit des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses in den vergangenen anderthalb Jahren Büros in Holzmodulbauweise entstanden, um kurzfristig zusätzliche Kapazitäten schaffen zu können.

Darüber hinaus ist eine umfassende Erweiterung des Bundeskanzleramtes geplant, die bis 2027 umgesetzt werden soll. 400 neue Büros sollen im Zuge dieser Baumaßnahme entstehen. So großformatig wie das Bauvorhaben am Kanzlergarten wird der Neubau am Bundesrat allerdings nicht ausfallen.

Lücke zwischen Bundesrat und Leipziger Platz wird geschlossen

Der nun entstehende Anbau wird die städtebauliche Lücke zwischen dem Bundesratsgebäude und dem östlichen Rand des Leipziger Platzes schließen, auch in architektonischer Hinsicht. Das neue Gebäude erhält eine reliefartige Natursandsteinfassade und soll optisch die  äußere Struktur des Hauptgebäudes fortsetzen.

Der Entwurf des Architekturbüros Max Dudler setzte sich in einem zweistufigen, offenen Realisierungswettbewerb durch. In der ersten Wettbewerbsphase hatten sich 85 Büros beteiligt, in der zweiten Phase dann noch 25.

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