-->
entwicklungsstadt berlin

Jede Zeit baut ihre Stadt.

Unter den Linden: Botschafts-Neubau schließt letzte große Baulücke

Lange war über den Bau der polnischen Botschaft am Boulevard Unter den Linden nur gesprochen worden. Nun jedoch zeigt sich ein erstaunlich rascher Baufortschritt beim Botschaftsprojekt in Berlin-Mitte.

Baustelle am Boulevard Unter den Linden: Hier entsteht der Neubau der Polnischen Botschaft.

Text und Fotos: Björn Leffler
© Visualisierung:  JEMS

 

Man möchte fast meinen, dass die verloren gegangene Zeit, die während der langen Vorlauf- und Planungsphase für den Neubau der Polnischen Botschaft ins Land gezogen ist, nun während der Bauphase aufgeholt werden soll. Denn der Baufortschritt, der sich auf der Baustelle am Boulevard Unter den Linden zeigt, ist beachtlich.

Erst Anfang des Jahres 2022 waren die Tiefbauarbeiten abgeschlossen worden. Nun werden bereits erste Fassadenelemente angebracht, der Hochbau hat mittlerweile die vierte Etage erreicht. Am Prachtboulevard in Berlin-Mitte wird es durch den Neubau der Botschaft einen großen Fassaden-Lückenschluss geben, dessen Dimensionen langsam erfahrbar werden.

Unter den Linden: Eine der letzten großen Baulücken verschwindet

Es ist eine der letzten großen Baulücken an der Straße Unter den Linden, die mit dem Bau der Botschaft geschlossen wird. Es nahm einige Zeit in Anspruch, bis dies in Angriff genommen werden konnte. Der allererste Anlauf für den Bau einer neuen polnischen Botschaft am Boulevard Unter den Linden liegt bereits rund zwanzig Jahre zurück.

Dem Vernehmen nach herrschte damals jedoch Uneinigkeit zwischen dem Berliner Senat und dem verantwortlichen Architekturbüro über die Gestaltung des potenziellen Neubaus. Die aktuell gültigen Pläne für das Gebäude, welches nun errichtet wird, stammen aus dem Jahr 2012 und sind damit ebenfalls bereits ein Jahrzehnt alt.

Der polnische Staat finanziert den Botschafts-Neubau

Die Finanzierung des Projekts soll vollständig durch den polnischen Staat übernommen werden. Verantwortlich für den architektonischen Entwurf ist das in Warschau ansässige, polnische Architekturbüro JEMS. Zu den bisher realisierten Bauvorhaben des Büros zählt unter anderem das „internationale Kongress-Zentrum“ im polnischen Kattowitz oder die Erweiterung der historischen “Raczyński-Bibliothek” in Posen (Poznań).

Entstehen soll auf dem prominenten und prestigeträchtigen Grundstück am Boulevard Unter den Linden ein Neubau mit einer Nutzungsfläche von rund 10.000 Quadratmetern. Rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen hier zukünftig arbeiten.

Der Entwurf sieht eine streng gegliederte Sandsteinfassade mit großen Durchbrüchen vor, der ein anspruchsvolles, optisches Konzept verfolgt. Zwei “doppelte” Schichten der Süd- und Nordfassade, die sich zwischen den angrenzenden Gebäuden erstrecken, sollen die “eigentlichen”, privaten Räumlichkeiten der Botschaft trennen.

Derzeit befindet sich die polnische Botschaft im Grunewald

Das derzeit als polnische Botschaft genutzte Gebäude (die frühere polnische Militärmission) befindet sich übrigens nicht Unter den Linden in Mitte, sondern im Berliner Ortsteil Grunewald des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf.

Bis 1994 lag der Berliner Hauptsitz der Botschaft am Boulevard Unter den Linden 70–72, wo nun der Neubau entstehen soll. Das 1967 dort errichtete Gebäude, welches viele Jahre als Botschaftsgebäude der Republik Polen diente, ist bereits vor einigen Jahren abgerissen worden.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

So soll das neue Botschaftsgebäude nach Abschluss der Bauarbeiten einmal aussehen. / © Visualisierung:  JEMS

Weitere Projekte in Mitte findet Ihr hier

 

Weitere Artikel zu ähnlichen Projekten findet Ihr hier:

Bis 2026 erhält der Bundesrat ein neues Besucherzentrum

„Staab Architekten“ gestalten Erweiterung des Finanzministeriums

Erweiterung des Kanzleramtes bis 2028: Baukosten steigen deutlich

Tiergarten: Neubau der indonesischen Botschaft entsteht

Erweiterung des Umweltministeriums entsteht in Holzbauweise

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

Antworten

© 2022 entwicklungsstadt berlin

Thema von Anders Norén