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Tauziehen um die Neugestaltung des Preußenparks in Wilmersdorf

Um die vom Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf geplante Neugestaltung des beliebten Preußenparks gibt es heftige Diskussionen. Eine Initiative fordert den Stopp der bereits laufenden Umbauarbeiten und hat Unterschriften gegen das Projekt gesammelt. 

Hat sich zum Besucher- und Touristenmagnet entwickelt: Der Thaimarkt im Wilmersdorfer Preußenmarkt.

 

Die Neugestaltung von Grünflächen im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf scheint schon traditionell von Problemen begleitet zu sein. Der nun schwelende Streit um den Umbau des populären Preußenparks im Stadtteil Wilmersdorf ist jedenfalls kein Einzelfall.

Schon der Umbau des nicht weit entfernten Olivaer Platzes war von intensiven Auseinandersetzungen geprägt und wurde ein Berlinweites Thema. Letztlich verging über ein Jahrzehnt, bevor ein Kompromiss gefunden und der Platz schließlich umgestaltet werden konnte.

Umbauarbeiten im Preußenpark laufen bereits seit 2020

Genauso schwierig, vermutlich noch verfahrener, gestaltet sich die Situation beim Vorhaben des Bezirks, rund um den Kreuzungsbahnhof Westkreuz eine öffentlich zugängliche Grünfläche mit dem Namen „Westkreuzpark“ zu gestalten. Die ambitionierten Pläne des Bezirks scheiterten an einem zu spät wahrgenommenen Vorkaufsrecht. So urteilte Anfang Februar das Berliner Landgericht.

Da überrascht es wenig, dass auch beim angestrebten Umbau des Preußenparks unweit des Hohenzollerndamms, zwischen Brandenburgischer Straße und Pommernstraße, ein Konflikt zwischen Bezirk sowie Anwohnerinnen und Anwohnern entstanden ist.

Der populäre Thai-Markt soll an den Rand des Parks verlagert werden

Bereits seit rund anderthalb Jahren ist der Bezirk dabei, den Preußenpark umzubauen. Dabei soll unter anderem der äußerst populäre Thai-Markt an den Rand des Parks verlagert und verkleinert werden.

Zudem soll eine neue Marktanlage und ein Multifunktionsgebäude entstehen. Der Verkauf auf dem Streetfood-Markt soll zukünftig legalisiert werden. Bisweilen werden die Speisen quasi und privat und unreguliert angeboten.

Darüber hinaus sind im Park neue Spielplätze und Sportflächen geplant. Ziel sei laut Bezirk der Erhalt des Street-Food-Angebots bei gleichzeitiger Aufwertung der Erholungsfunktion des Parks. Denn die Beliebtheit des Marktes hat laut Oliver Schruoffeneger, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, zu einer Übernutzung der Grünflächen und Schädigung der Park-Infrastruktur durch die zahlreichen Besucher geführt.

Auf dem Gelände sollen neue Spiel- und Sportflächen entstehen

Aufgrund dessen sollen das Flächenkonzept neu gestaltet werden, so dass die Grünflächen sich wieder erholen können und auch weitere Nutzungsmöglichkeiten auf dem Gelände ermöglicht werden. Insbesondere die neu zu schaffenden Spiel- und Sportflächen hebt der Bezirk hervor, da im gesamten Bezirk ein Defizit an Spielflächen bestehe.

Dennoch betont Schruoffeneger, dass der Preußenpark auch zukünftig eine Grünfläche bleiben soll. Dennoch versammelten sich am vergangenen Donnerstagmorgen mehrere Mitglieder der Initiative „Initiative Preußenpark“,  um gegen die Umbaupläne der Parkanlage zu protestieren.

„Initiative Preußenpark“ fordert Stopp der Umbauarbeiten

Wir fordern, dass die Umbaupläne gestoppt und die bereits angerichteten Schäden geheilt werden.“ So äußerte sich Antje Henning vom Netzwerk Grünzüge für Berlin. Um den Umbau zu stoppen, hat die Initiative insgesamt 625 Unterschriften gesammelt und diese dem Bezirksverordnetenvorsteher Wolfgang Tillinger (SPD) übergeben. Die Petition soll jetzt an den Ausschuss für Eingaben und Beschwerden weitergeleitet und dort diskutiert werden.

Die Anwohnerinitiative fordert unter anderem, dass der Preußenpark als „naturnahe, unversiegelte Grünfläche“ erhalten bleibt. Zudem wollen sie keine Zersiedelung des Parks durch Sport- und Spielplätze. „Ein naturnaher, unversiegelter Park mitten in der Stadt ist für die Gesundheitsvorsorge der Bevölkerung unverzichtbar“ sagt Antje Henning.

Bezirk und Anwohner verfolgen unterschiedliche Ziele

Dies betreffe aus ihrer Sicht auch den Naturschutz wie etwa die Aufnahme des immer knapper werdenden Regenwassers in den Boden und den Erhalt der Artenvielfalt. Viele Anwohner fürchten auch die Fällung von Bäumen im Zuge der Bauarbeiten.

Der Bezirk muss hier also noch weitere Überzeugungsarbeit leisten, um auch die Anwohnerinnen und Anwohner für das Umbauvorhaben zu gewinnen. Wer die Grünfläche heute besucht, sieht jedenfalls sehr schnell, dass eine Modernisierung und Aufwertung der Fläche auf jeden Fall notwendig ist. Eine jahrelanger Streit, wie beim Olivaer Platz, wäre für die Zukunft der Grünanlage daher wohl eher kontraproduktiv.

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