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Umbau abgeschlossen: Neue Struktur für den Olivaer Platz in Wilmersdorf

Um die Neugestaltung des Olivaer Platzes im Berliner Stadtteil Wilmersdorf hat es eine jahrelange, mitunter verbissen geführte Diskussion gegeben. Die seit Ende 2019 laufenden Umbauarbeiten wurden nun abgeschlossen.

Neu gestalteter Stadtplatz zwischen Lietzenburger Straße und Kurfürstendamm: Der Olivaer Platz in Wilmersdorf.

© Fotos: Celine Hellriegel

 

Das wohl am intensivsten diskutierte Umgestaltungsprojekt im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ist vor wenigen Wochen fertiggestellt worden: Die Neugestaltung des Olivaer Platzes.

Schon vor elf Jahren, im Herbst 2010, war die Ausstellung „Olivaer Platz – gestern, heute, morgen“ im Heimatmuseum Charlottenburg-Wilmersdorf gezeigt worden und galt als Auftakt für die Planungen zum Umbau des Platzes, der in unmittelbarer Nähe zum Kurfürstendamm zwischen Lietzenburger Straße, Pariser Straße, Konstanzer Straße und Württembergische Straße liegt.

Zehn Jahre Diskussionen um den Umbau des Platzes

In den folgenden Jahren gab es Bürgerveranstaltungen, einen  Realisierungswettbewerb, Vor-Ort-Termine, Besprechungen des Themas in verschiedenen Ausschüssen der Bezirksverordnetenversammlung, einen langen Prozess zur Aufstellung eines Bebauungsplans sowie einen runden Tisch.

Am Ende dieser langwierigen und zum Teil verbittert geführten Diskussionen stand ein Konsensplan, der sich vom ursprünglichen Vorschlag für die Neugestaltung des beliebten Stadtplatzes signifikant unterscheidet. Aber immerhin berücksichtigt dieser gefundene Kompromiss die Bedürfnisse (fast) aller beteiligten Gruppen.

Reduzierung des Autoverkehrs, mehr Spiel- und Erholungsflächen

Welche Bedürfnisgruppen waren an der jahrelangen Diskussion beteiligt? Dies waren beispielsweise die Autofahrer, die am Platz  Parkplätze benötigen. Auch auch Eltern von Kleinkindern, die Spielgeräte vorfinden wollten. Oder Ruhesuchende, die sich über Parkbänke und begehbare Grünflächen freuen.

Bei der Fülle der in Berlin verfügbaren Grün- und Parkflächen ist es schon erstaunlich, dass um die Gestaltung eines vergleichsweise kleinen Platzes so lang und unnachgiebig gestritten wurde. Umso erfreulicher ist es, dass der Umbau selbst im vorgegebenen Zeit- und Kostenrahmen blieb und relativ geräuschlos verlief.

Zwei Jahre Umbau: Ein Café, neue Grünflächen, mehr Spielbereiche

Der Platz präsentierte sich in den vergangenen zwei Jahren als große Baustelle. Die fertiggestellten Bereiche des Platzes wurden sukzessive für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es wurden neue Bodenplatten verlegt sowie Parkbänke, Spielgeräte und sogar ein neuer Pavillon mit Café, Terrasse und öffentlichen Toiletten errichtet.

Besagtes Café bietet heute im Innenraum Platz für 30 und im Außenbereich Raum für 60 Gäste. Die angebundene Terrasse ist zur Grünfläche hin ausgerichtet. Der Pavillon gewährt barrierefreien Zugang, auch die WC-Anlagen wurden behindertengerecht ausgestattet. Die Fassade ist geprägt von einer moderne Optik aus Holz und Grüntönen.

Kosten für den Umbau: 4,8 Millionen Euro

Insgesamt 4,8 Millionen Euro kostete der Umbau der in den 1960er Jahren angelegten, 13.000 Quadratmeter großen Parkanlage. Das zum Baustart kommunizierte Ziel, den Bau bis Ende 2021 abzuschließen, wurde erreicht.

Das soll tatsächlich auch gebührend gefeiert werden: Eine „offizielle“ Eröffnung mit dem Kinder- und Jugendparlament und den Anwohner*innen soll, wegen der ungemütlichen Witterung im Herbst und Winter, im nächsten Frühjahr stattfinden.

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2 Kommentare

  1. Carlos Olivares November 7, 2021

    Nur zwei negative Punkte:
    Abends nicht genügend Beleuchtung
    Und wenn es regnet bildet sich auf der Wiese eine riesige Wasser Pfütze!!

  2. H. November 19, 2021

    Rings um den Olivaer Platz befinden sich Ärztehäuser und z.B. eine Orthopädie!
    Der Wegbau mehrerer hundert Parkplätze kann somit weder nachvollzogen, noch bei vollem Verstand gefeiert werden!
    Von einer Beteiligung der Autofahrer an der Entscheidungsfindung, außer der „zur Kenntnisnahme“ kann auch keine Rede sein! Schon vor dem Umbau des Platzes waren zu wenige Parkplätze vorhanden und Autofahrer mussten kreisen, bis sie endlich irgendwo eine Parklücke gefunden haben! Nicht jeder kann auf Grund gesundheitlicher Beschwerden ÖPNV nutzen, Fahrradfahren oder hat in der Nähe seiner Wohnung den passenden Facharzt! Werktätige können sich in den seltensten Fällen direkt im Umfeld des Arbeitsplatzes eine Wohnung leisten! Auch hätten die fast 5 Millionen Euro besser in soziale Projekte, wie z.B. Kita‘s oder bezahlbaren Wohnraum investiert werden können!
    Denjenigen, die diesen fast 5 Millionen teuren Irrsinn zu verantworten bzw. diesen durch ihre Zustimmung mitgetragen haben, wünsch ich neben dem Verlust des Anspruchs auf Sozialleistungen, Arthrose 3. und 4. Grades im Knie (weil sich damit „besonders gut“ Fahrrad fahren lässt) sowie ein geschwächtes Immunsystem (weil man damit „gerne“ überfüllte ÖPNV nutzt)!

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