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Großbaustelle ab 2023: Neubau des Autobahndreiecks Funkturm

Am Autobahndreieck Funkturm soll ab dem Jahr 2023 eine umfassende Neuordnung des Straßenraums vorgenommen werden. Acht Jahre soll der Umbau in Anspruch nehmen. 

230.000 Fahrzeuge passieren täglich das Autobahndreieck Funkturm. Der Umbau wird Auswirkungen auf den gesamten Verkehr in der Berliner City West haben.

 

Im Berliner Westen steht ab dem Jahr 2023 der vieldiskutierte Umbau des Autobahndreiecks Funkturm bevor. Der Verkehrsknotenpunkt am mittlerweile geschlossenen, ehemaligen Kongresszentrum ICC, wird täglich von rund 230.000 Autos passiert.

Da sich diese Zahl einerseits in den kommenden Jahren nach Einschätzung des federführenden Unternehmens Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) weiter erhöhen soll und das Bauwerk andererseits erheblich in die Jahre gekommen ist und nicht mehr den heutigen Standards entspricht, soll neu geplant und gebaut werden.

Das Dreieck Funkturm ist schon heute ein Verkehrs-Nadelöhr

Schon heute ist das Dreieck Funkturm ein Nadelöhr, auf dem es regelmäßig zum Stau kommt. Das soll laut Deges vor allem an der Konstruktion des Bauwerks liegen. Die Auf- und Abfahrten seien ein Wildwuchs und entsprechen nicht mehr den aktuellen Sicherheitsvorschriften.

Zudem seien die 25 Brücken des Bauwerks marode, auf fünf gelten bereits Einschränkungen, auf vier weiteren Brücke werde das zeitnah ebenfalls geschehen. Der Sanierungsbedarf ist also definitiv gegeben.

Baustart frühestens ab 2023

Frühestens ab dem Jahr 2023 sollen die ersten, vorbereitenden Bauarbeiten beginnen, ab 2024 soll es dann richtig losgehen. Bis 2032 sollen nach heutigem Planungsstand die Bauarbeiten mindestens andauern. Das nun anstehende Planfeststellungsverfahren ist eine der letzten Hürden auf dem Weg zur Umsetzung des Projekts.

Das Interesse der Berliner Bevölkerung am Projekt ist hoch, und so hat Projektentwickler Deges – ohne dazu rechtlich verpflichtet zu sein – eine breite Bürgerbeteiligung möglich gemacht – und auch Änderungen am ursprünglichen Projektplan vorgenommen.

Anwohner*innen setzten Änderung des Entwurfs durch

Die neue Anschlussstelle Messedamm sollte eigentlich neben der Siedlung Eichkamp den Verkehr von und zur Avus direkt über die Jafféstraße führen. Nach anhaltendem Widerstand und zahlreichen Einsprüchen, die hohe Lärmbelästigung befürchteten, wurde die Planung von der Deges noch einmal überarbeitet.

Die neue Auf- und Abfahrt soll nun auf Höhe der alten Avus-Tribüne entstehen, rund 250 Meter weiter östlich von der ursprünglich geplanten Stelle. Sie führt vom Messedamm unter der A115 hindurch und über eine Rampe wieder hinauf zur Autobahn.

Entwurf der Deges wird kritisch gesehen: Zu wenige Auf- und Abfahrten

Dennoch kritisieren die Anwohner*innen am Entwurf der Deges, dass es zu wenige Auf- und Abfahrten geben soll. Die Befürchtung ist groß, dass sich ein Großteil des Verkehrs in die angrenzenden Stadtquartiere verlagern könnte. Die Deges möchte weitere Auf- und Abfahrten jedoch nicht in das Projekt aufnehmen.

In einer Onlineveranstaltung am Donnerstagabend sollen die Überlegungen zur Anzahl der Zufahrtsstraßen nun erneut diskutiert werden, das Ergebnis fließt dann anschließend in das Planfeststellungsverfahren ein.

Nächster Schritt: Planfeststellungsverfahren

Dort soll es dann auch noch einmal eine weitere Beteiligung der Anwohner*innen geben. Letztlich muss das Fernstraßen-Bundesamt entscheiden, ob der Umbau des Autobahndreiecks Funkturm genehmigt wird.

Der Verkehr soll während der gesamten Bauzeit weiter über das Autobahndreieck rollen, dafür will die Deges Behelfsfahrbahnen und -brücken errichten, unter anderem über die Gleise der Ringbahn. Es ist ein infrastrukturelles Mammutprojekt, welches auf die Berliner City West in den 20er Jahren zukommen wird.

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So soll das neue Autobahndreieck nach Abschluss der Bauarbeiten aussehen.

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1 Kommentar

  1. Berliner November 3, 2021

    Verstehe ich das richtig, dass die bisherigen, ampelfreien Auf- und Abfahrten bei dem Neubau eine Ampelanlage erhalten? Das produziert doch zusätzliche Staus.
    Und ist es nicht so, dass anderorts Ampelanlagen durch Kreisverkehre ersetzt werden, um Staus zu reduzieren?

    Die Bestandsbauten sind zweifelsohne etwas schmal, was durch Reduzierung der Fahrstreifen auf je eine Spur während der letzten Jahre zusätzlich verschärft wurde. Jedoch sorgt alleine die Vielzahl der Auf- und Abfahrten für einen etwas dezentraleren Verkehrsfluss und reduziert auf diese Weise Staus eigentlich ganz gut – im Rahmen der Gegebenheiten.

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