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Berliner Hauptbahnhof: So soll der neu gestaltete Europaplatz aussehen

Im Umfeld des Berliner Hauptbahnhofs wird seit vielen Jahren ein gänzlich neues Stadtquartier aus dem Boden gestampft. Sukzessive erhält das Gebiet nördlich des Bahnhofs mit der voranschreitenden Fertigstellung der „Europacity“ sein neues Gesicht. Ein fehlendes Puzzlestück ist noch die Gestaltung des Europaplatzes. Dieser wird in den kommenden Jahren nach Plänen des Büros Rehwaldt Landschaftsarchitekten gestaltet.

So soll der Europaplatz nördlich des Berliner Hauptbahnhofs nach seiner Umgestaltung einmal aussehen. / © Visualisierung: Rehwaldt Landschaftsarchitekten

© Visualisierungen: Rehwaldt Landschaftsarchitekten
Text: Björn Leffler

 

Der Berliner Hauptbahnhof ist nicht nur der mit Abstand größte Bahnhof Berlins, sondern gehört auch im internationalen Vergleich zur europäischen Spitzenklasse: die US-amerikanische Verbraucherschutzorganisation Consumer Choice Center wählte die Station gemeinsam mit drei anderen Bahnhöfen auf den zweiten Platz der 50 größten Bahnhöfe Europas.

Damit Berlins Gäste nicht nur innerhalb des Bahnhofsgebäudes angemessen empfangen werden, sondern auch außerhalb, wird seit vielen Jahren im Umfeld des größten Kreuzungsbahnhofs Europas kräftig gebaut. Nördlich des Hauptbahnhofs wird etwa das Neubaugebiet „Europacity“ entlang der Heidestraße aus dem Boden gestampft.

Hauptbahnhof: Bahnprojekt „City-S-Bahn“ soll Ende 2023 abgeschlossen sein

Aber auch direkt am Hauptbahnhof selbst gibt es noch Optimierungsbedarf. Wo derzeit aufgrund des Baus der neuen S-Bahnlinie „City-S-Bahn“ noch eine Baugrube klafft, soll nach Inbetriebnahme der Linie ein neuer Stadtplatz gestaltet werden. Die Linie soll den Bahnhof an das nördliche S-Bahnnetz sowie die Ringbahn anschließen.

Der mehrfach verschobene Start der neuen Linie soll nach aktuellem Planungsstand nun bis Ende 2023 erfolgen. Anschließend soll mit der Umgestaltung des Europaplatzes – so heißt das Vorfeld auf der nördlichen Bahnhofsseite – begonnen werden.

Europaplatz: Verknüpfungsort zwischen „Europacity“ und Hauptbahnhof

Dem künftigen Europaplatz wird zukünftig eine wichtige Rolle als Verknüpfungsort zwischen dem Stadtquartier „Europacity“ und dem Hauptbahnhof zufallen. In einem Gestaltungswettbewerb hatte sich das Büro Rehwaldt Landschaftsarchitekten durchgesetzt. Nach ihren Vorstellungen soll der Platz gestaltet werden.

Die künftige Verdichtung von Verkehrsabläufen und Publikumsströmen an diesem Ort verlangt einen besonderen und ausgewogenen Umgang mit dem Freiraum. Das Ziel der Planerinnen und Planer ist es, eine gestalterische Einheit von verkehrstechnisch dominierten Flächen und den nicht überfahrbaren Freiräumen zu erreichen.

Auto- und Tramverkehr durchqueren den Europaplatz nördlich des Hauptbahnhofs

Keine leichte Aufgabe, denn der Auto- und Tramverkehr durchqueren den Platz und unterteilen ihn in einen nördlichen und einen südlichen Teil. Aufgrund der begrenzten Fußgängerflächen sollen großzügige, zusammenhängende Platzflächen entstehen, in die die Verkehrsanlagen dezent integriert werden.

Der nördliche Platz soll dabei von einer kleineren Rasen- und einer großen Platzfläche belegt werden. Ein locker gruppiertes Band aus mehreren Bäumen vor den Gebäuden soll die Promenade akzentuieren und einen übersichtlichen Platzraum schaffen, der unter anderem von der dort ansässigen Gastronomie genutzt werden könnte.

Baustart hängt ab vom Abschluss der Arbeiten an der „City-S-Bahn“

Die Pflanzung der Bäume soll nach Vorstellung der Landschaftsarchitekten in leicht überhöhten Pflanzbeeten mit umlaufender Kante erfolgen, die gleichzeitig als Sitzelemente fungieren können. Neben diesem nicht überfahrbaren Platzbereich werden die notwendigen Stellflächen für Reise- und Linienbusse geplant.

Gemeinsam mit dem in Dresden ansässigen IVAS Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen und -systeme wurde das Raumkonzept für die knapp drei Hektar große Fläche entwickelt. Auftraggeber für das Projekt ist das Land Berlin, genauer gesagt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen.

Einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung des Projekts gibt es indes noch nicht, da der Startpunkt für die bauliche Umestzung des Projekts direkt am Abschluss der Bauarbeiten für die „City-S-Bahn“ hängt. Die Hoffnung ist, dass der von der Deutschen Bahn aufgestellte Zeitplan dieses Mal eingehalten wird.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

© Visualisierung: Rehwaldt Landschaftsarchitekten

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Quellen: Deutsche Bahn, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Rehwaldt Landschaftsarchitekten, IVAS Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen und -systeme

 

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2 Kommentare

  1. Anonym Dezember 1, 2022

    Waren die Planer mal vor Ort? Wie es aussieht werden Hochbordradwege und die unterdimensionierten Fußgängerüberwege weiter so behalten? Dabei gibt es seit Jahren genau dort extrem viele Konflikte. Die Wartebereiche für Fußgänger an den Ampeln sind viel zu klein. Der Hochbordradweg ist im ständigen Konflikt mit Fußgängern da er nicht erkenntlich ist und viel Fußverkehr vorhanden ist. Hauptsache die Fläche von Autos wird nicht reduziert.

    Es bräuchte konkret breitere Fußgängerüberwege und eine Verlegung des Hochbordradweges auf die Straße. Auch in Hinsicht des weiter wachsenden Europaviertels und der S21 wird es dort in Zukunft noch mehr Nicht-Auto Verkehr geben.

  2. Auswärtiger Januar 2, 2023

    Haben Sie an kostenlose Toilettenanlagen gedacht? Nein? Dann schauen Sie sich bitte im Bereich um den Hbf um, wo es zu der Buslinie M41 geht und dort, wo die Mieträder Nextbike stehen. Es befindet sich an mehreren Stellen menschlicher Kot und etwa alle fünf Minuten urinieren Männer am hellichten Tag ungeniert.

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