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Forderung: Im Süden Berlins soll ein neuer S-Bahn-Halt entstehen

Drei Bezirke ziehen an einem Strang und werben für neue Haltepunkte: So sollen am Kamenzer Damm ein neuer S-Bahn-Halt entstehen und an der Buckower Chaussee künftig Regionalbahnen halten.

Text: Stephanie Engler

 

Amtierende und stellvertretende Bezirksbürgermeister und Bezirksbürgermeisterinnen aus Tempelhof-Schöneberg (Jörn Oltmann), Steglitz-Zehlendorf (Maren Schellenberg) und Neukölln (Jochen Biedermann) werben für weitere Haltepunkte im Süden Berlins.

Profitieren sollen davon alle. Denn Politiker fordern seit mehreren Jahren, dass der S-Bahnhof Buckower Chaussee in Marienfelde um einen Regionalhalt ergänzt wird. Und auf Höhe des Kamenzer Damms soll an der Grenze zwischen Mariendorf und Lankwitz endlich ein neuer S-Bahn-Halt gebaut werden.

Positive Prognosen nur für neuen Kamenzer Damm

Zur Realisierung des S-Bahnhalts Kamenzer Damm brachte eine Eisenbahnbetriebswissenschaftliche Untersuchung („EBWU“) Ergebnisse, die den Haltepunkt fahrplantechnisch als realisierbar einstuften. Besonders das angrenzende Gewerbegebiet würde durch seine Lage durch den Bau profitieren.

Zudem wurden bereits 2021 neue S-Bahngleise verlegt und die Brücke sei breit genug für weitere Bahnsteige. Baulich wäre das Projekt daher zügig realisierbar, wenn der Senat den Bau des Haltes zeitnah bestellen würde. So könne man schon 2025 mit den Vorarbeiten und 2027 mit dem Bau beginnen. 

Neuer Regionalhalt birgt Schwierigkeiten

Die Realisierung des zusätzlichen Regionalbahnhalts Buckower Chaussee sei laut Oltmann nicht so einfach: „Die EBWU und die Kosten-Nutzen-Rechnung wird hier nicht so positiv ausfallen.

Die Ergebnisse der Fahrgastprognose liegen zurzeit ebenfalls noch nicht vor. Auf dessen Grundlage können wohl erst weitere Untersuchungen folgen. Dann könne auch erst eine Entscheidung bezüglich eines neuen Regionalhalts getroffen werden.

Südbezirke befürchten, abgehängt zu werden

Bezirksbürgermeister Oltmann betonte, dass es vor allem darum ginge, dass die Südbezirke nicht zurückfallen. Auch die Bürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf, Maren Schellenberg, sagte, dass die südlichen Bezirke Berlins „wieder ins Spiel“ gebracht werden sollten. Denn der Fokus würde seit einigen Jahren nur auf dem Gebiet innerhalb des S-Bahnrings liegen.

Die Bezirkspolitiker sind sich einig darüber, dass neue Halte für die Bahnen nur positiv für die Bewohnerinnen und Bewohner der drei Bezirke wären. Denn allein in dem Fünf-Kilometer-Radius um den Bahnhof Buckower Chaussee herum würden 300.000 Anwohner und Beschäftigte der Gewerbegebiete Motzener Straße und Großbeerenstraße von einem zusätzlichen Regionalbahnhalt profitieren. 

Oltmann sagte: „Damit werden sowohl das Verkehrsangebot auf der Achse entlang der Dresdner Bahn bis zum Flughafen BER gestärkt als auch wichtige Umsteigepunkte für nachhaltige Ost-West-Verkehre in unseren beiden Nachbarbezirken geschaffen.“ Das sei also positiv für das gesamte Gebiet.

Es liegen noch keine Zusagen des Senates vor

Jochen Biedermann, stellvertretender Bürgermeister von Neukölln, sagte zu einem neuen Regionalhalt: „Die Umsetzung des Regionalbahnhalts Buckower Chaussee ist vor allem für die rund 40.000 Anwohner des Neuköllner Stadtteils Buckow von großer Bedeutung.

Zwar seien beide Bahnhalte im Nahverkehrsplan Berlin und in den strategischen Planungen wie dem Projekt i2030 festgehalten, jedoch gibt es bislang für beide Projekte keine feste Zusage vom Berliner Senat.

 

Quellen: Eisenbahnbetriebswissenschaftliche Untersuchung EWBU, Berliner Morgenpost, S-Bahn Berlin, Deutsche Bahn, Bezirksamt Neukölln

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