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Masterplan steht: Holzer Kobler Architekten gestalten RAW Gelände

Die Entscheidung für die zukünftige Entwicklung des RAW Geländes ist gefallen: Im Wettbewerb von vier Planungsbüros setzten sich Holzer Kobler Architekten (mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten) durch. In zwei Jahren soll der Umbau des Areals an der Revaler Straße beginnen.

© Visualisierungen: Kurth Real Estate / Holzer Kobler Architekturen, mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten

 

In der vergangenen Woche warfen wir einen ausführlichen Blick auf das vor der Vollendung stehende Mercedes-Benz-Quartier zwischen Ostbahnhof und Bahnhof Warschauer Straße in Friedrichshain, welches in den vergangenen fünfzehn Jahren komplett neu entstanden ist.

Einige hundert Meter weiter soll ebenfalls ein großformatiges Bauprojekt umgesetzt werden. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um den Neubau eines kompletten Viertels, sondern um den Um- und Weiterbau des bereits bestehenden, populären RAW-Geländes an der Revaler Straße.

Werkstattverfahren zur Entwicklung des RAW Geländes

Bereits im März hatten wir über das laufende Werkstattverfahren berichtet. Die Kurth-Gruppe erhielt vom Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg bereits im Jahr 2019 einen Aufstellungsbeschluss für die Errichtung von Gewerbebauten – unter Berücksichtigung gemeinwohl- und kulturorientierter Elemente, was im freiwilligem Dialogverfahren mit Anwohnern, Gastronomen und angesiedelten Künstlergruppen geschehen sollte.

Dieser über mehrere Jahre anhaltende Prozess kommt nun sukzessive zum Ende. Im Februar waren vier Planungsbüros dazu aufgerufen, ihre Entwürfe für die Zukunft des Geländes in einem offenen Werkstattverfahren zu präsentieren und sich den Fragen einer Jury und von Anwohnerinnen und Anwohnern zu stellen.

Holzer Kobler Architekten setzten sich mit ihrem Masterplan-Entwurf durch

Bei der Ausarbeitung ihrer Konzepte mussten die Planungsbüros natürlich die gültigen Vorgaben, die vom Eigentümer des Areals und vom Bezirk erarbeitet wurden, berücksichtigen. Das Begleitgremium des Projekts hat nun vor wenigen Tagen entschieden, dass sich das Konzept von Holzer Kobler Architekturen (mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten) im Wettbewerb durchgesetzt hat.

Die Entscheidung für das Konzept erfolgte nach Aussage des Gremiums einstimmig. Das bedeutet im Klartext: Beraten wurde das Gremium bei seiner Entscheidung durch freie Sachverständige
der Fachgebiete Nachhaltigkeit, Umweltbelange, Freiraumplanung und Denkmalschutz.

Überarbeitung und detaillierte Ausgestaltung des Masterplans bis Mai 2022

In der nun folgenden, abschließenden Phase des Entwicklungsverfahrens erfolgt eine Überarbeitung des
Entwurfs durch die siegreichen Büros auf Basis der Hinweise des Gremiums und der beteiligten Sachverständigen. Im Mai 2022 soll dann das Endergebnis in einem Abschlusstermin dem Gremium präsentiert und anschließend der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Florian Schmidt, Bezirksstadtrat des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg und Gremiumsmitglied, zeigte sich zufrieden: „Der Bezirk begrüßt die Auswahl des Entwurfs von Kobler Holzer Architekten als städtebauliche Grundlage für das anstehende Bebauungsplanverfahren. Dieser Entwurf hat es aus unserer Sicht am besten verstanden, die Ansätze und Zielsetzungen zur Gebietsentwicklung (…) umzusetzen und städtebauliche Angebote zu machen.

Herzstück des neuen RAW-Geländes soll ein 100-Meter-Hochhaus werden

Schmidt hob vor allem die Ausbildung der öffentlich nutzbaren Orte, der Wege durch das Quartier und die geplante Anlage neuer Platzausbildungen hervor. Barbara Holzer vom siegreichen Büro Holzer Kobler Architekturen äußerte sich wie folgt: „Die stadträumliche Entwicklung des RAW-Areals verlangt (…) eine sorgfältige, vielschichtige und multiperspektive Herangehensweise. Das sensible Verweben von Bestands- und Neubauten, die Gestaltung von vielfältigen Freiräumen und die Stärkung eines lebendigen Nutzungsmix bilden dabei wichtige Parameter.

Herzstück des Entwurfs ist ein 100 Meter hohes Gebäude, dessen architektonische Ausgestaltung noch nicht final ist. Die Gestaltung der einzelnen Gebäude wird in weiteren, einzelnen Architekturwettbewerben definiert werden. Der Großteil der bestehenden Gebäude soll erhalten bleiben, allerdings werden auch einige Gebäude abgerissen.

Das „Astra“ muss in einen Neubau umziehen, bleibt aber erhalten

So wird das „Astra Kulturhaus“ weiterhin auf dem Gelände verbleiben, allerdings in einem Neubau ein neues Zuhause finden. Von der Strandbar „Haubentaucher“ werden nur die Außenwände erhalten bleiben. Stattdessen soll hier eine große Markthalle entstehen, die  sich durch Steinbögen zum Marktplatz öffnen soll. In den drei Geschossen darüber soll Platz für Gewerbe, Ausstellungen, Sportbereiche und weitere Nutzungen entstehen.

Die Nutzung auf dem Areal soll weiterhin einen gewerblichen, kreativen und offenen Charakter behalten. Wohnungen wird es auf dem Gelände auch zukünftig nicht geben. Ab 2024 soll das insgesamt gut 50.000 Quadratmeter große Gelände sukzessive umgestaltet werden. Bis dahin soll auch die konkrete Gestaltung der einzelnen Gebäude feststehen.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

© Visualisierungen: Kurth Real Estate / Holzer Kobler Architekturen, mit Atelier Loidl Landschaftsarchitekten

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3 Kommentare

  1. sergio April 6, 2022

    Ich denke, dass Menschen, die Drogen anbieten, auch kontrolliert werden sollten

  2. Cosy April 7, 2022

    Schmutz

  3. RB April 10, 2022

    Weiterhin wird Berlin ruiniert, und wieder einmal gewinnt die M**** von Zürcher Architekten.

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