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Neubau am Bebelplatz: Bernhard-Lichtenberg-Haus entsteht

Neben der St. Hedwigs Kathedrale am Bebelplatz in Berlin-Mitte, die derzeit aufwendig umgebaut wird, soll ein weiteres Bauvorhaben realisiert werden: Sanierung und Neubau des Bernhard-Lichtenberg-Hauses. Zukünftig soll es vom katholischen Erzbistum genutzt werden.

© Visualisierungen: Max Dudler Architekten

 

Am Bebelplatz in Berlin-Mitte läuft derzeit nicht nur die umstrittene und vieldiskutierte Sanierung und Umgestaltung der St. Hedwigs Kathedrale. Direkt nebenan soll ein Neubau entstehen, der zukünftig vom katholischen Erzbistum genutzt werden soll.

Das Gebäude trägt den Namen Bernhard-Lichtenberg-Haus und erinnert damit an den Berliner Dompropst Bernhard Lichtenberg, der während der nationalsozialistischen Diktatur öffentlich für die Verfolgten eintrat. Er wird in der römisch-katholischen Kirche als Märtyrer und Seliger verehrt und wird in der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem zu den „Gerechten unter den Völkern“ gezählt.

Sanierung eines Altbaus und Bau eines neuen Gebäudes

Bei dem Projekt handelt es sich um die Sanierung eines bereits bestehenden Baus und den Neubau eines direkt angrenzenden Gebäudes. Das heutige Bernhard-Lichtenberg-Haus setzt sich nämlich aus zwei Gebäuden zusammen: Einerseits aus dem denkmalgeschützten, neoklassizistische Altbau von 1914, der im Inneren nur behutsam umgestaltet werden soll, und einem im rechten Winkel westlich anschließenden Trakt aus den 1970er-Jahren, der an der Hedwigskirchengasse zwischen der Französischen Straße und dem Bebelplatz liegt.

Dieser in die Jahre gekommene Anbau soll nun abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt werden, der nach den Plänen des Architekturbüros Max Dudler entstehen wird. Das Büro hatte sich in einem europaweiten Wettbewerb im Januar 2020 mit seinem Entwurf durchgesetzt.

Baugenehmigung für das Projekt wurde kürzlich erteilt

Wie das Erzbistum erst vor kurzem mitteilte, wurde die Baugenehmigung für das Projekt nun erteilt. Künftig soll das Bernhard-Lichtenberg-Haus wieder Wohnsitz des Erzbischofs werden.

Zudem soll es als Forum genutzt werden, in dem sich Menschen begegnen und austauschen können. So soll gerade im touristisch geprägten Bezirk Mitte ein Ort jenseits der Menschenströme entstehen, der zum Austausch und Verweilen einladen soll.

Öffentliches Café, Buchhandlung, Wohnungen und Seminarräume entstehen

Dafür soll im Erdgeschoss ein öffentliches Café, ein Schau- und Hörraum sowie eine kleine Buchhandlung einziehen. Im ersten Stock ist ein großer Vortragssaal geplant, eine Etage höher ein kleiner Saal und mehrere Seminarräume. In den beiden Obergeschossen darüber sind Wohnungen vorgesehen, unter anderem eben für den Erzbischof.

Architektonisch orientiert sich der von Max Dudler geplante Neubau am Altbau von 1914 und soll mit einer schlichten Sandsteinfassade verkleidet werden. Dudlers Neubau rückt vom Altbau leicht ab und wird die beiden Gebäude zukünftig mit einem schmalen Verbindungstrakt verbinden, der auf Straßenniveau als Durchgang ausgebildet werden soll.

60 Millionen Euro Kosten, Fertigstellung bis 2024

Damit soll eine Öffnung zur Französischen Straße geschaffen werden, die dann auch der Kathedrale neue Präsenz verleihen soll. Ein zurückgezogener Platz zwischen der Kirche und dem winkelförmigen Baukomplex soll künftig als Außenraum für das Café dienen.

Die Fertigstellung des Projekts soll bis Juni 2024 erfolgen, zeitgleich mit der geplanten Wiedereröffnung der St. Hedwigs Kathedrale. In die Sanierung des Altbaus und den Bau des neuen Gebäudes werden insgesamt rund 60 Millionen Euro investiert.

 

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

Umstrittene Umgestaltung: Direkt am Bebelplatz läuft derzeit die Modernisierung der St. Hedwigs Kathedrale. Der Neubau des Bernhard-Lichtenberg-Hauses soll direkt daneben entstehen.

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