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Pankower Tor: Baubeginn ab 2024? Thema Naturschutz noch ungeklärt

Am 9. Februar wurde der Masterplan für das Pankower Tor der Öffentlichkeit präsentiert. Baubeginn für das Projekt, bei dem insgesamt 2.000 neue Wohnungen entstehen sollen, könnte ab 2024 sein. Ungeklärt jedoch ist noch der Umgang mit der gefährdeten Kreuzkröte, die auf dem Gelände heimisch ist.

Draufsicht: So stellen sich Investor, Bezirk und Architektenteams die Entwicklung des ehemaligen Rangierbahnhofs Pankow vor.

© Visualisierungen: Nöfer Architekten

 

Bereits im August 2021 hatte eine Expertenjury entschieden, dass das städtebauliche Konzept der Büros Nöfer Architekten und Christoph Kohl Stadtplaner Architekten als Grundlage für die Erstellung eines Masterplans dienen sollte, um das bislang brachliegende Gelände unweit des S- und U-Bahnhofs Pankow zu gestalten.

Seit Dezember 2020 waren insgesamt sechs Planungsteams im Rahmen des Workshopverfahrens im Wettbewerb beteiligt und erarbeiteten unterschiedliche, städtebauliche Entwürfe für das Pankower Tor.

Ein neues Stadtquartier auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs

Auf dem Areals des einstigen Rangierbahnhofs Pankow soll ein neues Stadtquartier entstehen. Das Gebiet erstreckt sich vom S- und U-Bahnhof Pankow entlang der Bahntrasse und der Granitzstraße, von der Mühlenstraße im Westen über die Berliner Straße hinaus bis zum S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf und der Prenzlauer Promenade im Osten.

Das neue Quartier wird kooperativ von der Eigentümerin Krieger Handel SE, dem Bezirk Pankow sowie der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen entwickelt. Auf dem Gelände soll der Bau von 2.000 Wohnungen, Einzelhandelsflächen, Gastronomie, Grünflächen, Büros und ein Möbelhaus realisiert werden.

Rund eine Milliarde Euro soll investiert werden

Je nachdem, wie sich die Baukosten entwickeln, soll rund eine Milliarde Euro in die Entwicklung des Areals investiert werden. Investor Krieger, seit 13 Jahren Eigentümer des Areals und seines Zeichens Unternehmer und Chef von über 80 Möbelhäusern und Fachmärkten, hatte anfangs gehofft, neben dem Möbelhaus auch ein Einkaufszentrum und mehr Flächen für Gewerbe auf dem Gelände errichten zu können.

Im erarbeiteten und nun auch verabschiedeten Entwurf steht allerdings das urbane Wohnen deutlich im Vordergrund. Zum Westen hin soll etwa ein neuer Stadtplatz an der Berliner Straße entstehen, als offener und attraktiver Eingang zum geplanten, autoarmen Quartier.

Grünflächen, Stadtplätze, Gewerbe und Raum für 2.000 Wohnungen

Um den Platz herum soll sich dem Konzept zufolge ein Fahrradladen, kleine Geschäfte, Cafés, Studentenappartements und Seniorenwohnungen gruppieren, möglicherweise auch eine Stadtteilbibliothek. Vom diesem Stadtplatz ausgehend soll sich nach Plänen der Architekten ein Grünzug mit Parks, Freiflächen und Kinderspielplätzen durch das gesamte Areal des „Pankower Tors“ bis zum östlichen Abschluss an der Prenzlauer Promenade ziehen.

An und auf diesem Grünzug sollen die erwähnten 2.000 Wohnungen entstehen. Die zukünftigen Wohnhäuser sollen fünf bis sechs Etagen und begrünte Dächer erhalten. Die anvisierte Blockstruktur orientiert sich dabei an der Gestaltung des benachbarten Kissingerquartiers und soll überwiegend im Höhenverhältnis der nahegelegenen Gründerzeitbebauung bleiben.

Im Osten soll das Areal mit einer Einkaufspassage auf 15.000 Quadratmetern, dem Möbelhaus und zwei Bürotürmen abgeschlossen werden. Auf dem Gelände sollen zusätzlich zwei Kitas und eine Grundschule entstehen. Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) nennt das Projekt „eines der zentralen Flagschiff-Projekte für das Zuhause Berlin„. Die Aufmerksamkeit ist dem Projekt also gewiss.

Baustart ist derzeit ungewiss: Naturschutzfragen noch ungeklärt

Dennoch ist der anvisierte Baustart in zwei Jahren noch ungewiss. Denn ungeklärt ist noch das Schicksal zweier bedrohter Tierarten, die sich auf dem Gelände des „Pankower Tors“ heimisch fühlen. Dies sind die Zauneidechse sowie die Kreuzkröte.

Während für die Zauneidechse Flächen in dem Quartier selbst geschaffen werden sollen, ist von Seiten der Politik und des Investors geplant, Berlins letzte Population der Kreuzkröte auf eine geeignete Fläche in Brandenburg umzusiedeln.

Naturschutzbund kritisiert Umsiedlungspläne für die Kreuzkröte

Gegen dieses Vorhaben wurde seitens des Naturschutzbundes Berlin (NABU) bereits im vergangenen Jahr Klage beim Berliner Verwaltungsgericht eingereicht. Denn aus Sicht der Naturschützer sei eine solche Umsiedlung aus naturschutzfachlicher Sicht umstritten und bislang nicht ausreichend geprüft worden.

Ein Spitzengespräch mit Bausenator Andreas Geisel (SPD) und Umweltsenatorin Bettina Jarasch (Die Grünen), welches in dieser Woche stattfinden soll, soll Klarheit in diesem Punkt bringen. Denn Investor Krieger, der das Projekt nun gern auf den Weg bringen möchte, wirft dem Berliner Senat vor, das Thema Naturschutzkonzept seit mehreren Jahren versäumt zu haben.

Die städtebaulichen Pläne am Pankower Tor sind also ausgearbeitet, im März 2022 könnte mit der Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden begonnen werden. Das ungeklärte Schicksal der Kreuzkröte steht diesem Zeitplan bislang jedoch im Weg. Im Sinne aller Beteiligter sollte also schnell eine zufriedenstellende Lösung gefunden werden.

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