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Vonovia verkündet Planänderungen zum Wohnungsbau im Ziekowkiez

Das Immobilienunternehmen Vonovia plant den Bau von 450 neuen Wohnungen im Reinickendorfer Ziekowkiez im Norden Berlins. Ursprünglich sollten es sogar 600 neue Wohnungen werden, die Pläne wurden nach Anwohnerprotesten jedoch reduziert.

So soll die Verdichtung des Wohnquartiers nach aktuellem Planungsstand umgesetzt werden. / © Grafik: Vonovia

© Visualisierungen / Fotos: Vonovia
Text: Stephanie Engler

 

Ursprünglich waren im Reinickendorfer Ziekowkiez im Norden Berlins bis zu 600 neue Wohnungen geplant. Der Immobilienkonzern Vonovia wollte zwischen den beiden Häuserblöcken einen Neubau errichten. Doch der Konzern rückt nun vom ursprünglichen Plan ab und beschränkt sich auf den Bau von 450 neuen Wohnungen.  

Bei einer im Mai 2022 als Zwischenbilanz angekündigten Präsentation des aktuellen Planungsstandes erklärte Sandra Holborn, Vonovia-Regionalleiterin Berlin Nord, dass die neue Zahl der Neubauten das Ergebnis eines drei Jahre dauernden Beteiligungsverfahrens sei. 

Anwohner hatten über Nachverdichtung geklagt

Viele Bewohnerinnen und Bewohner des Ziekowkiezes hatten Einwände gegen die vorgesehenen Neubauten und die ursprünglich geplante Nachverdichtung anklingen lassen. 

Zwischen den bestehenden Häuserzeilen wollte Vonovia ursprünglich einen Lückenschluss mit Neubauten umsetzen. Aufgrund der Beschwerden soll dieses Vorhaben nun aber an mehreren Stellen entfallen. Der Immobilienkonzern will den Verlust an neuen Wohnungen jedoch durch Dachgeschossaufbauten kompensieren. 

Neubau soll in der Quartiersmitte entstehen

Henning Grote, Projektleiter vom Vonovia-Tochterunternehmen BUWOG gab bekannt, dass in der Quartiersmitte zwischen den Hochhäusern Ziekowstraße 112 und 114 und der Brettachzeile ein Neubau entstehen soll. 

Die 450 neuen Wohnungen sollen aus vorgefertigten Holzmodulen oder in Hybrid-Bauweise aus Holz und Beton gebaut werden. Augenmerk liegt laut Vonovia auf einer klimaschonenden Bauweise. Zudem soll das Bauvorhaben in mehreren Etappen erfolgen. 

Neubau soll nachhaltig werden und 140 Sozialwohnungen enthalten

Der Immobilienkonzern setzt das klimafreundliche Thema auch bei der Energiefrage um. So sollen alle verfügbaren Dachflächen mit Photovoltaik-Solarmodulen ausgestattet werden. Die Wohnungen sollen an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. 

Das gesamte Neubaupaket wird nach der Fertigstellung 140 geförderte Wohnungen beinhalten. Deren Anfangsmiete soll bei 6,50 Euro (nettokalt) pro Quadratmeter liegen. Zudem wird eine Kita mit 60 Plätzen einziehen. 

Modernisierungen betreffen mehr als 1.000 Wohnungen im Ziekowkiez

Neben den Neubauten plant Vonovia, rund 1.100 Bestandswohnungen im Quartier zu modernisieren. Hauptsächlich stammen diese Wohnungen noch aus den 1950er-Jahren und bedürfen einer Überholung.

Es sollen die Fassaden gedämmt, neue Fenster eingebaut und die Warmwasserversorgung auf den neuesten Stand gebracht werden. Direkte Bauten und Eingriffe in den Wohnungen sind laut Henning Grote nicht geplant. 

Mieten der Bestandswohnungen werden erhöht

Laut Sandra Holborn könne zu den Mieten der Neubauten noch keine feste Aussage getroffen werden. Bei den Bestandswohnung sehe das aber schon anders aus. Die aktuelle Durchschnittsmiete im Ziekowkiez liegt bei 7,14 Euro nettokalt. Nach dem Abschluss der Modernisierungen wird es zu einer Mieterhöhung kommen.

Schon 2018 wurde mit dem Bezirk eine Vereinbarung getroffen, dass die Mieten um maximal 1,75 Euro nettokalt pro Quadratmeter erhöht werden dürfen. Bei möglichen Härtefällen soll es individuelle Lösungen geben. Zudem versichert der Immobilienkonzern, dass kein Mieter ausziehen müsse. 

Bebauungsplanverfahren läuft seit 2019 – Baustart soll 2024 sein

Der Plan zur Bebauung des Kiezes läuft bereits seit drei Jahren. Die Regionalleiterin Holborn eröffnete nun, dass der Immobilienkonzern damit rechne, „dass im kommenden Jahr der neue Bebauungsplan beschlossen wird und wir 2024 mit Modernisierung und Neubau beginnen können.

Der Abschluss des gesamten Bauprojekts und der Modernisierungen ist für das Jahr 2030 geplant. Dann könnten im Ziekowkiez etwa 1.000 Menschen mehr leben als heute.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

Wohnsiedlung aus den 1950er Jahren: Der Ziekowkiez in Berlin-Reinickendorf / © Foto: Vonovia 

Gute Anbindung an das ÖPNV-Netz: Das Quartier liegt in unmittelbarer Nähe zum S-Bahnhof Tegel.

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