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Zeichen gegen Antisemitismus: Neubau eines jüdischen Bildungszentrums

Für 18 Millionen Euro baut die orthodoxe Gemeinschaft Chabad Lubawitsch in Wilmersdorf ein jüdisches Bildungszentrum. Das Projekt soll ein Zeichen gegen Antisemitismus und für ein positives jüdisches Leben in Deutschland werden.

Neubau nach Plänen des Architekten Sergei Tchoban: An der Westfälischen Straße in Wilmersdorf entsteht ein jüdisches Bildungszentrum.

 

An der Westfälischen Straße in Wilmersdorf entsteht ein jüdisches Bildungszentrum, welches von der orthodoxen Gemeinschaft Chabad Lubawitsch errichtet wird. Insgesamt 18 Millionen Euro soll der Neubau kosten, der unmittelbar neben dem Jugend- und Kulturzentrum Spirale entsteht.

Das Projekt hat mittlerweile seine volle Gebäudehöhe erreicht, der Bau der Fassadenelemente befindet sich in den letzten Zügen. Spatenstich für das Bauvorhaben war vor knapp vier Jahren, im Juni 2018.

Das Bildungszentrum soll Flächen für Bildung, Kultur und Sport bieten

Die neu entstehende Einrichtung an der Westfälischen Straße 15 soll drei Kernthemen beheimaten: Bildung, Kultur und Sport. Das erklärte Rabbiner Yehuda Teichtal bei einer Pressekonferenz im Frühling 2018, die am aktuellen Standort des Bildungszentrums in der Münsterschen Straße 6 durchgeführt worden war.

Der Neubau ist in den vergangenen Jahren auf einem direkt benachbarten Baufeld entstanden und erweitert die Wirkungsfläche der dort beheimateten jüdischen Gemeinschaft. Der Neubau soll nicht nur einen Kindergarten und eine Schule enthalten, sondern auch als Plattform für Familien- und Gemeindeveranstaltungen sowie als Begegnungsstätte dienen.

500 Kinder sollen zukünftig im Neubau Platz finden

Das hochmoderne Projekt – ein blaues, zylinderförmiges Gebäude – wird sowohl von der Bundesregierung, vom Land Berlin als auch von mehreren Stiftungen in Deutschland und Europa unterstützt. 500 Kinder sollen dem Gebäude zukünftig Leben einhauchen. Im aktuellen Bildungszentrum ist lediglich Platz für 200 Kinder.

In der geplanten Sport- und Mehrzweckhalle im Untergeschoss soll Platz für kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Filmvorführungen und 600 Besucherinnen und Besucher entstehen. Der Campus soll, das betont die Gemeinde besonders, auch als Begegnungsstätte dienen. Er wird nicht nur für orthodox orientierte Menschen offen sein, sondern für alle, ungeachtet ihrer Konfession.

Architekt Sergei Tchoban entwarf das geschwungene Gebäude

Die neue Bildungsstätte soll den Namen „Pears Jüdischer Campus“ tragen und nach dem Wunsch der jüdischen Gemeinde als starkes Zeichen über den in den vergangenen Jahren wieder stärker spürbaren Antisemitismus verstanden werden.

Architekt Sergei Tchoban lieferte das architektonische Konzept für den Neubau, der auf einem rund 7.000 Quadratmeter großen Grundstück gewachsen ist und über insgesamt sieben Stockwerke verfügt. Die Fertigstellung des Projekts soll im Laufe des Jahres 2022 erfolgen.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

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