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Zoo und Tierpark: Neue Häuser für Raubtiere, Nashörner und Elefanten

Mit seinen fast vier Millionen Besuchern ist der Zoologische Garten in Berlin-Charlottenburg der meistbesuchte Tierpark Europas, mit fast einer Million Besuchern vor dem “zweitplatzierten” Wiener Zoo. Hinzu kommen rund 1,7 Millionen Menschen, die Berlins zweites Tiergehege, den Tierpark im Bezirk Lichtenberg, im Jahr besuchen.*

Man kann nicht behaupten, dass sich die beiden Parks auf diesem Erfolg ausruhen würden. Neben den bereits länger laufenden Neubauprojekten Raubtierhaus (Zoo) und Dickhäuteranlage (Tierpark) hat kürzlich der Bau einer weiteren neuen Anlage begonnen: Im Zoo entsteht ein neues Nashorngehege.

Drei große Umbauprojekte in Zoo und Tierpark

Zoo- und Tierpark-Direktor Andreas Knieriem, der seit 2014 die Geschicke der beiden Institutionen leitet, hat mehrere Projekte gleichzeitig angestoßen, um die Tiergehege auf den Stand der modernen Tierhaltungsstandards zu bringen.

Was bereits beim mittlerweile abgeschlossenen Umbau des Alfred-Brehm-Hauses im Tierpark erfolgreich angewandt wurde, wird nun auch im neuen Raubtierhaus im Zoologischen Garten umgesetzt – naturnah gestaltete Anlagen mit deutlich mehr Platz und Abwechslung für die Bewohner, also die Raubkatzen.

Neues Raubtierhaus im Zoo: Fertigstellung im Frühjahr 2021 geplant

Gitter sollen durch Glasscheiben, Fliesen durch Kunstfelsen ersetzt werden. Dabei erhalten vor allem die Großkatzen, durch die Zusammenlegung mehrerer ehemaliger Käfige sowie die Vorverlagerung einiger Anlagen in den Besucherbereich hinein, mehr Raum.

Eine thematisierte Gestaltung soll darüber hinaus den natürlichen Lebensraum der jeweiligen Bewohner widerspiegeln. So werden beispielsweise die Jaguare zukünftig die Möglichkeit haben, an einer südamerikanischen Wasserstelle zu baden.

Der Umbau des Gebäudes befindet sich mittlerweile auf der Zielgeraden. Die Fertigstellung war eigentlich schon für Ende 2019 vorgesehen, allerdings traten bei der Sanierung unerwartete Schwierigkeiten auf, da der Zustand des Hauses schlechter als erwartet war – und die Corona-Pandemie tat ihr übriges. Nun soll das Projekt aber in diesem Frühjahr abgeschlossen werden.

Europas modernstes Elefantengebäude entsteht im Tierpark Friedrichsfelde

Auch im Tierpark hat der Umbau des Elefantengeheges, welches auch die Heimat der dortigen Nashörner ist, längst begonnen. Dem Umbaukonzept des Alfred-Brehm-Haus folgend, möchte Andreas Knieriem den Tierpark in einen Geo-Zoo umgestalten. Die Tiere werden in diesem Tierhaltungskonzept ihrer Herkunft nach und nicht nach Tierarten gehalten.

Das bestehende Dickhäutergehege mit seinem Haupthaus aus den 80er Jahren soll in eine riesige Savannenlandschaft umgewandelt werden. Zukünftig werden hier nur noch afrikanische Elefanten leben, gemeinsam mit Zebras, Giraffen und Antilopen. Entstehen soll dabei das modernste Elefantengebäude Europas.

Gestaltung einer riesigen Savannenlandschaft

Angrenzend an die neue Elefanten-Anlage soll diese großzügige “Afrika-Savanne” für Giraffen, Zebras und Antilopen entstehen. Von den 41,1 Millionen Euro, die der Bau der neuen Afrikalandschaft insgesamt kosten wird, sind aber 35,4 Millionen Euro allein für den Umbau des Dickhäuterhauses vorgesehen. Ziel ist es, den Umbau bis 2022 abzuschließen.

Das jüngste Neubauprojekt wiederum wird ebenfalls im Zoologischen Garten umgesetzt: Der Neubau des neuen Nashorngeheges. Da die bisherigen Anlagen der Panzernashörner und Tapire sichtlich in die Jahre gekommen waren und nicht mehr den Ansprüchen einer artgerechten und modernen Tierhaltung entsprachen, werden sie nun durch ein völlig neu konzipiertes Gelände ersetzt.

Neubau mit historischem Bezug: “Elefantenpagode” von 1873 als Vorbild

Auf rund 14.000 Quadratmetern entstehen Anlagen für Panzernashörner, Tapire und Pustelschweine. Das Zentrum der neuen Anlage wird eine 25 Meter hohe, indische Pagode sein. Da sich das Gehege direkt am westlichen Eingang befindet, könnte das Gebäude zu einem neuen Wahrzeichen des Zoos werden.

Zumal die Gestaltung der Pagode einen historischen Hintergrund hat: sie soll an die 1873 errichtete und im zweiten Weltkrieg zerstörte „Elefantenpagode“ erinnern, die einst in unmittelbarer Nähe zur heutigen Elefanten-Anlage ein bekanntes Stilgebäude des historischen Zoologischen Gartens darstellte.

Im Inneren des neuen Gebäudes sollen die Tiere vergrößerte Anlagen mit Naturboden, Badeteich und UV-durchlässigem Foliendach erhalten. Die wärmeliebenden Tiere sollen sich so auch im Winter über großzügige Freilaufflächen mit genügend Tageslicht freuen dürfen.

Weitere Projekte in  Charlottenburg-Wilmersdorf findet Ihr hier.
Weitere Projekte in Lichtenberg gibt es hier.

© Bilder Grafiken: Zoo Berlin / Tierpark Berlin
* Besucherzahlen aus dem Jahr 2019

 

Die neue Dickhäuteranlage im Tierpark Friedrichsfelde

Visualisierung des neuen Innenbereichs im zukünftigen Elefantenhaus

Das neue, umgebaute Raubtierhaus im Zoo in Charlottenburg aus der Vogelperspektive

Innenansicht des sanierten und erweiterten Raubtierhauses

Noch im Bau: So präsentiert sich die Baustelle des Raubtierhauses aktuell

Historisches Vorbild des neuen Nashornhauses: Das historische Elefantenhaus im Berliner Zoo (Diese Aufnahme wurde vor der Zerstörung 1945 gemacht)

Es war einmal ein Nashornhaus: Das alte Gebäude im Zoo wurde bereits abgerissen, die Tiere umgesiedelt. Hier entsteht derzeit das neue Nashorngehege.

 

With its almost four million visitors, the Zoological Garden in Berlin-Charlottenburg is the most visited zoo in Europe, with almost one million visitors ahead of the “second-placed” Vienna Zoo. In addition, around 1.7 million people visit Berlin’s second animal enclosure, the Tierpark in the district of Lichtenberg, each year.*

It cannot be said that the two parks are resting on their laurels. In addition to the new construction projects that have been underway for some time, the predator house (zoo) and the pachyderm enclosure (Tierpark), construction has recently begun on another new facility: A new rhino enclosure is being built at the zoo.

THREE MAJOR CONVERSION PROJECTS AT THE ZOO AND ANIMAL PARK

Zoo and Tierpark Director Andreas Knieriem, who has been at the helm of the two institutions since 2014, has initiated several projects simultaneously to bring the animal enclosures up to modern animal husbandry standards.

What has already been successfully applied in the now completed renovation of the Alfred Brehm House in the Tierpark is now also being implemented in the new predator house in the zoological garden – near-natural enclosures with significantly more space and variety for the inhabitants, i.e. the predatory cats.

NEW PREDATOR HOUSE AT THE ZOO: COMPLETION PLANNED FOR SPRING 2021

Grids are to be replaced by glass panes, tiles by artificial rocks. The big cats in particular will be given more space by merging several former cages and moving some enclosures forward into the visitor area.

A themed design is also intended to reflect the natural habitat of the respective inhabitants. For example, the jaguars will have the opportunity to bathe at a South American watering hole in the future.

The conversion of the building is now on the home stretch. Completion was actually scheduled for the end of 2019, but unexpected difficulties arose during the renovation, as the condition of the building was worse than expected – and the Corona pandemic did the rest. Now, however, the project is scheduled for completion this spring.

EUROPE’S MOST MODERN ELEPHANT BUILDING IS BEING BUILT AT FRIEDRICHSFELDE Tierpark

The conversion of the elephant enclosure, which is also home to the rhinos there, has also long since begun at the Tierpark. Following the conversion concept of the Alfred-Brehm-Haus, Andreas Knieriem wants to transform the Tierpark into a geo-zoo. In this animal husbandry concept, the animals will be kept according to their origin and not according to species.

The existing pachyderm enclosure with its main building from the 1980s is to be transformed into a huge savannah landscape. In the future, only African elephants will live here, together with zebras, giraffes and antelopes. The most modern elephant building in Europe is to be created.

CREATION OF A HUGE SAVANNAH LANDSCAPE

Adjacent to the new elephant facility, this spacious “African savannah” for giraffes, zebras and antelopes is to be created. Of the 41.1 million euros that the construction of the new African landscape will cost in total, however, 35.4 million euros have been earmarked for the conversion of the pachyderm house alone. The goal is to complete the conversion by 2022.

The latest new construction project, in turn, is also being implemented in the Zoological Garden: The construction of the new rhino enclosure. As the previous enclosures for the armored rhinos and tapirs were visibly getting on in years and no longer met the requirements of species-appropriate and modern animal husbandry, they are now being replaced by a completely redesigned area.

NEW BUILDING WITH HISTORICAL REFERENCE: “ELEPHANT PAGODA” FROM 1873 AS MODEL

Enclosures for armored rhinos, tapirs and pustel pigs are being built on an area of around 14,000 square meters. The center of the new enclosure will be a 25-meter-high Indian pagoda. Since the enclosure is located directly at the western entrance, the building could become a new landmark of the zoo.

Especially since the design of the pagoda has a historical background: it is supposed to remind of the “Elephant Pagoda” built in 1873 and destroyed during World War II, which was once a well-known style building of the historical zoological garden in the immediate vicinity of the current elephant enclosure.

Inside the new building, the animals will have enlarged facilities with natural flooring, a bathing pond and a UV-permeable foil roof. The heat-loving animals will thus be able to enjoy spacious outdoor areas with sufficient daylight even in winter.

MORE PROJECTS IN CHARLOTTENBURG-WILMERSDORF CAN BE FOUND HERE.
MORE PROJECTS IN LICHTENBERG CAN BE FOUND HERE.

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