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Bölschestraße und Schloßstraße: Pilotprojekte für Fußgänger

Im Südosten und Südwesten Berlins sollen zwei Modellprojekte für Fußgängerinnen und Fußgänger umgesetzt werden. Dabei sollen zwei populäre Einkaufsstraßen umgestaltet werden. Sowohl die Bölschestraße in Friedrichshagen als auch die Schloßstraße in Steglitz werden baulich verändert.

Vorrang für Fußgängerinnen und Fußgänger? Zwei Modellprojekte in Köpenick und Steglitz wollen dies auf die Probe stellen – allerdings mit unterschiedlichen Ansätzen.

© Foto Bölschestraße: Nicole Diehlmann

 

Sowohl im Südwesten als auch im Südosten der Hauptstadt werden zwei Fußgänger-Pilotprojekte vorangetrieben, die den Charakter der jeweils populären Einkaufs- und Flaniermeilen, in denen die Projekte umgesetzt werden sollen, nachhaltig verändern könnten.

Sowohl die Bölschestraße, im beliebten Köpenicker Stadtteil Friedrichshagen gelegen, als auch die in Steglitz liegende Schloßstraße, mit ihren zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten und großen Shopping-Centern, liegen im Fokus zweier Modellversuche.

Bölschestraße: Stärkung der Fußgänger geplant

Im Bericht des Bezirksamts Treptow-Köpenick wurden in der Januarsitzung des Ausschusses für Straßen, Grünflächen und Ordnungsangelegenheiten erste Ideen für die Umgestaltung der Bölschestraße vorgestellt.

So ist geplant, die Gehwegbereiche auf beiden Seiten der Straße zu erweitern. Außerdem sind neue Sitzgelegenheiten und zusätzliche Abstellmöglichkeiten für Fahrräder vorgesehen. Ein ebenerdiges, neues Pflaster in den Gehwegüberfahrten soll eine Erleichterung für Menschen mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator bringen.

Neue Sitzgelegenheiten, Fahrradständer und Querungsmöglichkeiten

Darüber hinaus sollen zusätzliche Querungsmöglichkeiten eingerichtet und die Baumscheiben mit neuen Einfassungen versehen werden. Um die Situation für Fußgänger und Fahrradfahrer zu verbessern und für mehr Barrierefreiheit zu sorgen, haben bereits mehrere Bürgergespräche stattgefunden.

Die Planung beschränkt sich derzeit in einem ersten Schritt auf den Teilbereich zwischen dem Fürstenwalder Damm und der Aßmannstraße, die südlich des Marktplatzes auf die Bölschestraße trifft. Eine Fortführung der Maßnahmen für den südlichen Abschnitt wird laut Bezirk in jedem Fall angestrebt.

Ziel der Maßnahmen ist es also nicht, den Autoverkehr aus der Bölschestraße zu verdrängen, aber die Situation für Fußgängerinnen und Fußgänger zu verbessern und ihre Position im Zusammenspiel mit anderen Verkehrsteilnehmern – Autos, Trams und Radfahrende – zu stärken. Die Bauarbeiten sollen nach ersten Schätzungen bis 2024 oder 2025 abgeschlossen werden.

Grüne, SPD und FDP planen autofreie Sonntage auf der Schloßstraße

Einen etwas anderen Ansatz verfolgt man im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, auf der anderen Seite der Hauptstadt. Grüne, SPD und FDP planen, die größte Einkaufsstraße im Südwesten der Stadt an Sonntagen vom Autoverkehr zu befreien.

In der Bezirksverordnetenversammlung haben sich die Parteien, die die Mehrheit im Bezirk bilden, auf ein entsprechendes Modellprojekt geeinigt. Die autofreie Schloßstraße soll damit eines der ersten Regierungsprojekte der neuen Zählgemeinschaft werden.

bauliche Veränderungen der Schloßstraße sind geplant

Dem Plan zufolge sollen neben der Umsetzung des Modellprojekts noch weitere, bauliche Veränderungen der Schloßstraße erfolgen, die dauerhaft bestehen bleiben sollen. Die wenigen noch verbliebenen Parkplätze an beiden Rändern der Schloßstraße sollen demnach wegfallen. Stattdessen sollen Ladezonen und Behindertenparkplätze eingerichtet und der Bürgersteig verbreitert werden.

Die Parkraumbewirtschaftung soll zudem aktiver als bisher überwacht werden. Fußgänger und Fahrradfahrer sollen dadurch weiter gestärkt werden. Schon heute steht dem Autoverkehr auf der vielfrequentierten Straße nur noch eine Fahrspur zur Verfügung. Bus- und Fahrradspuren wurden bevorzugt ausgebaut.

Der  Durchgangsverkehr der Schloßstraße soll daher zukünftig primär über die parallel verlaufende Autobahn A103 geführt werden, um die Einkaufsstraße zu entlasten. Wann das Modellprojekt „autofreier Sonntag“ starten soll, ist derzeit allerdings noch nicht bekannt.

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2 Kommentare

  1. Lieschen Müller Februar 1, 2022

    Guten Tag!

    Wo ist eigentlich die Bürgerbeteiligung bei den Projekten, oder wollen sich hier politische Kräfte -ungestört und zu Lasten des Steuerzahlers- ein „Denkmal“ schaffen? Es wird Zeit, daß man hier bei einigen Utopisten die sprichwörtlichen Daumenschrauben anzieht.

    MfG

  2. Satkowski Februar 2, 2022

    Wer sich sowat imma mal wieda ausdenkt? Derjenije der ditt hier injebracht hat, war wohl nur selten uff der Bölsche. Ick jloobe der Jehwech is breit jenuch, wenn die Radfahra uffm Radwech bleiben würden, is da jenuch Platz. Vor solchen Hotspots wie Eisdiele oda wenn draussen Tische und Stühle stehn, kann et eben mal eng werden. Aba dafür wjleich wieda Milljonen zu vaschleudan, jehört eihentlich anjezeicht….

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