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Die Backfabrik im Prenzlauer Berg wird baulich erweitert

Der populäre Gewerbestandort Backfabrik im Prenzlauer Berg soll um einen dominanten Erweiterungsbau in historischem Stil ergänzt werden. Die Pläne dafür sind bereits 20 Jahre alt, nun sollen sie umgesetzt werden.

Begehrter Büro- und Gewerbestandort: Die Backfabrik (rechts) an der Prenzlauer Allee, unweit vom Alexanderplatz

 

An der Prenzlauer Allee wird in den kommenden Jahren viel Veränderung zu sehen sein. Und dies nicht nur beim großformatigen Um- und Neubauprojekt der Bötzow Berlin GmbH & Co. KG, die auf dem Gelände der ehemaligen Bötzow Brauerei einen modernen Medizin-, Büro- und Wohnstandort entwickelt.

Auch direkt nebenan, an der historischen Backfabrik, stehen umfangreiche Bautätigkeiten an. Im ersten Moment mutet diese Ankündigung befremdlich an, da das Gebäudeensemble eigentlich fertig entwickelt scheint.

Überraschung: Backfabrik-Areal ist noch nicht fertig entwickelt

Dem ist allerdings nicht so. Ein neuer Bauantrag für ein imposantes Bürohaus – Wand an Wand mit dem Luxushotel SoHo House an der Ecke Prenzlauer Allee und Saarbrücker Straße – wurde beim Bezirksamt Pankow eingereicht.

Das geplante, neue Gebäude soll sich bis zu sechs Stockwerke hoch vor der BVG-Tram-Haltestelle Prenzlauer Allee / Mollstraße auftürmen, historisierte Fassaden aufweisen und hauptsächlich Büros beherbergen. Dabei soll der Mitte der 2000er-Jahre errichtete eingeschossige Bau mit einem Fitnessstudio der Kette John Reed als Sockel für den Neubau dienen und dessen Fassadengestaltung aufgreifen.

Büroneubau soll auf bestehenden Flachbau aufsetzen

5.700 Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche will das Unternehmen R.E.M.M., die Eigentümerfirma der Backfabrik, in dem Gebäude unterbringen, das damit den Gewerbestandort Backfabrik rund 20 Jahre nach dem letzten Ausbauschritt komplettieren soll.

In der Backfabrik nahe dem Alexanderplatz wurden über 100 Jahre lang Backwaren aller Art produziert. Zu DDR-Zeiten befand sich in den Fabrikhallen das volkseigene Backwarenkombinat „Bako“, bevor der Mauerfall diese Epoche beendete. Die Backfabrik im heutigen Zustand wurde in den 90er Jahren vom Züricher Architekturbüro Marc Kocher Architekten konzipiert und entsprechend umgesetzt.

Backfabrik heute: Populärer Medien- und Bürostandort

Der Entwurf sah damals vor, durch markante Ergänzungen aus dem Konglomerat unterschiedlicher Gebäude aus mehreren Bauepochen ein Ganzes werden zu lassen. Eine zwölf Meter hohe Lichtskulptur beherrscht heute die Dachlandschaft und schafft vor allem nachts geographische und geschichtliche Bezüge zum Stadtquartier.

Heute ist die Backfabrik ein äußerst populärer Medien- und Bürostandort. Was aber bislang nur wenigen bewusst war und offenbar auch den Bezirk selbst überrascht hat: Tatsächlich hatte der Investor das nun angekündigte Bauvorhaben schon in den 2000er-Jahren geplant und vorbereitet, aber nie verwirklicht. Nun naht die Vollendung des Quartiers.

Da das Bauvorhaben bereits vor über 20 Jahren genehmigt wurde, hat der Bezirk offenbar keine Handhabe gegen die massive Ergänzung des Ensembles, die nicht bei allen Beteiligten auf Gegenliebe stößt. Der nun eingegangene Bauantrag stützt sich auf den Ende der 90er Jahre vom Bezirk freigegebenen Bebauungsplan. Und dieser wird nun – mit zwei Jahrzehnten Verspätung – umgesetzt.

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