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Jahnsportpark-Umbau in Pankow: Entscheidung erst nach den Wahlen

Das Konzept für den anstehenden Umbau des Friedrich-Ludwig-Jahnsportparks sollte noch vor den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus feststehen. Nun ist aber klar: Vor den Wahlen wird keine Entscheidung zur Zukunft der populären Sportanlage fallen.

Traditionsreiche Sportstätte im Prenzlauer Berg: Der Friedrich-Ludwig-Jahnsportpark

 

Eigentlich war der Abriss des Cantianstadions im Jahnsportpark im Pankower Stadtteil Prenzlauer Berg längst beschlossen. Das in den 50er Jahren erbaute Stadion sollte abgebrochen und durch einen gleichgroßen, aber barrierefreien Neubau mit etwa 20.000 Plätzen ersetzt werden.

Aufgrund von Bürgerprotesten jedoch wurde das Projekt gestoppt. Eine womöglich negative Umweltbilanz, ein fehlendes Verkehrskonzept und die mögliche Beeinträchtigung der Anwohnerschaft zwangen die Projektplaner*innen, das Projekt neu aufzurollen, denn auch in den zuständigen Gremien des Bezirks war man sich plötzlich nicht mehr einig darüber, ob der Abriss des Stadions wirklich alternativlos ist.

Drei mögliche Optionen wurden ausgearbeitet

Das Planungsverfahren wurde also noch einmal neu justiert, mit offenem Ausgang. Klar wurde im Mai 2021 allerdings kommuniziert: Die Entscheidung über die Zukunft des Jahnsportparks soll noch vor der Wahl im September 2021 fallen.

Dieses Ziel haben die Projektbeteiligten allerdings verfehlt. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat entschieden, dass keiner der nun erarbeiteten Vorschläge den Zuschlag vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus erhalten soll.

Drei Optionen sollen erst nach der Wahl gründlich geprüft werden

Vor- und Nachteile der drei Möglichkeiten sollen nach der Wahl gründlich abgewogen und auch die Kosten eingehend geprüft werden. Dies wurde nach der im September durchgeführten, dritten öffentlichen Werkstattveranstaltung bekanntgegeben. Wie bereits im Mai 2021 verkündet, wurden in den vergangenen Monaten drei mögliche Optionen im Detail ausgearbeitet.

Das erste Szenario ist das bisher geplante: Abriss des alten Stadions und Neubau an gleicher Stelle. Dabei würde eine komplett überdachte Arena entstehen, die mit einer Höhe von 16 Metern aber weiterhin moderat in die Umgebung eingebettet wäre. Das neue Stadion würde etwas näher an der Eberswalder Straße stehen.

Abriss, Sanierung, Neubau: Welcher ist der richtige Weg für den Sportpark?

Das zweite Szenario ist ein Umbau und eine Teilsanierung des bestehenden Stadions. Mit Hilfe von „minimalinvasiven Maßnahmen“ sollte es bei dieser Variante gelingen, das baufällige Cantianstadion zu modernisieren, Standards der Inklusion zu erfüllen und Ressourcen zu sparen. Dafür würde die Haupttribüne der alten Arena ausgebaut und mit Räumen für Einsatzkräfte, Büros und Organisation, Erste Hilfe und Dopingkontrollen und einem Pressebereich ausgestattet werden. Auch barrierefreie Umkleiden müssten neu gebaut werden.

Szenario drei mutet auf den ersten Blick besonders ungewöhnlich an. Dieses sieht den Neubau eines Stadions und den Erhalt der heutigen Haupttribüne des Cantianstadions vor. Das neue Stadion würde direkt östlich der bisherigen Arena entstehen. Dabei würde eine Verbindung des neuen Stadions mit der Bestandstribüne über eine Brücke erfolgen. Die Spielfeldbeleuchtung würde in Form eines rundumlaufenden Lichtkranzes untergebracht werden.

Entscheidung soll im Laufe des Herbst 2021 fallen

Offiziell berücksichtigt werden mussten bei allen Szenarien zentrale städtebaulich fokussierte Planungsvorgaben, die in der Machbarkeitsstudie der Sportverwaltung festgelegt wurden. Dazu gehört etwa die denkmalgeschützte Hinterlandmauer, aber auch Freiraum- und Landschaftsstrukturen, bestehende Wegeverbindungen und weitere, sogenannte “identitätsstiftende Merkmale”. Diese sollen in jedem Fall erhalten bleiben.

Keine leichte Aufgabe also für die Planungsteams, deren Vorschläge nun vorliegen und öffentlich diskutiert werden sollen. Im Laufe des Herbst 2021 soll ein Expertengremium darüber entscheiden, welche der drei Optionen umgesetzt werden soll.

Auch die Bürgerinnen und Bürger sollen ihre Meinung zu den drei Vorschlägen äußern können. Es bleibt also spannend am traditionsreichen und beliebten Sportstandort an der Eberswalder Straße. Wir bleiben aufmerksam und verfolgen das Projekt weiter.

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Abriss und Neubau, oder Erhalt? Um einen möglichen Fortbestand der historischen Haupttribüne des Cantianstadions wird derzeit noch gerungen.

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