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Gesundbrunnen: Baufortschritt für soziales Gemeinschaftsprojekt

Im Soldiner Kiez in Berlin-Gesundbrunnen errichtet die DEGEWO gemeinsam mit sieben weiteren Trägern ein Zentrum für soziales und betreutes Wohnen. Das Modellprojekt mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten soll bis 2023 fertiggestellt werden.

© Visualisierungen: DEGEWO / Anne Lampen Architekten
Text: Henriette Schubert

 

Das Modellprojekt rund um ein Zentrum für soziales und betreutes Wohnen im Berliner Stadtteil Gesundbrunnen erreicht mit dem kürzlich gefeierten Richtfest seine Halbzeit. Bis 2023 soll hier ein Vorzeigeobjekt mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten fertiggestellt werden. 

Im Soldiner Kiez entstehen an der Gotenburger Straße, Ecke Prinzenallee derzeit ein fünfgeschossiger sowie ein siebengeschossiger Bau der Wohnungsbaugesellschaft DEGEWO, die im Bezirk Mitte bereits mehr als 8.000 Wohnungen bewirtschaftet.

Bauvorhaben im Soldiner Kiez: 104 Wohnplätze für Vielfalt und Gemeinschaft

Grundlage für den Neubau bildet der Entwurf des Architekturbüros Anne Lampen Architekten. Für junge Eltern, geistig behinderte Menschen und Suchtkranke stehen hier zukünftig insgesamt 58 barrierefreie Wohnungen zur Verfügung.

Die 47 Ein-Zimmer-Wohnungen sowie die elf Zwei- bis Neun-Zimmer-Wohnungen verteilen sich über die verschiedenen Etagen und bieten damit insgesamt 104 Wohnplätze an. Gemeinschaftsräume und Rückzugsorte, ein Berufsorientierungswerk für 30 jugendliche Schulverweigerer sowie eine Kita komplettieren das Projekt.

DEGEWO-Projekt in Gesundbrunnen: Langjährige Idee wird verwirklicht

Dem Spatenstich im September 2021 ging eine Idee aus dem Jahr 2014 voraus. Ein immer enger werdender Wohnungsmarkt mit immer weniger Sozialwohnungen oder Wohnungen mit Sozialbindung sowie häufige Kündigungen für von Sozialträgern angemietete Wohnungen gaben den Anstoß für ein in Berlin bislang einzigartiges Gemeinschaftsprojekt.

Initiiert durch die L.I.S.T. GmbH, die die bislang ungenutzte Brachfläche des derzeitigen Baugrundstückes entdeckte, wurden erfahrene Träger angefragt. Es folgten Verhandlungen auf Landesebene und schließlich nach der Wahl im Jahr 2016 auch die Übertragung des Grundstücks an die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft DEGEWO, unter der Auflage, den Baugrund für ein Projekt gemeinsam mit sozialen Einrichtungen zu nutzen.

Zusammenschluss mehrerer Träger für soziales Modellprojekt

Für das Modellprojekt schließen sich sieben soziale Träger zusammen. Die Kiezquartier GmbH ist der Generalmieter und wird die Räume langfristig und zu moderaten Preisen an die Vereine und gemeinnützigen Institutionen weitervermieten.

Der hierfür von der Kiezquartier GmbH und der DEGEWO unterzeichnete Mietvertrag läuft derzeit für 25 Jahre, die Option zur Verlängerung steht jedoch. Die DEGEWO finanziert das Vorhaben aus Eigenmitteln sowie mithilfe von Fördermitteln. Rund 15 Millionen Euro sind hierfür veranschlagt.

Positives Feedback: Projekt IM sOLDINER kIEZ beschreitet neue Wege

Der Vorstand der DEGEWO, in Person von Sandra Wehrmann, spricht sich für dieses beispielhafte Vorhaben aus, welches zusammen mit Sozialträgern und Politik neue Wege beschreite.

Mit der Fertigstellung des Baus bilde sich ein auf die speziellen Bedürfnisse abgestimmtes, soziales Zentrum, welches veranschaulicht, wie Quartiere auch für Personen mit Betreuungsbedarf lebenswert gestaltet werden können.

Soziale Unterstützung im Alltag wird viele Menschen früher oder später betreffen

Der Stadtrat im Bezirk Mitte für Jugend, Familie und Gesundheit, Christoph Keller, schließt sich dieser Meinung an. Eine Fortführung des Projektes in Serie hält er überdies für wichtig. Unterstützung und Betreuung im Alltag aus sozialen oder gesundheitlichen Gründen sei ein Aspekt, der viele Menschen früher oder später beträfe.

Auch Christian Gaebler, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, begrüßt das fortschrittliche Vorhaben. Für soziale Träger sei die Anmietung von Wohnraum in Berlin sehr schwer. Durch das Projekt werde hier an zentraler Stelle ein großes Beispiel gesetzt, dass nicht nur für „Besserverdiener“ gebaut werde. 

Zudem eröffnet das Projekt noch zusätzliches Weiterentwicklungspotenzial und kann damit je nach Lage auf die örtlichen Gegebenheiten reagieren. Die Geschäftsführung der Kiezquartier GmbH betont die Vielfältigkeit des Vorhabens. Schließlich sei auch die Unterbringung von Künstlerateliers, Läden und Kultur in einem solchen Projekt denkbar.

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Quellen: Anne Lampen Architekten, DEGEWO, Kiezquartier GmbH, Berliner Woche, Bezirksamt Mitte, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

 

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