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Hauptstadtregion: Brandenburg baut Streckennetz massiv aus

Verkehrsplanung in der Hauptstadtregion: Berlin und Brandenburg sollen durch weitere Zugverbindungen besser miteinander verbunden werden. Der Plan sieht vor, durch neue Züge, häufigere Fahrten und die Reaktivierung alter Strecken das Brandenburger Bahnnetz und Verbindungen nach Berlin signifikant auszubauen. 

Neue Züge, mehr Verbindungen, kürzere Taktungen: Die Bahnverbindungen zwischen Berlin und Brandenburg sollen in den kommenden Jahren sukzessive verbessert werden.

Text: Stephanie Engler

 

Guido Beermann, Brandenburgs Verkehrsminister, präsentierte am  vergangenen Dienstag dem Landeskabinett und der Öffentlichkeit den neuen Entwurf des Landesnahverkehrsplans für die Jahre 2023 bis 2027. Der Plan soll der Hauptstadtregion mehr Züge, mehr Verbindungen und neue Services bringen.

Die rot-grün-rote Regierung hat hier allem voran die Pendler zwischen Berlin und Brandenburg im Blick. Denn schon vor den letzten Landtagswahlen 2019 war deren Frust über unzureichende Bahnverbindungen ein großes Thema. Der neue Nahverkehrsplan löst den veralteten Plan von 2018 ab, welcher bis 2022 nur eine Million zusätzliche Zugkilometer vorgesehen hatte. Nun wird ein Plus von 27 Prozent (anstatt zuvor drei Prozent) angestrebt.

Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll das Bahnangebot ausgebaut werden

Die neue Strategie zum Ausbau sieht neue Züge, bessere Verbindungen und eine dichtere Taktung vor. In den nächsten fünf Jahren soll das Angebot um ein Viertel erweitert werden. Zu diesem Jahr wurden 37 Millionen Zugkilometer bestellt. Bis 2027 soll diese Zahl auf knapp 48 Millionen ansteigen.

Im Speckgürtel von Süd-Berlin und in der Potsdamer Region soll der Nahverkehr sogar um ein Drittel ausgebaut werden. Hier soll beispielsweise ab Dezember 2022 der Regionalexpress 1, der zwischen Magdeburg, Berlin und Frankfurt fährt, eine Taktung von 20 Minuten erhalten. Bisher fährt dieser alle 30 Minuten. Besonderes Augenmerk liegt hier auf der verbesserten Erreichbarkeit der neuen Tesla-Gigafactory in Grünheide.

Für alle regionalen Züge soll wochentags ein neuer Mindeststandard eines Ein-Stunden-Takts eingeführt werden. Zudem soll ab 2026 eine neue Direktverbindung zwischen Berlin und Stettin eingerichtet werden. Des Weiteren sind Verbesserungen im Service geplant: Es soll flächendeckend W-LAN in allen Regionalzügen geben. Eine neue App und ein Online-Informationssystem zur Echtzeitauslastung von Zügen sollen eingerichtet werden.

Alte Bahnstrecken werden wieder zu neuem Leben erweckt

Einige Ausbauten des Nahverkehrsplans von 2018, die nicht realisiert wurden, sollen nun nachgeholt werden. Dazu gehört die bis 2022 vorgesehene Heidekrautbahn zwischen Basdorf und Berlin-Wilhelmsruh. Sie soll ab Ende 2024 im Ein-Stunden-Takt fahren. Regionalbahnen zwischen Werneuchen und Ostkreuz (RB 25) sowie zwischen Müncheberg und Ostkreuz (RB 26) sollen ebenfalls ab Dezember 2024 werktags in einem 30-Minuten-Takt fahren.

Der neue Plan sieht zudem weitere Reaktivierungen stillgelegter Strecken und Bahnhöfe vor. Die Grünen hatten die derzeit laufenden Untersuchungen dazu in den Koalitionsvertrag mit aufgenommen. Somit sollen nach ersten Analysen zehn von 46 geprüften Strecken und vier von zehn verwaisten Bahnhöfen das Potenzial haben, wieder in Betrieb genommen werden zu können.

Dazu gehören Abschnitte wie Rathenow bis Rathenow-Nord, Falkenberg bis Herzberg, Hoppegarten bis Altlandsberg sowie Fredersdorf bis Rüdersdorf. Die vier veralteten Bahnhöfe, die möglicherweise saniert werden sollen, liegen in Heidefeld bei Rathenow, Kiekebusch bei Cottbus, Bornim-Grube bei Potsdam und Haida in der Lausitz.

Für den Klimaschutz soll der Nahverkehr dieselfrei werden

Ein wichtiger Teil des neuen Plans für den Ausbau des Nahverkehrs ist der Klimaschutz sowie das damit verbundene Elektrifizierungsprogramm. Ab 2037 sollen alle Züge in Brandenburg dieselfrei fahren – bisher sind es noch 30 Prozent, die auf den Treibstoff angewiesen sind.

Ein Problem sieht Beermann jedoch darin, dass der schienengebundene Nahverkehr (SPNV) schon ab 2023 auf eine Unterfinanzierung zusteuert. Er forderte vom Bund Unterstützung in Form zusätzlicher Regionalisierungsmittel. Ohne diese sei aus seiner Sicht eine Verkehrswende nicht möglich.

Für die Weiterentwicklung des Plans wurde nun eine digitale Öffentlichkeitsbeteiligung angesetzt. Somit können bis zum 21. Juni Hinweise und Vorschläge auf der Online-Plattform brandenburg-bewegen.de eingereicht werden. Mit dieser Hilfe soll noch in diesem Jahr die finale Fassung des Nahverkehrsplans im Kabinett und Landtag vorgelegt werden können.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

 

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