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Neubau: Quartier „Am Spreebord“ entsteht auf der Mierendorffinsel

Auf der Charlottenburger Mierendorffinsel plant der Immobilientwickler Bauwens die Entwicklung des Quartiers „Am Spreebord“. Auf einem drei Hektar großen, nicht mehr genutzten Tanklager soll ein urbanes Quartier mit Wohnungen, Büros, Gewerbeeinheiten sowie einer Kita entstehen. Das Projekt entsteht auf dem Grund des gescheiterten Vorgängerprojekts „Werkbundstadt“.

So stellt sich Projektentwickler Bauwens die Entwicklung des Quartiers „Am Spreebord“ vor: Die geplanten Gebäude sollen sich um einen öffentlich zugänglichen Parkbereich gruppieren. / © Visualisierung: Bauwens / Höhne Architekten

© Visualisierungen: Bauwens / Höhne Architekten
Text: Björn Leffler

 

Auf der Charlottenburger Mierendorffinsel plant der Immobilientwickler Bauwens die Entwicklung des Quartiers „Am Spreebord“. Auf einem drei Hektar großen, nicht mehr genutzten Tanklager soll ein urbanes Quartier mit Wohnungen, Büros, Gewerbeeinheiten sowie einer Kita entstehen.

Das Projekt soll in direkter Nachbarschaft zum Gewerbeprojekt „AERA“ entstehen, welches ebenfalls vom Unternehmen Bauwens entwickelt wird und mittlerweile im Rohbau fertig ist.

Mierendorffinsel: Mischung aus Wohnen, Gewerbe und Dienstleistungen

Die Mierendorffinsel kennzeichnet sich durch eine Mischung aus Wohnen, Gewerbe, Dienstleistungen und öffentlichen Institutionen. Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf verfolgt das Ziel, auf der Insel einen Mix verschiedener Nutzungsarten zu etablieren.

So sollen neben bereits vorhandenen, gewerblichen Flächen vor allem auch Wohnungen entstehen, wie etwa an der Quedlinburger Straße, wo die WBM derzeit 146 Mietwohnungen errichtet, die vorrangig für Flüchtlinge genutzt werden sollen.

Projekt „Am Spreebord“: 600 Wohnungen sollen entstehen

Auch beim Projekt „Am Spreebord“ sollen insgesamt 600 Wohnungen entstehen. Bereits im August 2020 konnte sich das Büro Höhne Architekten in einem Gestaltungswettbewerb mit seinem Konzept für die Quartiersentwicklung gegen alle anderen Mitbewerber durchsetzen.

Womit das Architekturbüro von Stephan Höhne die Jury offenbar überzeugen konnte, war der Verzicht auf klassische Blockbauten wie sie nördlich der Insel häufig auftreten. In der Mitte des Quartiers haben die Architekten einen urbanen Park platziert, fast 7.000 Quadratmeter groß.

7.000 Quadratmeter großer Park mit Bäumen, Pavillons und Cafés

Linden, Platanen, Buchen und Ahorne sollen auf dem Gelände Schatten spenden. Dazu sind Spielangebote und vier Pavillons angedacht, ein Ladencafé als Treffpunkt für die Nachbarschaft und ein Teepavillon für private Events. Flankiert werden soll der Park von Promenaden mit Geschäften, Cafés und Restaurants.

Die Höhe der Randbebauung soll sich den Baukörpern der Umgebung anpassen. Neun Häuser im Staffelbau zeigen die Pläne, darunter vier Turmhäuser mit einer Höhe zwischen 40 und 50 Metern. Die zwei höchsten Gebäude des Quartiers sollen knapp 60 Meter hoch werden.

Zwei Torhäuser an der Quedlingburger Straße sollen Eingang zum Quartier bilden

Den Eingang ins neue Quartier werden zwei Torhäuser an der Quedlingburger Straße bilden. Der neu entstehende Vorplatz könnte zukünftig für Gastronomie oder gar als Marktplatz genutzt werden.

Das innere Quartier soll nach Wünschen der Projektplaner komplett autofrei bleiben. Müllabfuhr, Krankenwagen, Feuerwehr, Taxen oder Lieferfahrzeuge sollen über die Einbahnstraßen an der östlichen und westlichen Grundstücksgrenze hineinfahren.

Quartier „Am Spreebord“ in charlottenburg soll komplett autofrei bleiben

Dort sollen auch Flächen für Carsharing, Lastenbikes und Ladesäulen entstehen und Stellplätze für die geplante Quartierskita. Die geplanten 600 Wohnungen sollen im „Wohn-Boulevar“ im Osten des Quartiers entstehen.

Dort schlagen die Architekten Carsharing-Parkplätze, E-Auto-Ladestationen, Fahrradstellplätze mit Akku-Ladeboxen vor. Aber auch Repair-Cafés, Nachbarschaftreffs im Freien, Gemeinschaftsgärten und Pachtbeete sollen hier entstehen.

Eigentums- und Mietwohnungen geplant – Anwohner fordern Sozialwohnungen

Die 600 Wohnungen sollen als Eigentums- und Mietwohnungen entstehen. Anwohner fordern, dass rund 30 Prozent der Mietwohnungen für den sozialen Wohnungsbau genutzt werden.  Ursprünglich war auf dem Gelände etwas ganz anderes geplant, das Vorgängerprojekt „Werkbundstadt“.

2014 hoben Mitglieder des Deutschen Werkbunds Berlin e. V. die Idee der „WerkbundStadt“ aus der Taufe. In der Tradition der großen Werkbundsiedlungen sollte etwas völlig Neues entstehen, keine Siedlung, sondern eine Stadt in der Stadt – aus der Parzelle entwickelt, „sozial vielfältig, gemischt genutzt, dicht und urban„.

Vorgängerprojekt „Werkbundstadt“ konnte nicht realisiert werden

32 Architekten erarbeiteten bis 2017 in sieben Klausurtagungen ein städtebauliches Modell in der Tradition der Berliner Parzellenstadt. Nach mehreren Eigentümerwechseln und Unstimmigkeiten über die sinnhafte Nutzung des Geländes wurden die ambitionierten Pläne letztlich nicht weiterverfolgt. Die Entwicklung des Grundstücks wurde anschließend vollkommen neu aufgerollt.

Das Ergebnis wird in einigen Jahren zu betrachten sein, wenn das Quartier „Am Spreebord“ Realität geworden ist. Ob man dann von einer gelungenen, in den Kiez passenden Entwicklung des ehemaligen Tanklagers sprechen kann, wird die Zukunft zeigen.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

Nachbarprojekt und im Rohbau schon fertig: Das Büro- und Gewerbeprojekt „AERA“, welches auf der Charlottenburger Mierendorffinsel neben dem künftigen „Spreebord“ entsteht. / © Visualisierung: Grüntuch Ernst Architekten / Bauwens Development GmbH

Weitere Projekte in Charlottenburg findet Ihr hier

Quellen: Höhne Architekten, Bauwens, Berliner Woche, DB Bauzeitung, Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, ENTWICKLUNGSSTADT BERLIN

 

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