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Rudolfkiez: Neues Kulturareal „Tamara-Danz-Höfe“ soll entstehen

Im Friedrichshainer Rudolfkiez plant das Unternehmen Atrium Development Group den Neubau eines Kulturareals mit dem Namen „Tamara-Danz-Höfe“. Das Projekt soll zukünftig Raum für vielfältige, kulturelle Nutzungen bieten.

Zwischen Tamara-Danz-Straße und Rudolfstraße in Friedrichshain soll der Neubau der „Tamara-Danz-Höfe“ entstehen.

© Visualisierungen: Atrium Development Group GmbH

 

Ausgerechnet in einem Bezirk, der für seine vielfältige Kreativkultur und progressive Künstlerszene bekannt ist, wird der Raum für Kulturschaffende immer knapper: in Friedrichshain-Kreuzberg.

Über die anstehende Verdrängung der „Zukunft am Ostkreuz“ hatten wir bereits mehrfach berichtet, auch im Zuge der anstehenden Neuplanung des RAW-Geländes an der Revaler Straße müssen einige der dort ansässigen Clubs und Institutionen ihren Betrieb auf dem Areal aufgeben. Hinzu kommen zahlreiche Wohn- und Gewerbeprojekte im Stadtteil, die weitere, potenzielle Nutzungsflächen besetzen.

Flächen für kulturelle Nutzungen im Bezirk werden knapper

So werden die Möglichkeiten für kreative und kulturell orientierte Nutzungen immer weniger. Nun soll ein Projekt, welches auf einem dreieckig angelegten Grundstück zwischen Rudolfstraße und Tamara-Danz-Straße im Rudolfkiez entstehen soll, neue Flächen für kulturelle Nutzungen schaffen.

Das Unternehmen Atrium Development Group GmbH plant den Neubau der „Tamara-Danz-Höfe“ auf einem Parkplatzgelände, welches bereits im vergangenen Jahr für kulturelle Open-Air-Nutzungen umfunktioniert wurde.

Das Areal wird bereits für kulturelle Open-Air-Events genutzt

Bis dahin wurde das Areal ausschließlich als Parkplatz genutzt, aber die besonderen Umstände der Corona-Pandemie hatten eine Umwidmung des Geländes ermöglicht. Eine vom Berliner Senat geförderte Kulturinitiative mit dem Namen „Cura“ war für den Betrieb auf dem Gelände verantwortlich.

So fanden im vergangenen Sommer auf dem Areal Techno-Partys, Theater-Vorführungen, Netzwerktreffen oder auch Podiumsdiskussionen statt – stets unter Einhaltung der vom Berliner Senat vorgegebenen Hygienevorschriften. Die Umgebung für eine solche Flächennutzung ist aufgrund der hohen Dichte an Musik- und Kreativunternehmen der ansässigen Club- und Kneipenszene ideal.

Aus dem Provisorium soll eine dauerhafte Nutzung werden

Aus der bisherigen, provisorisch angelegten Zwischennutzung soll nun eine dauerhafte Nutzbarmachung des Geländes für den Kulturbetrieb werden. Als städtebauliches Scharnier zwischen dem subkulturell geprägten RAW Gelände und der kommerziell geprägten Mediaspree soll nun eine Quartiersentwicklung erfolgen, die den urbanen und kreativen Flair der besonderen Lage aufgreifen und erlebbar machen soll. So der Plan der Projektinitiatoren.

Dabei soll soll ein Gebäudeensemble mit Studios, Ateliers, Proberäumen, Plattenläden, Clubs und Gewerbeflächen entstehen. Rund zehn Prozent des Gebäudes sollen dabei für soziokulturelle Zwecke zur Verfügung gestellt werden.

Unter anderem soll etwa die Kulturraum Berlin GmbH zur gemeinwohlorientierten Kostenmiete einziehen. Das Unternehmen wird vom Land Berlin unterstützt und soll Arbeits-, Probe- und Produktionsräume für Künstler und Kulturschaffende finden und zur Verfügung stellen.

Architektur der Berliner Gewerbehöfe des 19. Jahrhunderts als Vorbild

Die Architektur der zukünftigen „Tamara-Danz-Höfe“ möchte sich als Hommage an die traditionellen Berliner Gewerbehöfe des 19. Jahrhunderts verstehen, die aus den Etagenfabriken der damaligen Zeit hervorgegangen sind und heute in modernisierter Form zu den begehrtesten Gewerbeobjekten der Hauptstadt zählen.

Insgesamt drei Innenhöfe sollen bei dem Projekt entstehen, welches bis zu sechs Etagen umfassen wird. Da das Baugrundstück an keiner Seite an ein anderes Gebäude angrenzt, kann ein in sich geschlossener, architektonisch stimmiger Gebäudekomplex entworfen werden, der gestalterisch eng an die benachbarten, ehemaligen Narva-Werke der VEB Narva Kombinat Berliner Glühlampenwerk angelehnt ist.

Nachhaltigkeit wird beim Bau der Gebäude groß geschrieben

Den Machern des Projekts ist vor allem die Betonung der Nachhaltigkeit ihres Projekts sowie die soziokulturelle, gemeinwohlorientierte Ausrichtung des Vorhabens wichtig. Zudem soll beim Bau auf nachhaltige Baustoffe, reichhaltige Begrünung und Biotopflächen Wert gelegt werden.

Namensgeberin für das ambitionierte Projekt ist die ehemalige Sängerin der Band „Silly“, Tamara Danz. Mit ihrer Band wurde sie über die Grenzen der DDR hinaus in ganz Deutschland zum Star und schreckte nie davor zurück, sich mit der Zensur anzulegen und unbequeme Positionen zu vertreten. Tamara Danz verstarb im Juli 1996 an den Folgen einer Krebserkrankung.

 

Weitere Bilder zum Projekt findet Ihr hier: 

Die Architektur des Neubaus soll an die Baukultur der Berliner Gewerbehöfe des 19. Jahrhunderts erinnern. / © Atrium Development Group GmbH

© Atrium Development Group GmbH

© Atrium Development Group GmbH

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