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Sanierungsprojekt: Steht der Sockel des Steglitzer Kreisels zum Verkauf?

Beim längst in Verzug geratenen Umbauprojekt „Überlin“ in Berlin-Steglitz scheint es eine weitere Wendung zu geben: Die verantwortliche Adler-Group möchte den Sockelbau des Steglitzer Kreisels veräußern. Im Sockel ist vornehmlich eine gewerbliche Nutzung geplant.

 

Das Projekt „Überlin“ im Südwesten Berlins ist eines der schwierigen Sorte. Nachdem das Gebäude jahrzehntelang leer gestanden hatte, hat das Unternehmen Adler Group das ambitionierte Projekt übernommen, aus dem stark sanierungsbedürftigen Gebäude einen Wohnturm zu gestalten, der höchsten Ansprüchen genügen soll.

Dafür wird das Gebäude seit einigen Jahren vollständig entkernt. In das verbleibende Skelett aus Beton und Stahl werden neue Eigentumswohnungen hinein gebaut. Die Fertigstellung der insgesamt 330 Wohneinheiten wird sich – nach aktuellem Stand – um rund zwei Jahre verzögern. Erst 2024 soll das Projekt abgeschlossen werden. Diese Information ist allerdings nicht neu.

Die Adler Group möchte den Sockelbau verkaufen

Neu ist hingegen die Tatsache, dass die Adler Group den Sockelbau des Steglitzer Kreisels, der ebenfalls umgebaut werden sollte, um darin moderne Gewerbeflächen einzurichten, veräußern möchte. Unternehmenssprecherin Dobroslawa Pazder bestätigte entsprechenden Überlegungen bereits Ende Februar.

Es hat den Anschein, als sei die Adler Group mit der Realisierung des Projekts überfordert und möchte sich einzig und allein auf die Fertigstellung der Apartments im Hochhaus konzentrieren. Eine Aufgabe, die komplex genug zu sein scheint. Die Entwicklung des Sockelbaus möchte das Unternehmen ganz offensichtlich an ein anderes Unternehmen abgeben.

Adler Group prüft derzeit mehrere Optionen

Noch ist der Verkauf allerdings nicht definitiv beschlossen, derzeit werden laut Adler Group verschiedene Optionen geprüft. Die derzeit wahrscheinlichste Option ist es, den Sockel inklusive erteilter Baugenehmigung zu veräußern. Der im November 2021 für zwei Bauteile im Sockel eingereichte Bauantrag befindet sich momentan in Prüfung bei den zuständigen Behörden.

Ein möglicher Verkauf des Sockels weckt Begehrlichkeiten bei den Bezirksverordneten der Linken im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Für die Fraktion der Linken ist der geplante Verkauf die Chance, Wohnraum und Gewerbe zu sichern. „Ein Ankauf durch das Land ist die beste Variante“, sagt die Fraktionsvorsitzende Pia Imhof-Speckmann.

Die Linke fordert den Ankauf des Sockels durch das Land Berlin

Eine Mehrheit in der Bezirksverordnetenversammlung hat der Vorschlag derzeit aber nicht. Auch das Land Berlin reagierte äußerst reserviert auf den Vorschlag der Linken, im Sockelbau günstigen Wohnraum unterzubringen. Sogar einen Rückkauf des gesamten Gebäudes schlugen die Linken vor. Ein unwahrscheinliches Szenario.

Wie das verfahrene Projekt jedoch weitergeht, ist derzeit offen. Einerseits verhandelt die Adler Group nach verschiedenen Umplanungen mit den Eigentümern der Apartments über veränderte Notarverträge. Zudem wurde im Dezember 2021 bekannt, dass ein Teil des Sockels nicht saniert, sondern abgerissen und neu gebaut werden soll.

Im Projekt gibt es derzeit sehr viele Variablen

Von diesem Abriss wären auch 33 Mietparteien betroffen, die derzeit im Sockelbau in Mietwohnungen wohnen, die in den 1970er Jahren errichtet wurden. Aus diesen Wohneinheiten sollen zukünftig Büro-, Gewerbe- und Praxisflächen werden.

Das Projekt „Überlin“ scheint – von außen betrachtet – mehr und mehr zu einem planerischen gordischen Knoten zu werden. Es ist vor allem den Eigentümern der Wohneinheiten im Turm des Steglitzer Kreisels zu wünschen, dass das Bauvorhaben nicht zur Bauruine verkommt. Im Augenblick ist es jedenfalls fast unmöglich, eine fundierte Vorhersage zu treffen.

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