-->
entwicklungsstadt berlin

Jede Zeit baut ihre Stadt.

US-Unternehmen erwirbt „Quartier 207“ in der Friedrichstraße

Das US-Unternhemen Tishman Speyer hat das „Quartier 207“ zwischen Friedrichstraße und Gendarmenmarkt erworben, welches das bekannte Kaufhaus „Galeries Lafayette“ beheimatet. Das Unternehmen kündigt umfangreiche Modernisierungen an.

Teil des „Quartier 207“: Die „Friedrichstadt Passage“ ist eine unterirdische Ladenzeile, die die Quartiere 205, 206 und 207 miteinander verbindet.

 

Das US-amerikanische Immobilienunternehmen Tishman Speyer hat das „Quartier 207“ an der Friedrichstraße im Bezirk Mitte übernommen. Der Immobilienverkauf wurde in der vergangenen Woche abgeschlossen. Erworben hat das Unternehmen die Immobilie von der Allianz Real Estate, die sie zuvor rund zehn Jahre in ihrem Besitz hatte.

Der vom französischen Stararchitekten Jean Nouvel entworfene Block mit seiner gläsernen, geschwungenen Fassade gilt als einer der wichtigsten Bauten der 1990er-Jahre in Berlin. Das Gebäude verfügt über eine Gesamtmietfläche von knapp 36.000 Quadratmetern, die sich auf die Nutzungen Büro, Einzelhandel und Wohnen verteilen.

Die Quartiere 205, 206 und 207 wurden von 1992 bis 1996 errichtet

Die drei Quartiere 205, 206 und 207, die den gesamten Straßenblock bis zum Gendarmenmarkt umfassen, gehören zu den ersten Neubauten in der Stadtmitte, die nach der Wiedervereinigung umgesetzt wurden. Sie wurden zwischen 1992 bis 1996 errichtet. Die Neugestaltung des Areals geht sogar zurück bis in die 80er Jahre, als die damalige DDR-Regierung mit dem Abriss und der Neubebauung des Areals begonnen hatte.

Nach dem Fall der Mauer wurden die bereits entstandenen Rohbauten jedoch wieder abgerissen, um Platz für eine hochwertigere Bebauung zu schaffen. In einem neuen Wettbewerb wurde sich für einen Neustart mit einer Bebauung von drei Blöcken entschieden, die unterirdisch durch eine Ladenpassage verbunden sein sollten. Genau so wurde das Projekt dann auch umgesetzt.

Tishman Speyer gehören nun zwei der drei Blöcke

Das Engagement von Tishman Speyer an der Friedrichstraße kommt nicht gänzlich überraschend. Bereits 2015 hatte das US-Unternehmen das südlich gelegene „Quartier 205“ für mehr als 300 Millionen Euro zurückgekauft, das sie im Jahr 2007 an ein spanisches Konsortium veräußert hatten.

Zwischen den Blöcken 207 und 205 liegt als einziger, nicht den Amerikanern gehörender Block nun das „Quartier 206“, welcher sich im Besitz der Jagdfeld-Gruppe befindet. Florian Reiff, Deutschlandchef von Tishman Speyer, äußerte sich erfreut über die erfolgreiche Transaktion und kündigte gleichzeitig an, das Objekt modernisieren zu wollen.

Das Unternehmen möchte das „Quartier 207“ modernisieren

„Wir sind uns der wichtigen Rolle bewusst, die das Q207 sowohl als Architekturikone Berlins als auch als Ort für diejenigen spielt, die dort arbeiten oder es täglich zum Einkaufen besuchen. Gleichzeitig haben wir immer ein offenes Ohr für die sich ändernden Bedürfnisse unserer Kunden und planen deshalb in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen, um das Q207 in puncto Nachhaltigkeit und Energieeffizienz auf den neuesten Stand zu bringen (…).“

Welche konkreten Baumaßnahmen das Unternehmen plant, ist derzeit noch nicht bekannt. Ebensowenig, welche Summen Tishman Speyer in den Umbau investieren möchte. Der Vorgang jedoch ist nicht neu. Auch am Potsdamer Platz werden die in den 90er Jahren errichteten Gebäude derzeit modernisiert und auf heutige Anforderungen angepasst.

So werden die Potsdamer Platz Arkaden bereits seit rund zwei Jahren umgebaut und vollkommen neu gestaltet. Zudem soll das gesamte Areal umgestaltet und überwiegend autofrei werden. Und am benachbarten SONY Center, einer weiteren Architekturikone der 1990er Jahre, investiert das Unternehmen Oxford Properties rund 200 Millionen Euro in die Modernisierung und Umgestaltung des Ensembles.

Weitere Projekte in Mitte findet Ihr hier
Patzschke Architekten: Townhouse in Mitte gewinnt Publikumspreis
Traditionell gegen modern: Das Ringen um den Molkenmarkt beginnt
Alexander Capital Tower: Der zukünftig höchste Turm am Alexanderplatz

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

Antworten

© 2022 entwicklungsstadt berlin

Thema von Anders Norén