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Ab Montag ist die Friedrichstraße offiziell eine Fußgängerzone

Die freie Fahrt für Autofahrer in der Friedrichstraße in Berlin-Mitte währte nur kurz. Bereits ab der kommenden Woche soll die Straße wieder für den Autoverkehr gesperrt werden und wird dann ganz offiziell in eine Fußgängerzone umgewidmet. 

Freie Fahrt für Autofahrer in der Friedrichstraße: Diese Phase währte nur wenige Wochen. Ab der kommenden Woche soll die Friedrichstraße wieder für Autos gesperrt werden. / © Foto: depositphotos.com

© Visualisierungen: Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz / BloomImages
© Foto:  depositphotos.com
Text: Björn Leffler

 

Verkehrssenatorin Bettina Jarasch hat ihre Ankündigung offenbar wahrgemacht, die Friedrichstraße so schnell wie möglich wieder vom Autoverkehr zu befreien und die Einkaufsstraße in Berlin-Mitte dauerhaft in eine Fußgängerzone umzuwidmen.

Wie sowohl B.Z. als auch Berliner Morgenpost berichten, soll dies bereits ab dem kommenden Montag erfolgen. Damit würden nach nicht einmal zwei Monaten die Autofahrer erneut aus der Friedrichstraße ausgeschlossen, dieses Mal dauerhaft.

am Montag soll die Friedrichstraße zur Fußgängerzone umgewidmet werden

Der Bezirk Mitte ist mit dem Verfahren für die Entwidmung der Straße offenbar in den letzten Zügen und soll nach den aktuellen Medienberichten am morgigen Freitag damit fertig werden. Genauso schnell wie die Einrichtung einer Fahrradstraße in der parallel verlaufenden Charlottenstraße erfolgt ist, soll demzufolge auch die erneute Schließung der Friedrichstraße für den Autoverkehr durchgesetzt werden.

Am heutigen Mittwoch will die Grünen-Spitzenkandidatin Bettina Jarasch gemeinsam mit der zuständigen Bezirksstadträtin Almuth Neumann (ebenfalls Die Grünen) die Pläne für die sogenannte Umwidmung des Abschnitts zwischen Französischer und Leipziger Straße bei einem offiziellen Termin im Amtssitz am Köllnischen Park offiziell machen.

Friedrichstraße: Geplante Fußgängerzone steht nun auf gültiger Rechtsgrundlage

Aus Sicht der grün geführten Verkehrsverwaltung ist dabei am wichtigsten, dass die Fußgängerzone auf den 500 Metern Friedrichstraße damit wieder auf einer gültigen Rechtsgrundlage steht.

Diese Grundlage nämlich war entfallen, weil die Verkehrsverwaltung einen eigentlich abgeschlossenen Verkehrsversuch eigenmächtig weiter ausgedehnt und die Sperrung aufrecht erhalten hatte, wogegen letztlich eine ortsansässige Händlerin erfolgreich geklagt hatte.

Auch Fahrradfahrer dürfen ab Montag die Friedrichstraße nicht mehr nutzen

Zähneknirschend musste die Verkehrsverwaltung die Straße für den Autoverkehr wieder freigeben, kündigte jedoch gleichzeitig an, die Umwidmung der Straße in eine reine Fußgängerzone weiter forcieren zu wollen. Dies bedeutet im Übrigen, dass ab Montag auch Fahrradfahrer nicht mehr durch diesen Abschnitt der Friedrichstraße fahren dürfen. Sie müssen auf die Charlottenstraße ausweichen.

Der Verkehrsversuch hatte bereits unter Bettina Jaraschs Vorgängerin Regine Günther im August 2020 begonnen. Von Beginn an jedoch war das Vorhaben von Kritik begleitet. Vor allem an der breiten, mit gelben Markierungen abgetrennten Fahrradspur mitten auf der Straße hatte sich der Unmut entzündet, weil die angestrebte Flaniermeile so nicht erreichbar war.

Jarasch möchte die Friedrichstraße in eine  attraktive „Piazza“  umwandeln

Bettina Jarasch hat tatsächlich gänzlich andere Pläne für die Umgestaltung der Friedrichstraße. Um diese dauerhaft in eine attraktive und ansprechende Fußgängerzone umzugestalten, soll ein Gestaltungswettbewerb ausgeschrieben werden.

So soll der arg provisorische Charakter des Projekts in eine städtebaulich attraktivere Umgebung verwandelt werden. Eine Ideenskizze, die bereits im Mai 2022 veröffentlicht worden war, zeigt den Straßenabschnitt mit Bäumen, Pflanzenkästen, Liegestühlen und Springbrunnen.

Gestaltungswettbewerb für zukünftige Friedrichstrasse soll folgen

Bettina Jarasch äußerte sich schon damals wie folgt zu dem Vorhaben: „Mein Wunsch ist eine Piazza, so wie man sie aus Italien kennt.“ Ein solches Bild zeigt auch eine Visualisierung, die ihre Senatsverwaltung begleitend dazu veröffentlicht hatte.

So weit ist es aber noch nicht. Ab der kommenden Woche wird die Straße erst einmal wieder für den Autoverkehr gesperrt, allerdings ohne den provisorischen Fahrradweg wieder einzurichten. Der Gestaltungswettbewerb für die Umgestaltung der Straße soll nun so schnell wie möglich auf den Weg gebracht werden.

 

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Quellen: B.Z., Berliner Morgenpost, Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz

 

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