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Im Norden von Pankow entsteht das Wohnquartier „Am Sandhaus“

Der Berliner Senat möchte im Norden Pankows ein urbanes Quartier mit 2.700 Wohnungen entwickeln. Das Projekt mit dem Namen „Am Sandhaus“ soll ökologisch orientiert und weitgehend autofrei werden. Kritik von Bürgerinitiativen am Projekt gibt es aber auch.

Auf diesem Areal soll im Pankower Ortsteil Buch soll das neue Wohnquartier entstehen.

© Visualisierungen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

 

Das geplante Wohnquartier „Am Sandhaus“, welches im Norden des Berliner Bezirks Pankow entstehen soll, ist nicht das einzige Wohnprojekt im Ortsteil Buch. Direkt angrenzend ist bereits das Ludwig-Hoffmann-Quartier entstanden und wird noch weiter ausgebaut.

Das geplante Viertel „Am Sandhaus“ befindet sich also in bester Gesellschaft. Zudem ist es nur eines von zahlreichen, weiteren Bauprojekten, die in Berlins bevölkerungsstärkstem Bezirk, in Pankow, geplant oder bereits umgesetzt werden.

Viertel „Am Sandhaus“ wird komplett neu entwickelt

Während man beim Ludwig-Hoffmann-Quartier auf bereits bestehende Gebäude zurückgreifen konnte, die saniert und baulich erweitert werden konnten (Loft-Wohnungen sind in Klinikhäusern aus den 1910er Jahren entstanden), wird das Projekt „Am Sandhaus“ eine komplett neu gebaute Wohnanlage sein.

Entsprechende Freiheiten ergeben sich bei der Planung des Projekts. Entlang der Straße „Am Sandhaus“ und auf der Fläche des ehemaligen Krankenhauses der DDR-Staatssicherheit soll das Gebiet entwickelt werden. Attraktiv ist die Fläche nicht nur aufgrund ihrer Größe, sondern auch aufgrund der Nähe zum S-Bahnhof Buch, der eine ÖPNV-Verbindung in die Berliner Innenstadt garantiert. Zudem soll das Viertel auch mit mehreren Buslinien angeschlossen werden.

Gesamtfläche von rund 57 Hektar, 2.700 Wohnungen geplant

Die Planungen des Senats sehen vor, auf einer Gesamtfläche von rund 57 Hektar ein attraktives und sozial durchmischtes Quartier zu errichten, auf dem rund 2.700 Wohnungen entstehen sollen. Zudem ist der Bau einer Kita und einer neuen Grundschule vorgesehen.

Bereits in den 1980er Jahren waren erste Überlegungen zur Entwicklung der ehemaligen „Rieselfelder“ für den Wohnungsbau erarbeitet worden. Nach der Wende wurden diese Pläne weiterentwickelt, aufgrund der sinkenden Bevölkerungszahlen ab Ende der 90er Jahre jedoch nicht weiter verfolgt.

Baubeginn soll bis Ende 2023 erfolgen

Mittlerweile sind die Planungen für das Quartier allerdings wieder sehr konkret. Im Rahmen einer Themenwerkstatt Anfang Dezember informierte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung über die Pläne, die es für das Areal gibt.

Derzeit ist mit einem Baubeginn bereits ab Ende 2023 zu rechnen. „Am Sandhaus“ wäre damit eines der ersten, großen Zukunftsquartiere, die gemäß der Vereinbarung der neuen rot-grün-roten Landesregierung den Mietmarkt entlasten sollen. Insgesamt 21 Gebiete im gesamten Stadtgebiet sind Teil dieser Wohnungsbau-Offensive.

„HOWOGE“ und „Deutsche Wohnen“ sind Projektpartner

Gemeinsam mit der landeseigenen Gesellschaft HOWOGE und der Deutsche Wohnen als Partner soll das Gelände entwickelt werden. Ziel der Projektentwickler sei es, „Urbanität mit dem Landschaftsraum zu verbinden und hochsensible Räume weiterzuentwickeln“.

Zum Gelände, welches für das Quartier bebaut werden soll, gehören ausgedehnte Waldstreifen, die Bucher Moorlinse sowie ein Feucht- und Wiesengebiet mit einer großen Arten- und Pflanzenvielfalt. Im zukünftigen Quartier soll diese Umgebung aktiv in die Gestaltung eingebunden werden, so dass ein umweltbewusstes und naturverbundenes Leben im Viertel erreicht werden kann.

Am Projekt gibt es Kritik durch die Bürgerinitiative „Am Sandhaus“

Große Pläne, die jedoch auch Gegner auf den Plan gerufen haben. Die Bürgerinitiative „Am Sandhaus“, die das Planungsverfahren zunehmend kritisch begleitet, kritisiert vor allem den Umstand, dass für den Bau der Wohnungen hunderte Bäume gefällt werden müssten. Sie fordern eine Reduzierung des Projekts auf lediglich 1.000 Wohneinheiten.

Die Projektplaner*innen halten der Initiative jedoch entgegen, dass diese Baumfällungen an anderen Stellen mehr als kompensiert würden. Ein neu aufgeforsteter Waldstreifen sei bereits fest eingeplant. An der Zahl der 2.700 Wohnungen soll daher nicht gerüttelt werden.

Das Quartier soll zudem autofrei oder zumindest autoarm geplant werden. Der Bau von Quartiersgaragen soll dabei helfen, den Pkw-Verkehr vor den Toren des Kiezes aufzufangen. Das Innere des Viertels sollen versenkbare Poller vor unbefugtem Befahren schützen.

Weitere Projekte in Pankow findet Ihr hier
Hier seht Ihr eine Übersicht ausgewählter Wohnungsprojekte, die in Pankow geplant werden
Schönhauser Allee: Schleppender Radwegbau und Brückensanierung
Zwei weitere Wohnprojekte sollen in Französisch-Buchholz entstehen

Die landschaftlichen Freiräume, die das neue Quartier umgeben, sollen für die neuen Bewohner*innen nutzbar gemacht werden und die Gestaltung des Quartiers auch architektonisch und stadtplanerisch beeinflussen.

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1 Kommentar

  1. Hans-Joachim Fornfeist Januar 14, 2022

    Grundsätzlich wäre nahe bestehender Wohngebiete zu bauen, insbesondere nicht mehr genutzter Bahnanlagen.

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