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Wohnraum gesucht: Eine Übersicht der Wohnungsprojekte in Pankow

Im Verwaltungsbezirk Berlin-Pankow leben heute 410.000 Menschen. Und der schon heute bevölkerungsreichste Bezirk Berlins wird weiter wachsen, Wohnraum ist begehrt. Wir geben einen Überblick über die Wohnungsbauprojekte des Bezirks. 

Eine der begehrtesten Wohnlagen der Hauptstadt: Der Stadtteil Prenzlauer Berg im heutigen Bezirk Pankow.

 

In einer seit einem Jahrzehnt stark wachsenden Stadt nimmt der Bezirk Pankow noch eine Sonderrolle ein: Kein anderer Berliner Stadtbezirk konnte in den vergangenen Jahren ein so rasantes Bevölkerungswachstum verzeichnen wie der Bezirk im Berliner Nordosten.

Pankow, der heute auch die einstmals eigenständigen Bezirke Prenzlauer Berg und Weißensee beinhaltet, wäre – als eigenständige Gemeinde betrachtet – die drittgrößte Stadt Ostdeutschlands. Nur Leipzig und Dresden zählen noch mehr Einwohner.

PANKOW: “DRITTGRÖSSTE STADT OSTDEUTSCHLANDS“

410.000 Menschen leben heute in Pankow, Tendenz steigend. Da ist es nicht schwer, sich auszumalen, welche großen, infrastrukturellen Herausforderungen der Bezirk zu meistern hat. Neben der Schaffung zusätzlicher Verkehrs-Infrastruktur, Gewerbe- und Gesundheitsversorgung, Schul- und Kinderbetreuungseinrichtungen fehlt es natürlich vor allem an Wohnungen.

Der Berliner Senat, allen voran die ehemalige Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher, hatten zu Beginn der vergangenen Legislaturperiode angekündigt, großformatige Wohnungsbauprojekte vor allem durch die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften umsetzen zu wollen. Denn wichtig ist vor allem, dass nicht nur Wohnflächen im hochpreisigen Luxus- und Eigentumssegment entstehen, sondern bezahlbare Mietwohnungen.

Eine Auswahl der entstehenden Projekte haben wir in diesem Artikel zusammengefasst: 

Wohnquartier „Pankower Tor“

Auf dem Areals des einstigen Rangierbahnhofs Pankow soll ein neues Stadtquartier entstehen. Das Gebiet liegt direkt am S- und U-Bahnhof Pankow und  erstreckt sich entlang der Bahntrasse und der Granitzstraße, von der Mühlenstraße im Westen über die Berliner Straße hinaus bis zum S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf und der Prenzlauer Promenade im Osten.

Das neue Stadtquartier wird kooperativ von der Eigentümerin Krieger Handel SE, dem Bezirk Pankow sowie der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen entwickelt. Rund 2.000 neue Wohnungen sollen in dem Quartier entstehen.

Das neue Quartier soll verkehrsarm geplant werden: Als ein grundsätzliches Ziel wurde die „Unterbindung des Durchgangsverkehrs und dauerhafte Reduzierung des motorisierten (Individual-)Verkehrs“ ausgegeben. Außerdem soll der Radschnellweg „Panke Trail“ parallel zur Bahntrasse durch das neue Quartier geführt werden. Auch eine neue Tramlinie zwischen Pankow und Weißensee soll Bestandteil des Projekts sein. Sie soll weitgehend entlang der Granitzstraße und weiter bis zur Prenzlauer Allee geführt werden.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es hier

1.200 neue Wohnungen entstehen an der Michelangelostrasse

Das derzeit größte, innerstädtische Wohnungsbauprojekt plant der Bezirk Pankow an der Michelangelostraße im nordöstlichen Teil des Stadtteils Prenzlauer Berg, wo sich bereits eine Plattenbau-Wohnsiedlung aus DDR-Zeiten befindet.

Das bestehende Quartier soll um zusätzliche Wohnblöcke ergänzt und damit verdichtet werden. 2.000 Parkplätze, die für diesen Ausbau des Viertels weichen müssen, sollen in zwei sogenannten “Quartiersgaragen” untergebracht werden. Zudem fordern die Anwohner*innen eine verbesserte Anbindung an den Tram-Verkehr, was nach aktuellem Planungsstand aber noch nicht gesichert ist.

Wohnprojekte in Französisch-Buchholz

Im Pankower Norden stehen die Zeichen weiter auf Verdichtung. Zwei weitere Wohnungsprojekte nimmt der Bezirk in Angriff. Eines der beiden Projekte trägt den Namen “Kokoni One” und wird vom Immobilienentwickler “Incept” entwickelt und vermarktet. Dabei soll auf einer Freifläche in Französisch Buchholz ein Quartier mit insgesamt 84 Doppelhaushälften entstehen. Die Genehmigung für das Projekt wurde mittlerweile erteilt.

Etwas anders sehen die Pläne für das Wohnviertel an der “Alten Schäferei”, ebenfalls in Französisch Buchholz, aus. Die Rahmenplanung des Bezirksamts Pankow sieht vor, rund 3.200 neue Wohnungen auf einer ehemaligen Grünfläche für Nutzvieh errichten zu lassen. Erste Ideen der Planungsbüros zeigen Baublöcke östlich der Schönerlinder Straße mit 1.500 bis 2.000 Wohnungen im Kerngebiet der Schäferei.

Weitere Informationen zu den Projekten findet Ihr hier

Ludwig-Hoffmann-Quartier in Buch

Im Ortsteil Buch entwickelt das Immobilienunternehmen Situs seit mehreren Jahren das sogenannte “Ludwig-Hoffmann-Quartier”. Ein Teil des Projekts ist bereits abgeschlossen, 500 fertiggestellte Loft-Wohnungen in Klinikhäusern aus den 1910er Jahren sind hier entstanden, architektonisch ein hochspannendes Projekt und eine interessante Umwidmung bestehender Baustrukturen.

In einer zweiten Ausbaustufe sollen keine historischen Gebäude umfunktioniert werden, sondern nördlich des bestehenden Quartiers komplett neue Gebäude errichtet werden.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es hier

Entwicklungsgebiet „Blankenburger Süden“

Das Bauvorhaben „Blankenburger Süden“ zählt zu den ambitioniertesten Wohnungsbauprojekten des Bezirks. Das zukünftige Quartier soll zwischen Blankenburg und Heinersdorf entstehen: Ein neues Stadtquartier mit bis zu 6.000 Wohnungen sowie Schulen und Kitas, Grünflächen und insgesamt 40 Hektar für Gewerbeflächen.

Infrastrukturell angebunden werden soll das Viertel durch die Verlängerung der Straßenbahn M2. Viele Anwohner*innen in den benachbarten Stadtteilen befürchten jedoch, dass aufgrund der zu erwartenden, höheren Einwohnerzahl allein die Verlängerung der M2 nicht ausreichen wird, um das steigende Mobilitätsaufkommen auszugleichen.

Das Projekt ist seit mehreren Jahren in der Planung, auch eine umfangreiche Bürgerbeteiligung ist Teil des langfristig angelegten Projekts. Die ersten Wohnungen sollen ab dem Jahr 2030 bezugsfertig sein.

Quartiersentwicklung „Am Sandhaus“

Das Gebiet „Buch – Am Sandhaus“ liegt am nördlichen Rand des Bezirks im Ortsteil Buch. Entlang der Straße Am Sandhaus und auf der Fläche des ehemaligen Krankenhauses der Staatssicherheit soll in den kommenden Jahren ein neues Wohnquartier entstehen.

Das Gebiet hat für den dringend benötigten Wohnungsneubau in Pankow allein durch seine Größe und die Nähe zum S-Bahnhof Buch eine wichtige Bedeutung. Auf einer Gesamtfläche von rund 57 Hektar soll nach Vorstellungen der Stadtplaner*innen das Projekt „Am Sandhaus“ ein lebendiges, städtebaulich attraktives und sozial durchmischtes Quartier werden. Es soll Platz für rund 2.400 bis 3.000 Wohnungen entstehen, ergänzt durch Kindertagesstätten und eine neue Grundschule. Erste Planungen zur Entwicklung der ehemaligen Rieselfelder als Wohngebiet gab es bereits in den 80er Jahren.

Gesobau-Projekte im Bezirk

Die Wohnungsbaugesellschaft GESOBAU hat in Pankow einige ihrer größten Bauvorhaben entwickelt. In der Mendelstraße ist auf einem 14.000 Quadratmeter großen Grundstück das bis dato größte Bauvorhaben der GESOBAU entstanden. 351 Wohnungen mit einer Wohnfläche von insgesamt 25.000 Quadratmeter stehen dem Berliner Wohnungsmarkt seit Ende 2018 zur Verfügung.

Ein weiteres Neubauprojekt entstand in unmittelbarer Nähe: An der Schloßallee 4 wurden bis zum vergangenen Sommer weitere 42 Mietwohnungen in einem Neubau errichtet, davon 14 gefördert.

Auf dem Grundstück Mühlenstraße 41 wurde ein Mehrfamilienhaus mit insgesamt 28 Mietwohnungen gebaut. Ein weiteres Projekt entsteht auf einem Eckgrundstück an der Gustav-Adolf-Straße im Ortsteil Weißensee. Hier baut die GESOBAU 40 Wohnungen mit einer Wohnfläche von insgesamt rund 2.300 Quadratmetern.

Weitere Details zu den GESOBAU-Projekten gibt es hier

Geförderter Wohnungsbau in der Treskowstraße

In der Treskowstraße im südlichen Teil Pankows (Ortsteil Heinersdorf) bauen zwei landeseigene Wohnungsunternehmen parallel an neuen Wohnungen. Ein Großteil der Wohnungen wird gefördert sein.

In der Treskowstraße 12 baut die HOWOGE seit dem Frühjahr 2020 insgesamt 37 neue Mietwohnungen mit ein bis vier Zimmern, von denen zehn Wohnungen barrierefrei begehbar sein werden. Alle Wohnungen werden über einen Balkon oder eine Dachterrasse verfügen. Zudem entstehen zahlreiche Fahrradstellplätze und insgesamt 39 Kellereinheiten.

Etwas umfangreicher plant das Wohnungsunternehmen GESOBAU nur wenige Hausnummern weiter. In der Treskowstraße 7-9 entstehen zwei L-förmige Riegelbauten, in denen insgesamt 46 neue Wohnungen entstehen.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier

“SIEDLUNGSACHSE PANKOW-WANDLITZ”

Nicht nur der Bezirk Pankow wächst unvermindert stark weiter, auch die angrenzenden Siedlungsgebiete im sogenannten „Speckgürtel“ verzeichnen eine wachsende Nachfrage an Wohnangeboten. So ist es nur folgerichtig, dass in der Metropolregion Berlin/Brandenburg auch Bundeslandübergreifend geplant wird.

So wird speziell in Pankow auch die Verstädterung von derzeit noch ländlich geprägten Regionen vorangetrieben. Eines der konkretesten Projekte ist die “Siedlungsachse Panow-Wandlitz”. Entlang der Landstraße 100 im Norden des Bezirks soll bis hinaus nach Wandlitz ein neues Siedlungsgebiet entstehen. Konkret geht es um die Trasse Dreieck Pankow-Schönerlinde-Schönwalde-Basdorf-Wandlitz.

Bereits seit Anfang 2019 arbeitet eine länderübergreifende Steuerungsgruppe am „Achsenentwicklungskonzept”. Das Siedlungsgebiet würde sowohl auf Brandenburger als auch auf Berliner Landesgebiet liegen.

Anmerkung der Redaktion: Die hier gezeigten Projekte stellen lediglich eine Auswahl dar und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. ENTWICKLUNGSSTADT BERLIN ist ein unabhängig operierendes Nachrichtenportal und ist an keinem der aufgeführten Projekte in irgend einer Form beteiligt, weder finanziell noch in anderer Form.

Weitere Projekte in Pankow findet Ihr hier
Jahnsportpark-Umbau in Pankow: Entscheidung erst nach den Wahlen
„DSTRCT.Berlin“: Begehrtes Gewerbeprojekt im Prenzlauer Berg
Die Backfabrik im Prenzlauer Berg wird baulich erweitert

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4 Kommentare

  1. A.Spiering November 9, 2021

    Pankow hat andere riesige Probleme zu lösen. Die da sind Strassenbäume nachpflanzen, Aufforstung und Pflege der
    Parks , U Bahn Erweiterungsbau, Abwasseranlagen Ausbau,Internet
    und Handynetz Ausbau,Strasseninstandsetzung, Lösungen für den ruhenden Radverkehr, Kita und Schulausbau, Ausbau des Nahverkehrs, Wiederbelebung der alten Polizeiwachen,usw.
    20 Jahre Bebauung des Bahngeländes, 25 Jahre Bau der Nord Süd Tangente, usw.
    !!!!!!????????
    Diese Baupläne sind kontraproduktiv zur Klimapolitik und gehen der Menschheitverloren!

  2. Angelika Rothenburg November 11, 2021

    Wenn ich über diese Verdichtung lese ist das alles andere als Klimafreundlich .aber wichtig ist ha dass Bauunternehmen sich die Taschen wieder voll stopfen können. Bäume nach pflanzen ? Das sind Bäumchen denn die Bäume wurden radikal gefällt. Glück auf und nehmt ruhig noch mehr Grünflächen in Anspruch. Bezahlbarer Wohnraum ? Ich glaube auch noch an den Weihnachtsmann. Das ist alles nur noch traurig.

  3. Gabriela Groth November 11, 2021

    Also ich denke, man sollte nicht alles schlecht reden. Der Siegerentwurf zum Pankower Tor gefällt mir z.B. sehr gut. Da sind bezahlbarer Wohnraum (30%), geringe Verschattung bei den Wohnhäusern, gute Infrastruktur mit Schule, Kita, Handel, Gastronomie, Fahrrad-Zentrum, Tiefgaragenstellplätzen, Tram-Anbindung, Panke-Trail, Freizeitflächen und Schallschutz zur S-Bahn auf dieser Brache geplant.

    Einen Fehler habe ich in diesem Artikel jedoch entdeckt:
    Die Tramlinie über das Pankower Tor soll zwischen Pankow und Weißensee geführt werden, nicht weiter zur Prenzlauer Allee.
    Das soll die M2 werden, die von Prenzlauer Allee über Heinersdorf zum Blankenburger Süden führen soll.

  4. Gabriela Groth November 11, 2021

    Nachtrag: Wenn Gewerbebrachen ökologisch mit vielen Grünflächen und grünen Dächern mit 30% Sozialwohnungen und guter Infrastruktur bebaut werden, als sie bodenbelastet liegen zu lassen, finde ich das sinnvoll.
    Wenn Grünflächen mit Wohnungsbau verdichtet werden, die die Frischluftschneise für die Berliner Innenstadt behindern, wäre es sehr schlecht fürs Klima.
    Aber der hohe Bedarf, vor allem an bezahlbarem Wohnraum, ist nun einmal da.
    Dem kann wohl nur begegnet werden mit Neubau oder Zuzugsstopp. Das hatten wir schon mal. Aber wollen wir das?
    Das wäre wieder eine politische Entscheidung.

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