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„Lebensort Vielfalt“: Am Südkreuz entsteht ein schwules Wohnprojekt

Am Bahnhof Südkreuz in Tempelhof-Schöneberg plant die Schwulenberatung Berlin ein generationsübergreifendes und interkulturelles, gemeinschaftliches Wohnprojekt.

Betreuungsangebot für homosexuelle Senioren: Die Schwulenberatung Berlin errichtet am Südkreuz ihren zweiten Standort in der Hauptstadt (symbolische Abbildung).

 

Im städtebaulichen Gebiet in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Südkreuz im Berliner Süden realisiert die Schwulenberatung Berlin gGmbH ein generationsübergreifendes und interkulturelles, gemeinschaftliches Wohn- und Betreuungsprojekt. Der „Lebensort Vielfalt II“ wird in einem siebengeschossigen Neubau Platz für 70 barrierefreie Wohnungen bieten.

Darunter wird eine eine Pflege-Wohngemeinschaft mit acht Plätzen sein, welche großzügige Gemeinschaftsräume und vielfältige, „quartiersoffene Angebote“ bieten wird. Bei der Konzipierung und Umsetzung des Projekts konnte die verantwortliche Schwulenberatung Berlin auf ihre Erfahrungen am bereits seit über neun Jahren bestehenden „Lebensort Vielfalt“ am Standort in Charlottenburg zurückgreifen.

Wohnangebot für homosexuelle Senioren

Beim Projekt am Südkreuz, welches derzeit in der baulichen Umsetzung ist, wird ein besonderer Fokus auf die Ermöglichung von Begegnungen der Generationen und Kulturen gelegt. Das Wohnangebot richtet sich vor allem an alleinstehende, schwule Senioren, aber auch an ältere, lesbische Frauen, an Trans- und Inter-Menschen sowie an jüngere LSBTI-Menschen.

Je nach Unterstützungsbedarf sollen den zukünftigen Mieterinnen und Mietern unter anderem ein ambulanter Pflegedienst, therapeutische Betreuungen und soziale Beratungen zur Verfügung stehen. Zudem ist eine Beschäftigungstagesstätte für LSBTI Menschen mit psychischer Beeinträchtigung vorgesehen.

Tag der offenen Baustelle am 13. November

Wer Interesse am entstehenden Wohnprojekt hat, kann sich die Baustelle am Tag der offenen Baustelle ansehen. Diese wird am Samstag, den 13. November, zwischen 11 und 15 Uhr durchgeführt. Interessierte können sich hier auf der offiziellen Internetpräsenz dafür anmelden.

Die Anfänge der Berliner Schwulenberatung reichen zurück bis in das Jahr 1981, als in der Hollmannstraße in Berlin-Kreuzberg das „Kommunikations- und Beratungszentrum homosexueller Frauen und Männer“, kurz „KBZ“, eröffnet wurde. Bis Mitte der 90er Jahre kämpfte diese erste, kleine Institution um ihre Daseinsberechtigung und hatte in den ersten Jahren vor allem mit häufigen Standortwechseln zu kämpfen.

Schwulenberatung Berlin: Psychosoziale Beratung für homosexuelle Menschen

1996 bezog die Schwulenberatung ihre Räumlichkeiten in der Charlottenburger Mommsenstraße und eröffnete 1998 die bundesweit erste therapeutische Wohngemeinschaft speziell für schwule Männer mit psychischen Beeinträchtigungen. Schon ein Jahr später folgt die zweite Wohngemeinschaft dieser Art.

In den folgenden Jahren professionalisierte sich das Bündnis weiter und wurde 2007 in die noch heutige gültige, gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung überführt. Es ist heute das erklärte Ziel der Schwulenberatung, homosexuellen Menschen in Berlin eine psychosoziale Beratung für jede Lebenslage anzubieten.

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1 Kommentar

  1. der letzte mohikaner vom feministischen ufer November 13, 2021

    Toll, wie die Schwulenberatung expandiert, und Gratulation zur gelungenen und gelingenden mannmännlichen Lobbyarbeit. Darin ist Berlin einfach großartig – und die erfolgreichen schwulen Netzwerke in Politik und überall können sich erneut feiern. Dass man dafür die Lesben in unsolidarischer und ziemlich ekliger Weise vertrieben und ausgebootet hat – Schwamm drüber und schon vergessen. Frauen wie immer unsichtbar. Wird wohl genug Frauen und Sternchen geben, die dem Männertriumph mal wieder applaudieren.

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