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Mitte: Bau von Sozialwohnungen am Humboldt Forum geplant

Im Umfeld des Humboldt Forums stehen die Zeichen unvermindert auf Veränderung. Damit sind nicht die „üblichen Verdächtigen“ wie der Bau des Einheitsdenkmals, die Vollendung des U-Bahnhofs Museumsinsel oder das geplante Flussbad in der Spree gemeint, sondern ein ganz konventionelles Thema: der Bau von Wohnungen.

Der Berliner Senat plant nämlich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schloss, genauer gesagt an der Breiten Straße, die direkt auf die Südseite des Humboldt Forums und den Schlossplatz zuläuft, ein Wohnquartier zu errichten.

Gefördertes Wohnquartier in unmittelbarer Nähe zum Humboldt Forum

Tatsächlich sollen hier, da es sich um landeseigene Wohnungen geht, Wohneinheiten im bezahlbaren Segment entstehen. Konkret heißt das, dass die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM), die das Projekt verantworten wird, 50 Prozent der neu gebauten Wohnungen zu Sozialmieten von 6,50 EUR anbieten wird. Die andere Hälfte der Wohnungen soll für eine Nettokaltmiete von weniger als zehn Euro zu haben sein.

Ein Umstand, der in so exponierter Lage schon aufhorchen lässt. Zukünftig wird es dort also hochexklusive Eigentumswohnungen („Stadtresidenz am Schinkelplatz“, „Kronprinzengärten“) in enger Nachbarschaft zu geförderten Sozialwohnungen geben. Dennoch soll die Gestaltung des Quartiers der historischen Bedeutung des Standortes gerecht werden.

Eigentumswohnungen und Sozialwohnungen direkt nebeneinander

Insgesamt sollen auf dem Grundstück 65-70 zeitgemäße, preisgünstige Mietwohnungen in unterschiedlicher Größe entstehen. Auf fünf bis sieben eigenständigen Parzellen sollen die Wohnungen entstehen, aber auch Flächen für Büros und Gewerbe.

Wie erwähnt soll sich das neue Quartier trotz der Vorgabe, die Wohnungen zu einem niedrigen Preis zu vermieten, in die hochwertige Bebauung rund um die Schloss-Rekonstruktion einfügen.

Neues Quartier mit Wohn- und Gewerbeeinheiten in exponierter Lage

Sowohl für die Wohnungen als auch die geplanten Gewerbeflächen sollen 6.500 Quadratmeter Bruttogeschossfläche zur Verfügung stehen. Zehn dieser Gewerbeeinheiten werden für kulturelle Zwecke vorgehalten.

Das Werkstattverfahren für das Projekt soll ab Anfang August 2021 mit einem Auftaktkolloquium und einer Ortsbesichtigung starten. Die teilnehmenden Planungsbüros werden anschließend ihre Zwischenergebnisse einer Jury und interessierten Bürger*innen in einem kurzen Video vorstellen. Die Anmerkungen der Öffentlichkeit sollen schließlich in die weitere Projektplanung einfließen.

Weitere Projekte in Mitte findet Ihr hier.
Unweit der Breiten Straße entsteht das Projekt „House of One“. Ein ausführliches Interview zum Projekt gibt es hier.

Prominenter Nachbar: Das bereits teilweise eröffnete Humboldt Forum an der Museumsinsel

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1 Kommentar

  1. Peter Lancester November 18, 2022

    Bezahlbarer Wohnraum in Berlin ist knapp, wobei „knapp“ noch untertrieben ist, und dass der Staat sich darum kümmert, dass mehr Wohnungen errichtet werden (Vermehrung des Angebots), anstatt sich lustige Schildbürgerstreiche wie den Mietendeckel auszudenken, ist auch lobenswert.

    Ob es allerdings das Gelbe vom Ei ist, überbillige Wohnungen im Berliner Zentrum anzupflanzen, darüber kann man streiten.

    Ich bin der Meinung, dass man erst mal ganz normalen (normalpreisigen) Wohnraum an dieser Stelle anbieten soll, für diejenigen, die in Berlin zwar einen Job aber keine Wohnung haben. Natürlich müssen auch die Hartzer und Dealer irgendwo bleiben, aber muss es unbedingt in der Top-Lage sein?

    Jaja, ich weiß, Berlin ist weit links und will in erster Linie möglichst viel vom Bodensatz der Gesellschaft in sich aufnehmen und fördern, und nicht die wertschöpfenden Elemente, das muss man respektieren, zumal die Bürger Berlins sich ihren Senat demokratisch zusammengewählt haben, aber vielleicht findet ja das nicht jeder so pralle.

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